"Lindenstrasse": Waschechte Münchner

München - Gestern stellten sich die neuen Nachbarn vor: Im September zieht Familie Stadler in Deutschlands berühmteste Fernsehstraße. Und zwar gleich mit drei Generationen: Mutter, Vater, zwei Töchter und der agile Opa mischen künftig die Hausgemeinschaft in der ARD-"Lindenstraße" auf.

1990 kamen die Zenkers mit insgesamt fünf Familienmitgliedern, 1992 folgten, immerhin vierköpfig, die Sperlings. Und nun, 16 Jahre später, zieht endlich erneut eine komplette Familie in das Haus mit der Nummer Drei der Kulissenstraße ein. Das Besondere an den Stadlers ist: Sie sind waschechte Münchner. Und: "Sie benehmen sich auch dementsprechend", sagt, was auch immer das genau bedeuten mag, der geistige Vater, Produzent und Chefautor der ARD-Dauerserie, Hans W. Geißendörfer.

Der machte inzwischen ein Defizit in der in München spielenden WDR-Produktion aus: Seit dem Serientod der ewig grantelnden Else Kling im Mai 2006, dem der richtige Tod ihrer Schauspielerin Annemarie Wendl einige Monate später folgte, habe der "Lindenstraße", trotz Elses Sohn Olaf, ein wenig das Münchnerische gefehlt.

Und diesem Missstand sollen nun Papa Jimi (Christian Rudolf), Mama Maria (Tanja Frehse), die 17-jährige Tochter Josefine (Clara Dolny), ihre 13-jährige Schwester Caroline (Cynthia Cosima) und schließlich Opa Adolf (Philipp Sonntag) abhelfen. "Ich hoffe sehr, dass sie unseren Zuschauern schnell ans Herz wachsen. Wir Autoren lieben die Stadlers schon heute", begeistert sich Geißendörfer.

Am 7. September in Folge 1188 wird es denn auch soweit sein: Die Stadlers packen ihre Kisten aus und nehmen erste Witterung auf von den "Lindenstraßen"-Platzhirschen wie den Beimers, Zenkers und Klings.

Für Geißendörfer hat die die Struktur der Familie zunächst einmal dramaturgisch einen Sinn: "Drei Generationen einer Familie miteinander in einer Wohnung leben zu lassen, verspricht zeitnahe Konflikte, Freuden und Dramen. Und denkt man an die Nachbarn, die mit den Neuen eine Hausgemeinschaft bilden müssen, ahnt man die Geschichten, die hier entstehen und erzählbar werden.

Die Stadlers müssen sich mit all den heutigen Problemen eines modernen Lebens, was auch bedeutet, Traditionen und Vergangenes mit der Zukunft zu verbinden, auseinandersetzen." Und Gebhard Henke, der Leiter des Bereichs Film, Unterhaltung und Familie beim WDR, ergänzt: " Komplett ist diese Familie gleich im mehrfachen Sinne, gehören ihr doch drei Generationen an, womit sie ja die beiden letzten ,public value-Themen der ARD zusammenbringt: ,Kinder sind Zukunft und den demografischen Wandel. Doch natürlich wollen und sollen die Stadlers nicht nur Vorzeigefamilie sein. Nein, auch hier wird es die ,Lindenstraßen-typischen Verknüpfungen und gesellschaftlichen Konfliktthemen geben."

Zum Beispiel mit Philipp Sonntags Opa Adi, dem Alt-68er und Weltverbesserer, der durch Sarkasmus glänzt, sich trotz Diabetes topfit fühlt, dem anderen Geschlecht nachstellt und seinen Sohn im Übrigen für einen Spießer hält. Der wiederum hat seinen eher unbayerischen Namen dem Umstand zu verdanken, dass sein Vater glühender Verehrer von Jimi Hendrix war.

Im Gegensatz zu diesem ist er Installateur und empfindet seine bayerische Familie eindeutig als seinen Lebensmittelpunkt. Seine Frau Maria findet allerdings nicht nur er attraktiv, für die resolute Politesse ist es aber kein Problem, ihre männlichen Hausmitbewohner in die Schranken zu weisen.

Mehr Mühe machen ihr die pubertierenden Töchter: Josi protestiert notorisch gegen die Taschengeldbemessung, die ihrem Faible für Klamotten und Topmodels nicht gerade entgegenkommt. Leicht gerät sie sich daher mit der kleinen Schwester Caro in die Haare, denn die glänzt durch gute Noten, interessiert sich für Wissenschaft und Literatur und kann mit gleichaltrigen Jungs noch gar nichts anfangen. Nicht nur das soll der Einzug in Hausnummer Drei der Lindenstraße ändern.

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