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Thomas Gottschalk und die ARD

Wegen Jörg Pilawa?

ARD legt Gottschalk-Pläne auf Eis

Berlin - Nach seiner gescheiterten Vorabendshow sollte Thomas Gottschalk für die ARD zur Primetime auflaufen. Doch daraus wird offenbar vorerst nichts. Ist Jörg Pilawa der Grund?

Waren das Zeiten: Als Thomas Gottschalk am 3. Dezember 2011 seine letzte „Wetten, dass..?“-Ausgabe im ZDF präsentierte, schauten rund 14 Millionen Fernsehzuschauer zu. Der Abschied war hollywoodreif, seine Worte emotional, die Scheinwerfer nur auf ihn ausgerichtet, seine Augen schimmerten leicht. Heute, knapp anderthalb Jahre später, sieht es so aus, dass der populäre Entertainer nicht mehr die große Showbühne betritt, die Verhandlungen vor allem mit der ARD sind ins Stocken geraten. Die Gründe sind unterschiedlich.

Was ist passiert? Am 1. März verkündete die ARD überraschend: Jörg Pilawa kehrt nach seinem Abstecher zum ZDF ins „Erste“ zurück. Programmdirektor Volker Herres sprach davon, dass die Unterhaltungsangebote „strategisch neu ausgerichtet“ würden und von einem „Glücksfall, dass „wir mit Jörg Pilawa und Kai Pflaume künftig gleich zwei der beliebtesten, erfolgreichsten und kompetentesten Moderatoren im Ersten haben werden.“ Kein Wort mehr von Gottschalk, der zunächst für eine Musikshow vorgesehen war und ein vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) entwickeltes neues Format moderieren sollte.

Die Illustrierte „Bunte“ zitiert in ihrer neuesten Ausgabe einen „ARD-Boss“, der von Gottschalks Verärgerung über die Pilawa-Verpflichtung zu berichten wusste. „Tatsächlich reagierte Gottschalk sauer, als wir Pilawa verpflichteten. Andererseits hat er uns immer wieder versichert, keine normale Samstagabendshow bei uns zu machen, weil er dann immer an den Superquoten von "Wetten, dass..?" gemessen würde.“ Zu erkennen gab sich der „Boss“ nicht - es gilt auch nicht als die Art von Programmdirektor Herres, sich öffentlich so zu äußern.

Von einem angeblichen Zusammenhang Gottschalk/Pilawa höre ich zum ersten Mal“, teilte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber der Nachrichtenagentur dpa mit. Schreiber stellte aber auch klar: „Im Ersten gibt es derzeit keine Planung für eine Sendung mit Thomas Gottschalk.“ Der Bayerische Rundfunk hatte eine Musikshow (Arbeitstitel: „Good Vibations“) für Gottschalk in petto. Auch die seit Herbst anhaltenden Planungen des WDR sind im Sande verlaufen: „Mit dem WDR gibt es keine Verständigung über ein konkretes Format“, teilte Fernsehdirektorin Verena Kulenkampff der dpa mit.

Widrige Umstände torpedierten die Zusammenarbeit: Zunächst gab WDR-Intendantin Monika Piel, eine der Befürworter Gottschalks innerhalb des komplexen ARD-Systems, unvermittelt ihren Rücktritt bekannt. Auch - so ist aus ARD-Kreisen zu hören - seien die in Zusammenhang mit „Wetten, dass..?“ erhobenen Schleichwerbevorwürfe gegen die von Gottschalks Bruder Christoph betriebene Firma dolce media zuletzt Gift für die Gespräche gewesen. ARD-Gremien hätten angesichts der öffentlichen Kritik am ZDF kontrovers über eine Verpflichtung des Publikumslieblings von einst diskutiert.

Nicht zuletzt ist es der Zampano selbst, der wohl nicht so recht an die Rückkehr ins große Rampenlicht glaubt. „Ich sitze in Malibu in der Frühlingssonne und plane ohne Hast und Not“, sagte Gottschalk der „Bunten“. Der „ARD-Boss“ wurde mit den Worten zitiert: „Wenn wir was haben, will er nicht. Und was er will, haben wir auch nicht hingekriegt.“ Aus Gottschalks Büro hieß es, der Entertainer werde sich dazu nicht äußern. Und ein gemeinsames TV-Format mit seinem alten Kumpel Günther Jauch bei RTL bezeichnet Gottschalk, der nach dem Scheitern seiner ARD-Vorabendshow sich auch beim RTL-„Supertalent“ nicht mit Ruhm bekleckerte, als „Nebelkerze“.

Vor weiteren Blamagen schreckt der Blondschopf zurück. Jeder, so schrieb Gottschalk am Sonntag in der „FAS“, kämpfe für sich. „Seit an Seit in den Kampf zu ziehen ist zwar grundsätzlich eine schöne Idee, die aber gut überlegt sein will. Ein Heldentod im Doppelpack muss auch nicht sein.“

dpa

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