Liebe in Zeiten der Mobilität

München - Maria schnippelt ein paar gelbe Rüben in den Kochtopf, es zischt, die Knödel dampfen. Der einzige Gast im Dorfkrug einer thüringischen Kleinstadt ist hingerissen von den Köstlichkeiten, die die junge Köchin serviert. Doch das tut sie an diesem Tag zum letzten Mal, denn die Kneipe macht zu.

Maria (Christiane Paul) muss jetzt auch vom Gehalt ihres Mannes Jan (Devid Striesow) leben, der als Automechaniker sein Geld verdient. Doch dann flattert "Ein verlockendes Angebot" ins Haus. Der letzte Gast im Dorfkrug, Georg Stolzenberg (Richy Müller), Hotelerbe aus Berlin, braucht eine neue Restaurantchefin - und hat da an sie gedacht. Maria und Jan, Eltern einer fünfjährigen Tochter, beschließen, künftig eine Wochenendbeziehung zu führen.

Was dann passiert, erzählt Tim Trageser in seinem Film, der trotz aller Komplikationen eine gewisse Leichtigkeit nicht verliert. Und die Krise lässt nicht lange auf sich warten. Maria beginnt in der Metropole eine Affäre mit ihrem charmanten Chef, und um Jan, dem zuhause nun auch die Erziehung der Tochter obliegt, kümmert sich eifrig die fesche Blondine Esther (Stephanie Schönfeld). Hält die Ehe das aus?

"Liebe in Zeiten der Mobilität" lautete das Motto, das das ZDF für den Film ausgeben hatte. "Wir kannten das Thema aus eigenem Erleben", sagt Laila Stieler, die zusammen mit Güzin Kar das Drehbuch schrieb: "Dieser Wechsel von Liebe und Fremdheit, Streit und Versöhnung und das alles im minimalen Zeittakt eines Wochenendes - das erschien uns erzählenswert." Gerade im Filmgeschäft sei die Wochenendbeziehung die Regel, weiß auch Regisseur Trageser: "Das war für mich auch das Prinzip für Maria und Jan. Niemand will dort sein, wo er gerade ist. So versucht jede Figur auszubrechen, indem sie ihr Problem umgeht, statt es anzugehen. Bis sich beide so weit auseinandergelebt haben, dass ihre Flucht in die Affäre zum Ziel wird. Aber am Ziel angekommen, wollen sie zurück."

Für die Berlinerin Christiane Paul (33) ist die Lage von Jan und Maria ein Stück Realität. "Ich denke, dass die Ehe von Jan und Maria weder eine klassische Bilderbuchehe noch ein Klischee vom Leben auf dem Land ist", sagt die zweifache Mutter. "Viel eher spiegelt sie die derzeitige soziale Situation in weiten Teilen Deutschlands wider und zeigt, wie schwer es ist, vor allem in ländlichen Gegenden Arbeit zu bekommen und zu behalten." Andererseits bedeute Reisen immer auch, von der Familie getrennt zu sein. "Und das fällt mir gerade, wenn ich ausschließlich außerhalb Berlins drehe, oft nicht leicht."

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