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Wie wirkt Gewalt über Generationen nach? Das Projekt "Taxi" beschäftigt sich am 20. November mit dieser Frage.

Münchner Festival "Starke Stücke"

Aus langem Schlummer geholt

Einen Mangel an Theater- und Tanzfestivals kann man in München eigentlich nicht beklagen. Es gibt zum Beispiel Spielart und Dance, Münchener Biennale und Tanzwerkstatt Europa. Und doch klafft dazwischen eine Lücke: Die Münchner freie Szene hat keine eigene Plattform.

Nicht mehr, muss man sagen, aber demnächst wieder: In diesem Jahr wird das Performance-Festival "Starke Stücke" wiederbelebt, das nach seiner Gründung 1990 selig entschlummert war.

"Die Gelder wurden damals zurückgefahren", erklärt Gert Neuner, Mitbegründer und Vorsitzender des Trägervereins Stadt und Kunst. Inzwischen aber herrsche im Kulturreferat wieder ein anderer Geist, und so entstand Anfang dieses Jahres die Idee, Münchens Szene zweijährlich wieder nach ihren Stärken abzuklopfen.

Große Sprünge kann "Starke Stücke" ohne Fördermittel freilich noch nicht machen, aber immerhin unterstützen mehrere Bezirksausschüsse und die Stadt das Festival, indem sie etwa die Räumlichkeiten - von i-camp bis schwere reiter - zur Verfügung stellen.

Ohne Mühe brachten Neuner und sein Verein auf dieser Grundlage 15 Münchner Inszenierungen zusammen, und so sind noch bis 30. November neben acht Neuproduktionen auch sieben Wiederaufnahmen zu sehen. Letztere sind eine gute Möglichkeit für viele freie Künstler, die sich oft nur zwei bis drei Aufführungen ihrer Werke leisten können.

Voraussetzung war jeweils, dass es sich bei den spartenübergreifenden Stücken weder um Laientheater noch um klassisches Erzähltheater handelt. Abgelehnt wurden Performances aus anderen Städten und Ländern - zunächst aus finanziellen Gründen, denn ein inspirierendes Fensterchen wollen die Veranstalter sich künftig mit ein paar auswärtigen Produktionen gönnen.

Und was gibt es nun alles zu sehen? Neuner selbst zeigt mit "synchron und tot" ein Pärchen in einer geschlossenen Anstalt, dessen Kunstwerke plötzlich erfolgreich vermarktet werden. Einen guten Namen in der freien Szene hat sich in den letzten Jahren auch das Theater "Hunger & Seide" gemacht. Judith Al Bakri und Jochen Strodthoff beschäftigen sich in "Taxi" mit generationenübergreifenden Traumata. Und "betweEn" von Stefan Maria Marb und Tanja Zgonc, eine Suche nach der Leere in Zeit und Raum, ist nur eines von vielen spannenden Tanztheaterstücken. Christine Diller

Bis 30. November,

Telefon 0180/ 11 00 12 00, www.theaterfestival.net

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