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Kokettieren mit der Kamera: Jessica Schwarz spielt die Titelrolle in Torsten C. Fischers Filmbiografie „Romy“, die das Erste im November zeigt.

Jessica Schwarz als Romy Schneider: Ein Leben im Blitzlichtgewitter

München - Mit Jessica Schwarz in der Titelrolle verfilmte Torsten C. Fischer für die ARD die Biografie Romy Schneiders. Im November ist der Film in der ARD zu sehen.

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Ein kleines Mädchen pflückt Blumen, die bunte Wiese, über die es eilt, ist eingerahmt von hohen Bergen. Kein Vater, keine Mutter weit und breit. Bittersüß wirkt diese (Film-)Szene, denn sie zeigt ohne Worte ein Kind im unsichtbaren Kokon der Einsamkeit. Ein Kind, das darunter leidet, fern seiner Familie aufzuwachsen. Die Eltern der kleinen Rosemarie, Magda Schneider und Wolf Albach-Retty, sind gefragte Schauspieler, sie führen ein Leben in der Öffentlichkeit. Auch Romy Schneider (1938–1982) wird später eine berühmte Schauspielerin werden, sie wird die Kameras suchen und immer wieder auch verwünschen und mit nur 43 Jahren einen frühen Tod sterben.

Nun, 27 Jahre später, hat die ARD Schneiders Leben verfilmt, Jessica Schwarz spielt die erwachsene Romy, das Blumen pflückende Mädchen ist Stella Kunkat, die 14-jährige Rosemarie wird von der jungen Münchnerin Alicia von Rittberg verkörpert. Benedikt Röskau schrieb das Buch, Torsten C. Fischer führte Regie, Sendetermin im Ersten ist der 11. November um 20.15 Uhr. Gestern zeigte der Senderverbund das Werk, das um die Doku „Romy Schneider – Eine Nahaufnahme“ ergänzt wird, vorab vor Journalisten im Münchner „City“-Kino.

Credo: „Nichts nachspielen“

Fischer und seine Hauptdarstellerin seien sich einig gewesen, nichts „nachspielen“ zu wollen, zitiert die ARD den Filmemacher: „Mich selber langweilen rein äußerliche Verwandlungsversuche nicht nur, sie stören mich persönlich auch, wenn ein Mensch wie Romy Schneider doch physiognomisch so präsent ist durch all die Veröffentlichungen“. Deswegen wird der Zuschauer Jessica Schwarz in „Romy“ auch nicht als „Sissi“ zu sehen bekommen, jener Rolle, die sie Mitte der Fünfzigerjahre zum Publikumsliebling machte, die ihr aber zum Korsett zu werden drohte, das die Schauspielerin durch ihre „Flucht“ nach Frankreich sprengte.

Der Film erzählt die Liebe zu Alain Delon (Guillaume Delorme), mit dem sie erstmals in „Christine“ (1958) vor der Kamera stand, ihre Ehe mit dem deutschen Schauspieler und Regisseur Harry Meyen (Thomas Kretschmann), für den sie für einige Jahre ihre Karriere ruhen ließ, ihre Erfolge im Frankreich der Siebzigerjahre und ihre – erfolglosen – Versuche, in Deutschland die attraktiven Rollen zu bekommen, die ihr im Nachbarland zuflogen.

Fischers Werk zeigt aber auch die Pein eines Lebens im Blitzlichtgewitter, er findet Bilder skrupelloser Fotografen, die die Beerdigungen des abgöttisch geliebten Vaters und des mit 14 Jahren tödlich verunglückten Sohnes David regelrecht stürmen. Sein Tod beschleunigte die Tragödie eines Stars, den Jessica Schwarz grandios zwischen Lebenslust und Depression interpretiert. Ihre Romy wird bis zum Ende den unsichtbaren Kokon der Einsamkeit nicht durchbrochen haben.

Rudolf Ogiermann

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