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"Die Küchenschlacht" ist aus dem Nachmittags-Programm des ZDF nicht mehr wegzudenken.

Resteverwertung, Budget & Helfer

Das läuft hinter den Kulissen der "Küchenschlacht"

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Hamburg - Seit sieben Jahren läuft "Die Küchenschlacht" im ZDF und hat viele Fans in Deutschlands TV-Publikum. Was viele interessiert: Was passiert hinter den Kulissen der beliebten Kochshow?

Kochsendungen erleben seit einigen Jahren in der deutschen TV-Landschaft einen regelrechten Boom. Die öffentlich-rechtlichen feierten bereits Anfang der Neunziger mit Alfred Bioleks Sendung "alfredissimo" große Erfolge und machte Kochsendungen salonfähig. Spätestens mit Tim Mälzers "Schmeckt nicht, gibt's nicht" startete 2004 eine neue Generation von TV-Köchen. Seither kam eine Kochshow nach der anderen hinzu, darunter "Die Kochprofis", "Das perfekte Dinner" oder "Die Küchenschlacht". Und genau die wollen wir uns genauer ansehen.

Seit 14. Januar 2008, also seit sieben Jahren, hat die Kochshow "Die Küchenschlacht" einen festen Sendeplatz im ZDF. Das Konzept hat sich seit Beginn der Sendung, die in Hamburg gedreht wird, kaum verändert - was vielleicht genau das Erfolgsrezept ausmacht. Immerhin schalten seither täglich rund eine Million Zuschauer ein. Eine Woche lang treten sechs Hobbyköche gegeneinander an. Ein bekannter Spitzenkoch steht den Kandidaten für die jeweilige Woche mit Rat und Tat zur Seite. Am Ende jeder Folge scheidet ein Teilnehmer durch das Urteil eines weiteren Profis aus, bis am Freitag ein Wochensieger gekürt wird.

Zahlreiche TV-Köche rotieren dabei als Juroren beziehungsweise Moderatoren der "Küchenschlacht". Als Moderatoren wechseln sich derzeit Horst Lichter, Johann Lafer, Nelson Müller, Alfons Schuhbeck, Björn Freitag, Mario Kotaska und Kolja Kleeberg ab. Als Juroren fällen zusätzlich diese renommierten Köche und Köchinnen das Urteil über die Gerichte: Susanne Vössing, Cornelia Poletto, Andreas C. Studer, Stefan Marquardt, Ralf Zacherl, Martin Baudrexel, Karlheinz Hauser oder Alexander Kumptner. Einige TV-Köche/-Köchinnen, wie Steffen Henssler, Alexander Herrmann oder Lea Linster, die früher für die Sendung im Einsatz waren, sind mittlerweile nicht mehr in der "Küchenschlacht"-Stammbesetzung.

"Die Küchenschlacht" - das läuft hinter den Kulissen

Viel mehr als Juroren oder Einschaltquoten interessiert aber viele Zuschauer, was nicht auf dem Bildschirm zu sehen ist. Ein Blick hinter die Kulissen ist da um einiges spannender. Wer kümmert sich um die Einkäufe, welches Budget steht zur Verfügung, wer erledigt den Abwasch nach Ende der Sendung und was passiert eigentlich mit den Resten? Das alles wollten wir vom ZDF genauer wissen.

Einkäufe, Abwasch & Co.: Wer arbeitet hinter den "Küchenschlacht"-Kulissen?

Das "Küchenschlacht"-Team umfasst weitaus mehr Mitarbeiter, als die Moderatoren und Juroren, wie Alfons Schuhbeck oder Nelson Müller. Neben dem gesamten Dreh-Team, wie Kameraleuten, Maskenbildnern oder Redakteuren, müssen die Kandidaten betreut werden, Einkäufe koordiniert oder der Abwasch erledigt werden. Dabei macht die Sendung ihrem Namen alle Ehre - tatsächlich hinterlassen die Hobbyköche so manches Schlachtfeld in der Küche, das es täglich zu beseitigen gilt. Um all das kümmern sich die Helfer im Hintergrund. Insgesamt sind nach ZDF-Angaben 70 bis 80 Mitarbeiter an der Produktion der Show beteiligt.

Wie wird eine Sendung gedreht?

So sieht es während der Dreharbeiten im Studio aus.

Im Fernsehen ist bekanntlich vieles nicht so, wie es scheint. Oft werden scheinbar spontane Szenen mehrmals gedreht oder in verschiedenen Einstellungen wiederholt. Nicht so bei der "Küchenschlacht", wo die Kandidaten ihr Gericht in 35 Minuten auf den Tisch bringen müssen. Eine Folge wird an einem Stück "durchgedreht". Das bedeutet, es gibt weder mehrere Anläufe noch eine Wiederholung, wenn etwas schief läuft. Es gibt auch kein "Probekochen" oder ähnliches vor der Sendung. Die Kandidaten erhalten lediglich eine Kücheneinweisung, damit sie wissen, wo die Zutaten zu finden sind und um sich mit dem Herd und anderen Geräten vertraut zu machen. 

Hinter den Kulissen der "Küchenschlacht"

Bilder aus dem Studio der "Küchenschlacht"

Woher kommen die Produkte?

Beim Einkauf der Zutaten achtet das ZDF nach eigenen Angaben auf höchste Qualität und regionalen Bezug der Produkte, soweit das im Rahmen der Zutatenliste möglich ist. So manche Gerichte der Kandidaten erfordern aber weitaus exotischere Produkte als Karotten, Hackfleisch oder Butter.

Wie hoch ist das Budget der Sendung?

Trüffel, Wachteleier oder Iberico-Schwein: Keine Frage, bei der "Küchenschlacht" kommen oft exklusive Produkte auf die Teller, und die sind bekanntlich nicht billig. Da stellt sich die Frage, wie groß eigentlich das finanzielle Budget für die Sendung ist. Haben die Kandidaten unbegrenzten Spielraum oder einen festen Finanzrahmen, an dem sie ihre Vorschläge orientieren müssen? Detaillierte Angaben zum Budget wollte das ZDF nicht verraten. Ein preisliches Limit hätten die Kandidaten nicht, allerdings achte die Redaktion bei der Rezeptauswahl darauf, dass alle Gerichte, "für den Zuschauer nachvollziehbar und zum Nachkochen geeignet sind", heißt es von Seiten des ZDF. Hummer oder ähnliches stünden deshalb nicht auf dem Speiseplan.

Apropos Budget: Die Kandidaten bekommen die Reisekosten für sich und eine Begleitperson bezahlt. Weitere Freunde oder Verwandte können natürlich mitkommen. Diese müssen dann aber wie andere Zuschauer auch, Karten für einen Platz im Studio kaufen. Diese kosten übrigens 6 Euro.

Was passiert mit den "Küchenschlacht"-Resten?

Angesichts all der Köstlichkeiten und im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung ist es umso wichtiger, dass bei der Zubereitung darauf geachtet wird, dass möglichst wenig im Müll landet. Um alle Reste möglichst gut zu verwerten, arbeiten die Macher der "Küchenschlacht" mit der Hamburger Tafel zusammen. Alle Lebensmittel, die nicht verwertet oder gegessen wurden, werden von der gemeinnützigen Organisation abgeholt. Doch allzu viele Reste gibt es ohnehin nicht. Denn nach Ende der Sendung darf das Publikum probieren. Einige Zuschauer bringen gleich ihre eigene Gabel mit ins Studio, um sich durch die Kreationen der Kandidaten zu essen. Wie schnell die Teller dann geputzt sind, zeigt dieses Video.

vh

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