Lustiges Purzeln mit Loipen-Kauz Berti

- Ruhpolding - ­ Es handellt sich offenbar um ein urmenschliches Bedürfnis, andere stolpern, straucheln, plumpsen zu sehen. Schon in der Stummfilmzeit entsprang dieser Humorvariante der so genannte Slapstick ­ eine körperbetonte Kunstform, in der es vor allem darauf ankommt, effektvoll auf Bananenschalen auszurutschen.

So gesehen pflegt die ARD mit ihrem Starbiathlon ­ zu bester Sendezeit ­ bewährten Klamauktraditionen. Es gilt auf glattem Terrain eine möglichst unglückliche Figur zu machen. Der Real-Slapstick ist mit Schießeinlagen gewürzt, die unfreiwillige Blamage möglichst unsportlicher Promis erwünscht. Buchstäblich Knall auf Fall geht das. Und viele finden es zum Lachen.

Im Ruhpoldinger Stadion hatten sich 13000 hochgestimmte Zuschauer auf der Tribüne zur Kunstschneegaudi versammelt, Deutschland-Fahnen wehten zuhauf, und der Star-Moderator Jörg Pilawa jauchzte ins Mikro: "Ihr seid das geilste Publikum!" Das ging gut los, und die allererste Panne leistete sich Pilawa selbst. Er vergaß den Werbeblock, die bereits gestarteten Starbiathletinnen wie die Köchin Sarah Wiener und die Schauspielerin Andrea Sawatzki mussten gestoppt werden. Das war dann vielleicht gar nicht einmal so besonders lustig. Und als dann mitten in die Moderation des unüberhörbar oberbayerischen Reporters Sigi Heinrich (Eurosport, normalerweise) zwei weiter Werbespot-Serien eingeblendet wurden, setzte es im Stadion gar Piffe.

Schon besser zur allgemeinen Erwartungshaltung passte da die Viva-Moderatorin Collien Fernandes, die sich bestenfalls wackligen Fußes fortbewegte und schließlich vom konditionsstarken Barden Joey Kelly ins Ziel gezogen werden musste. Und wem das noch nicht reichte, für dessen Belustigung gab es ja noch den leibhaftigen Berti Vogts. Der einstige Terrier der Nation und spätere Bundesberti offenbarte ja schon immer einen Hang zu leicht skurriler Selbstdarstellung. Aber sein wichtelmännischer Auftritt als bemützter Loipen-Kauz zählte sicher zu den Glanzrollen in seiner langen Karriere als Spaßmacher wider Willen. Halb watschelnd, halb staksend mühte er sich durch die aufgeweichte Matiere. "Das sieht nach großem, großem Sport aus", raunte Reporter Heinrich. Und bei der Abfahrt landete der sichtlich überforderte Berti, nicht ganz überraschend, spektakulär auf dem Allerwertesten.

Die letzten Zweifel am Unterhaltungswert solcher Purzeleien zerstreuten die Einschaltquoten: Den Männersprint am Nachmittag hatten 3,75 Millionen Zuschauer gesehen, der Starbiathlon brachte es als klarer Sieger auf 4,43 Millionen. Großer, großer Sport also.

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