Kult-Reporter Koch: "Ich kündige"

- Günther Koch hat sich den Zeitpunkt gemerkt: Vergangener Dienstag, 18.45 Uhr. Da erfuhr er es von Thomas Kattenbeck, dem Hörfunksportchef des Bayerischen Rundfunks: Er würde keine Reporter-Nominierung für die Fußball-Weltmeisterschaft erhalten. 64 ist Günther Koch, nie ist er zu einer WM geschickt worden, "2006 wäre meine letzte Chance gewesen".

Die letzten Tage hat der Nürnberger damit zugebracht, die rechtliche Situation auszuloten: Wie ist seine Vertragsbindung an den BR, gibt es Kündigungsfristen? "Man hat mir gesagt, man werde mir nicht kündigen - aber ich tue es", so Koch. Als freier Mitarbeiter könnte er jederzeit aufhören, er hat nun für sich beschlossen, "dass ich einen sauberen Schnitt mache. Am Saisonende höre ich auf." 29 Jahre hat er für den Bayerischen Rundfunk reportiert - vom Rhönradturnen bis zur Champions League. Dass er keinen WM-Platz bekommen hat, erachtet Koch als "grobe Missachtung meiner langen Tätigkeit für den Sender". Es schmerzt auch vor dem Hintergrund, "dass ich mich sogar bei der Fifa für den WM-Standort Nürnberg eingesetzt hatte".

Günther Koch ist, was man einen "Kult-Reporter" nennt. Die emotionalsten seiner Radio-Berichte gibt es auf CD; auf "Günther Koch revisited" haben Discjockeys O-Töne von Koch gesampelt, Musik, etwa von den "Sparks", dazugemischt, es gibt sogar ein "Concerto in Koch Minor". Zuletzt ist eine Anekdoten-Sammlung von Koch erschienen ("Der Ball spricht") - als Buch und zum Hören. Als der Bildungssender BR Alpha sein Wissensquiz "Knobelpreis" ausspielte, wünschte sich der Gewinner einen Tag mit Günther Koch. Das letzte Live-Schmankerl: In der Allianz Arena bekam Günther Koch neulich einen Ball an den Kopf, als er beim Aufwärmen der Mannschaft seine erste Schalte hatte.

Im BR-Sendebereich ein Star, war Koch in der ARD jedoch umstritten. Mit Sabine Töpperwien war eine Vertreterin des WDR für die Vergabe der ARD-Hörfunk-WM-Plätze federführend. Koch dachte nach einer Information von BR-Gesamtsportchef Werner Rabe, "dass Manni Breuckmann vom WDR und ich gesetzt würden". Und Koch glaubt, "dass ich in der ARD eigentlich schon ein gutes Standing hatte. Am 26. Februar hat mich der Saarländische Rundfunk als Tagesreferenten eingeladen. Das werde ich aber absagen."

Bitter für Koch, der im Hauptberuf Lehrer war: Um beim BR am Mikro bleiben zu dürfen, verzichtete er auf ein Landtagsmandat für die SPD. Nun wird spekuliert, dass er zu einem Privatsender gehen könnte ("Das kann ich nicht kommentieren"). Aufträge wird Koch auch so bekommen: Gestern moderierte er auf der Nürnberger Spielwarenmesse. Thema: die WM.

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