Um den Leib herum geschrieben

- Ein Baby liegt in einem Karton am Ufer der Schlei in Schleswig. Das Kind ist tot. Kommissarin Jana Winter (Natalia Wörner) und ihr Team haben vier Tage lang nach Felix gesucht. Als sie den Kleinen leblos findet, bricht Jana zusammen. Die sonst so resolute Ermittlerin scheint dem Fall nicht gewachsen, wohl auch, weil sie selbst ein Kind erwartet. Das ZDF verknüpft in "Unter anderen Umständen" das Thema Kindstötung mit der besonderen Situation einer Ermittlerin.

"Das Drehbuch wurde mir um den Leib herum geschrieben", sagt Hauptdarstellerin Wörner, die zur Drehzeit selbst schwanger war. Ihr Sohn Jacob-Lee kam im April zur Welt. Die Idee zum Film sei das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Produzentin Jutta Lieck-Klenke und ihr gewesen. Autor Peter Obrist erinnert sich: "Wir haben gleich an einen Krimi gedacht. So fiel rasch die Entscheidung für die schwangere Kommissarin als Hauptfigur und die Mutter, die ihr Kind verliert, als ihre Gegenspielerin." Da bis zur Geburt von Jacob-Lee nur wenig Zeit blieb, sei das Buch in Rekordzeit entstanden.

"Der sechste und siebte Monat gelten als die stabilsten in einer Schwangerschaft", erklärt Wörner. Deshalb musste zügig gedreht werden. "Ich habe das genossen, in einem solchen Zustand zu arbeiten", sagt die 39-Jährige. Außerdem habe sie das Thema gereizt: "Die Ermittlerin begibt sich auf eine Reise, die sie sowohl in ihrem Beruf als auch als künftige Mutter gleichermaßen herausfordert." So wie Wörner hätte eigentlich auch die Kommissarin im Film schon längst Innendienst schieben müssen. Doch Jana hasst Büroarbeit.

Als Felix spurlos verschwindet, schaltet sich die energische Ermittlerin ein. Sie gewinnt das Vertrauen von Felix’ Mutter (Stefanie Stappenbeck) und sucht nach dem Entführer. Natalia Wörner hat die Arbeit am Set unbeschadet überstanden: "Nur einmal, als sich die verzweifelte Mutter an meinem Bauch ausheulte, war es emotional fast zu viel für mich." Da alle Beteiligten von der Geschichte begeistert waren, soll die Figur der Jana Winter nicht nach einem Film "sterben". Ein zweiter Fall wird derzeit gedreht - mit der Kommissarin als Mutter. Und wie sollte es anders sein: "Mein Sohn spielt meinen Sohn."

ZDF, heute, um 20.15 Uhr.

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