L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt ist gestorben

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21 Menschen starben bei der Katastrophe 2010

Loveparade: Drama kommt ins Fernsehen

Mainz - Wie es zur Loveparade-Katastrophe kommen konnte, zeigt das ZDF kurz vor dem ersten Jahrestag: Die Mainzer haben eine Doku-Fiction gedreht, also eine Mischung aus Dokumentation und fiktionalen Szenen.

Bei der Loveparade 2010 starben 21 Menschen, 500 wurden verletzt. Wie es dazu kommen konnte, zeigt das ZDF kurz vor dem ersten Jahrestag: Die Mainzer drehten eine Doku-Fiction, also eine Mischung aus Dokumentation und fiktionalen Szenen.

Wer im „Stapel“ landete, wird die Erinnerung nicht mehr los. „Stapel“, den Namen prägten Rettungskräfte, die unmittelbar nach der Katastrophe die vielen Menschen verkeilt ineinander gefunden haben. Wie viele Techno-Fans sich auf dem Gelände aufhielten, ist unklar. Es kursieren Zahlen zwischen über einer Million und mehreren Hunderttausend. Klar ist nur: Es sind viel zu viele.

Emotionale Momente des Jahres 2010

Emotionale Momente des Jahres 2010

Die Gäste drängten und quetschten sich auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs, die Mengen verstopften die Tunnel. Menschen fielen zu Boden, und die Masse schob sich über sie. Ähnliche Bilder erwarten die Zuschauer am Dienstag im ZDF: Das Filmteam drehte am Originalgelände mit Schauspielern und Statisten. Dazu kommen die Erinnerungen von Augenzeugen und Angehörigen der Opfer. „Für den Film habe ich mit vielen Besuchern der Loveparade gesprochen, die stark traumatisiert sind und deren Leben völlig aus den Fugen geraten ist“, sagt Autorin Ute Waffenschmidt. „Junge Menschen haben ihre Ausbildungen abgebrochen und sind mit 18 Jahren, wenn andere ins eigenständige Leben starten, wie Kleinkinder auf ihre Eltern angewiesen.“ Schlaflos und perspektivlos stünden sie ihrem Leben entgegen. „Manche sind daran zerbrochen.“ Manche haben den Glauben an den Rechtsstaat verloren – zu lange ringen der Veranstalter Lopavent, die Stadt Duisburg sowie die Polizei um die Frage, wer Schuld an der Katastrophe hat. Nach einem Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft Duisburg, der der Rheinischen Post vorliegt, steht mittlerweile fest, dass die Loveparade aus Sicherheitsgründen niemals in dieser Form hätte stattfinden dürfen (siehe auch Artikel rechts). Eine Linie, die auch das ZDF vertritt. In der Doku-Fiction tritt laut Autorin Waffenschmidt ganz klar zutage, dass diese nicht genehmigungsfähig war: „Umso empörender ist es für die Opfer und Hinterbliebenen, dass niemand dazu stehen will.“

EH

„An einem Tag in Duisburg“, Dienstag, 20.15 Uhr, ZDF

OB entschuldigt sich

Nach knapp einem Jahr hat sich Duisburgs umstrittener Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) für das Loveparade-Drama entschuldigt. „Als Oberbürgermeister dieser Stadt trage ich moralische Verantwortung für dieses Ereignis“, sagte er gestern zu Beginn einer Ratssitzung. „Es ist mir ein persönliches Bedürfnis, mich an dieser Stelle bei allen Hinterbliebenen und Geschädigten zu entschuldigen.“ Doch die Schuldfrage ist immer noch nicht geklärt. Ein 400 Seiten starkes Geheimdokument der Staatsanwaltschaft Duisburg bestätigt: Die Erteilung der Genehmigung der Loveparade „erfolgte rechtswidrig“. Die Stadt habe das Sicherheitskonzept des Veranstalters unkritisch übernommen, „obschon es unter nicht unerheblichen Mängeln litt“. Die Staatsanwaltschaft wirft den Mitarbeitern zudem vor, die Verantwortung von sich geschoben zu haben. Der Vorwurf lautet auf fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung. Als Beschuldigte gelten derzeit 16 Menschen, davon sind elf städtische Mitarbeiter.

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

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