Ein Bär macht Furore

- Der Dialekt der Gegend östlich von Ulm war das Schwerste für Heike Makatsch. "Mir als Düsseldorferin fiel das zunächst nicht so leicht", erinnert sich die 34-jährige Schauspielerin. "Später dann, im Verein mit den historischen Kostümen, dem Rollstuhl, der schwäbischen Landschaft, in der wir drehten, machte es den Zugang zur Rolle einfacher."

Die Rolle war die der Margarete Steiff (1847-1909). Der Frau aus dem kleinen Städtchen Giengen an der Brenz (Baden-Württemberg) gelang um die Jahrhundertwende eine bahnbrechende Spielzeugerfindung, ein Stoffbär mit beweglichen Armen und Beinen. Vor allem machte der Bär in Amerika Furore, wo er nach dem Präsidenten Theodore Roosevelt (1858-1919) bald schon "Teddy" genannt wurde. Für seine Erfinderin war es der krönende Höhepunkt eines Lebens, das ihr bis dahin wenig erspart hatte.

Nach dem Kulturkanal Arte zeigt nun auch die ARD den Fernsehfilm "Margarete Steiff" mit Makatsch in der Titelrolle. Margarete Steiff war armer Leute Kind, früh an Kinderlähmung erkrankt, auf den Rollstuhl angewiesen, ein "Krüppel" und "unnützer Esser", wie man damals gerne sagte. Aber eisern, mit höchster Energie und größtem Ehrgeiz setzte sie sich durch.

"Wie sie hier die eigene Beschränkung überwindet und mit ihr so umgeht, dass diese Beschränkung fast wieder natürlich ist, hat mich an dieser Gestalt beeindruckt, und das will ich zeigen", sagt Makatsch. Xaver Schwarzenberger setzte den Film nach einem Drehbuch von Susanne Beck und Thomas Eifler als Regisseur und gleichzeitig als Kameramann in Szene.

"Steiffs Teddys sind echte deutsche Wertarbeit, die man kaum kaputt kriegen kann", sagt ARD-Programmdirektor Günter Struve. "Der Film über Margarete Steiff ist kein kuscheliger Heimatfilm, aber Wertarbeit mit einem hinreißenden Stoff." Ein bisschen kuschelig darf er dennoch sein. Jedenfalls hatte sich Regisseur Schwarzenberger den Sendetermin in einer Zeit gewünscht, "in der man für anrührende, zu Herzen gehende Stoffe offener ist".

Wie immer hat er dabei durchweg prominent besetzt. Suzanne von Borsody und Herbert Knaup spielen die Eltern, die sich nur zögernd damit abfinden, ein behindertes Kind zu haben. Harald Krassnitzer ist der Arzt in Wien, der Margarete nur bedingt helfen, sie nicht operieren kann, ihr aber immerhin zu einem Rollstuhl verhilft. Felix Eitner spielt den Bruder, der sich aufopfernd ums arme Schwesterchen kümmert.

Eitner selbst hatte in seiner Kindheit Schwierigkeiten mit Steiff-Tieren: "Der Knopf hat mich gestört, den habe ich herausgeschnitten. Und dann habe ich mir erst sagen lassen müssen, das sei doch gerade das Besondere daran."

ARD, heute, um 20.15 Uhr.

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