Gürtel-Attacke gegen Kippa-Träger: Täter schuldig gesprochen

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Heike Makatsch ist "Dr. Hope".

Makatsch spielt eine rebellische Ärztin

Hamburg - Heike Makatsch mag historische Rollen, in denen sie Frauen mit Verstand, mit Macht und Charisma spielt. Eine solche Frau ist auch "Dr. Hope". Makatsch ist in dem ZDF-Zweiteiler zu sehen.

Für starke Frauenrollen wird Heike Makatsch von der Filmbranche gesucht und gebucht: Die heute 38- jährige Düsseldorferin, die beim Musiksender Viva ihre Karriere startete, war bereits Margarete Steiff, die die Stofftiere entwarf, sie war die Künstlerin Hildegard Knef, und jetzt ist sie die aus England stammende Ärztin Hope Bridges Adams Lehmann (1855-1916). Die ist zwar nicht berühmt, aber außergewöhnlich: Hope studierte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegen große Widerstände in Deutschland Medizin und schloss sich der Frauenbewegung an. Lange wurde ihr die Approbation verweigert. Hope war zweimal verheiratet und hatte zwei Kinder.

Das ZDF hat einen Zweiteiler (“Dr. Hope - Eine Frau gibt nicht auf“) aus dem Stoff gemacht und wird ihn am am 22. und 24. März ausstrahlen. Arte zeigt ihn vorab an diesem Freitag (20.15 Uhr) in einem Stück. Nicht nur die Hauptfigur des Films ist außergewöhnlich, auch seine Entstehungsgeschichte ist inzwischen mit vielen Ecken und Kanten verbunden: Ursprünglich hatte das ZDF als Termine den 15. und 17. März ins Auge gefasst, dann die Ausstrahlung jedoch um eine Woche verschoben, um nicht mit dem Sat.1-Drama “Die Grenze“ am 15. und 16. März ins Gehege zu kommen.

Herausragende TV-Ereignisse

Nach Aussage des ZDF handelt es bei beiden Werken um herausragende TV-Ereignisse, die sich nicht hätten gegenseitig Schaden zufügen dürfen. Schwierigkeiten gab es auch bei der Finanzierung des Fünf- Millionen-Euro-Projekts. Die Filmförderung Baden-Württemberg habe ihre Zusage zwei Wochen vor dem Start der Dreharbeiten ohne Angabe von Gründen zurückgezogen, hieß es vom Sender. Danach wurden alle in dem Bundesland geplanten Drehs abgesagt und nach Bayern verlegt. Die Finanzierungslücke sei dadurch geschlossen worden, dass der Sender ein bisschen mehr draufgelegt und der Produzent, die Firma Hofmann & Voges Entertainment, auf einen Teil seiner Bezüge verzichtet habe, erläutert die zuständige ZDF-Redakteurin Caroline von Senden.

Plagiatsvorwürfe führen zum Streit

Nach Fertigstellung von “Dr. Hope“ mussten sich das ZDF und die Autoren Plagiatsvorwürfen stellen. Die Historikerin Marita Krauss warf den Drehbuchschreibern Torsten Dewi und Katrin Tempel Ideen- Diebstahl vor. Sie beschuldigte die beiden, bei ihr abgeschrieben zu haben. “Die Autoren haben völlig ungeprüft zahlreiche Passagen übernommen“, sagte Krauss, die an der Universität Augsburg lehrt, Mitte Februar. Sie hatte die Lebensgeschichte der für ihre Zeit sehr modernen Frau über Jahre recherchiert und wieder ans Tageslicht gebracht. Sie forderte eine Abfindung. “Die ganze Geschichte ist völlig absurd“, sagte Dewi. “Historische Fakten in Sachbüchern sind nicht schützbar.“ Während Dewi argumentiert, eine historische Person und die Fakten um ihr Leben könnten urheberrechtlich nicht geschützt werden und seien für fiktive Geschichten frei, sieht Krauss das anders:

Die Aufgabe von Historikern sei es, Biografien bestmöglich zusammenzusetzen. Dabei müsse zwangsläufig auch interpretiert und kommentiert werden. Und genau diese Schlussfolgerungen von ihr habe das Autoren-Duo übernommen. Das ZDF erklärte, bei der Erstellung des Drehbuchs für den Film seien keine Rechte verletzt worden. Hauptdarstellerin Makatsch hatte während der Produktion andere Probleme zu bewältigen: Für ihre Rolle musste sie in 90 verschiedene Kleider schlüpfen - meist mit Korsett. “Das war gar nicht so schlimm“, sagt sie. “Ich war bei den Dreharbeiten ohnehin sehr dünn, so dass ich gar nicht eingezwängt werden musste.“ Sie habe es auf einen Taillenumfang von 54 Zentimetern gebracht. Mit Scarlett O'Hara und ihrer 43-Zentimeter-Taille habe sie aber nicht konkurrieren können.

dpa

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