Kubaner raunen mysteriöse Dinge

- Verschwörungstheorien zum Attentat an John F. Kennedy gibt es viele. Die CIA soll es gewesen sein, der damalige Vizepräsident Lyndon B. Johnson wurde schon verdächtigt, der KGB, die Mafia oder FBI-Chef J. Edgar Hoover. Damit sollte nun Schluss sein. Wilfried Huismann war mit der Dokumentation "Rendevous mit dem Tod" (ARD) angetreten, die letzte Wahrheit über den Mord an Kennedy zu enthüllen. So jedenfalls war es vom Senderverbund angekündigt.

Nach 90 Minuten wusste man freilich nur eines, nämlich dass es nun eine weitere Verschwörungstheorie gibt, die ebenso wenig zu belegen ist wie alle anderen zuvor. Huismann glaubt, dass es die kubanische Regierung war, und mehr als den Glauben kann er letztlich nicht bieten. Wie bei allen früheren Erklärungsversuchen operiert Huismann mit der bewährten Methode, alles, was die eigene These stützt, aufzublähen, und alles, was sie erschüttern könnte, einfach auszublenden. In Wahrheit erzählt der Autor beständig und bemerkenswert redundant nur Dinge, die schon lange bekannt sind.

Langatmig lässt er Kubaner auftreten, die vage mysteriöse Dinge raunen. Ansonsten ist Huismann viel selbst zu sehen, wie er sein Spanisch vorführt und vor verschlossenen Türen erklärt, dass man ihm Dinge verheimliche. Wer schon andere Dokumentationen zu Kennedy gesehen hat, kennt das Szenario; es ist immer das gleiche. Zeitzeugen erzählen etwas, der Filmemacher verbindet diese Aussagen in seinem Sinn zu einer Theorie des Tathergangs und bleibt jeden Nachweis schuldig. So wie Huismann eben auch.

Dass Fidel Castro nicht der Vorsitzende des Kennedy-Fanclubs war, ist bekannt, aber das alleine macht ihn nicht zum Drahtzieher eines politischen Mordes. Handfeste Beweise gibt es keine, und Zeugenaussagen sind - wie jeder Polizeischüler im ersten Jahr lernt - grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen. 

Entlarvend ist jene wundervolle Szene, in der ein kubanischer Geheimdienstmitarbeiter auf alle Vorhaltungen, die ihm Huismann macht, hämisch erwidert, man könne viel erzählen. Die Amerikaner beispielsweise würden behaupten, auf dem Mond gewesen zu sein. Aber wer könne das schon mit Sicherheit sagen? Huismann schweigt betroffen - womöglich weil ihm für einen Moment bewusst wird, dass er sich mit seinen Spekulationen auf demselben Niveau bewegt wie die Verschwörungstheoretiker, die erzählen, dass die Mondlandung im Filmstudio nachgestellt worden sei . . .

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