Länder müssen über GEZ-Plus entscheiden

Berlin - Auf mehr als eine Milliarde Euro wird das Einnahmeplus durch die neue Rundfunkgebühr geschätzt. Ob das Geld wieder an die Gebührenzahler fließt, ist offen. Die ARD will diese Mittel jedenfalls nicht.

In der Diskussion über Mehreinnahmen durch den neuen Rundfunkbeitrag sieht die ARD die Bundesländer am Zug. „Nicht wir entscheiden, was mit dem Geld geschieht, sondern die Länder“, sagte der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor am Dienstag nach einer Intendantentagung in Berlin. Er könne sich aber Entlastungen für einzelne Gruppen von Beitragszahlern vorstellen.

Nach vorläufigen Zahlen wird nach der Beitragsumstellung mit einem Einnahmeplus von rund 1,2 Milliarden Euro für vier Jahre gerechnet. Marmor betonte, dass die ARD die Zusatzeinnahmen nicht für den Senderverbund beanspruche. Nach der Umstellung der Rundfunkgebühr pro Gerät auf den Rundfunkbeitrag pro Haushalt zum 1. Januar 2013 ist mehr Geld in die Kassen geflossen als zur Deckung des Finanzbedarfs nötig.

Auch bei dem geplanten Jugendkanal von ARD und ZDF müssen laut Marmor die Länder über das Vorhaben entscheiden. „Wir müssen dafür einen Auftrag bekommen“, sagte Marmor. Noch in dieser Woche solle der Rundfunkkommission der Länder ein Konzept für ein neues Jugendprogramm vorgelegt werden.

Der Jugendkanal unter SWR-Federführung soll höchstens 45 Millionen Euro im Jahr kosten. Dabei soll das ZDF ein Drittel, die ARD zwei Drittel tragen. Im Gegenzug sollen die Digitalkanäle EinsPlus und EinsFestival sowie ZDFkultur eingestellt werden. Das neue Programm könnte frühestens Anfang 2015 im Fernsehen, Hörfunk und Internet starten. Davor müssen die Rundfunkstaatsverträge geändert werden.

Mit einem neuen Musikprojekt will die ARD junge Menschen für klassische Musik begeistern. Im Mittelpunkt steht Antonin Dvoráks Sinfonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt“. Das Werk wird am 19. September (11.15 Uhr) live aus Hamburg im Hörfunk über die ARD-Kulturwellen, im Digitalkanal des Deutschlandradios sowie als Videostream gesendet. Die Aufführung des NDR-Sinfonieorchesters unter Leitung des Dirigenten Thomas Hengelbrock können die Jugendlichen im Unterricht oder im Sendesaal der jeweiligen ARD-Sender live hören.

Bereits Wochen vor der Ausstrahlung können sich Lehrer und Schüler auf das Konzert vorbereiten. Dazu bietet „Das Dvorák-Experiment“ unter anderem Dirigier-Workshops, Video-Projekte und Remix-Wettbewerbe an. Die Suche nach neuen Formen der Vermittlung von Musik gehöre zu den Kernaufgaben der ARD, sagte Marmor, der auch NDR-Intendant ist.

dpa

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