Kükentod beim Galadinner

München - Er gilt als Provokateur am Herd, der dafür sorgt, dass gelegentlich auch die Emotionen hochkochen. So prangerte Jamie Oliver in einer spektakulären Aktion die schlechte Qualität des Essens in den Schulkantinen seiner britischen Heimat an. Nun lädt der Starkoch zu einem "Galadinner" der etwas anderen Art.

In "Jamies Hühnerhölle", einer Produktion, die in Großbritannien bereits zu sehen war und die heute um 21.15 Uhr auch im Programm des Münchner Privatsenders RTL 2 läuft, will Oliver demonstrieren, unter welch grausamen Bedingungen Hühner leben und sterben müssen, damit aus ihnen "preiswerte" Nahrungsmittel werden. So tötet der 33-Jährige lebende männliche Küken vor den Augen der ahnungslosen Gäste ­ Biologen, Bauern und Journalisten ­ mit Gas. Das sei gängige Praxis in den Hühnerfarmen.

Doch vor der Ausstrahlung der Sendung wird nun Kritik laut. "Mehrere Argumente sprechen klar gegen diese drastischen Bilder. Oliver ist ein Star, den auch viele Kinder sehen und bewundern. Die Ausstrahlung erfolgt zu einer Zeit, in der sie noch zuschauen", warnt Medienexperte Jo Groebel. Schockeffekte hätten zudem oft keine positive Wirkung, sondern verunsicherten nur noch mehr. Hier solle wohl vor allem "Quote gemacht" werden.

Der Starkoch, der auch schon bei Kerner im ZDF kochte, will dagegen die Zuschauer informieren. "Ich war schon oft in Deutschland und ich weiß, dass die Deutschen ein intelligenter Haufen sind. Wenn sie das Programm sehen, glaube ich, dass sie schockiert sein werden. Hoffentlich trägt das zum Wohl der Hühner bei", hofft Oliver. Um das Essverhalten der Deutschen geht es auch in "Welt der Wunder ­ spezial" mit Hendrik Hey ab 22.15 Uhr.

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