Markus Lanz als Moderator von Wetten, dass..?
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Markus Lanz als Moderator von Wetten, dass..?

Moderatoren-Porträt

Markus Lanz: Karriere, Privatleben und wichtigste Sendungen im TV

Markus Lanz stammt aus einfachen Bergbau-Verhältnissen. Später bekam er seine eigene Talkshow und übernahm die Moderation von "Wetten dass".

  • Markus Lanz wurde am 16. März 1969 in Geiselsberg, Italien, geboren.
  • Seine Karriere als Fernsehmoderator begann im Jahr 1995 bei RTL Nord.
  • Seine bekanntesten Shows sind "Markus Lanz", "Lanz kocht" und "Wetten dass".

Hamburg - Geboren wurde Markus Lanz in Italien, genauer gesagt in Geiselsberg in Südtirol. Der Deutsch-Italiener zog nach Deutschland und verfolgte früh eine Karriere als Radio- und Fernsehmoderator. Nach seinen Anfängen beim Radio schaffte er schließlich 1998 seinen Durchbruch, als er vom September bis zum März 1999 die Moderatorin Barbara Eligmann in ihrer Babypause vertrat und die RTL-Sendung "Explosiv – Das Magazin"moderierte. Gut ein Jahrzehnt war er Moderator von verschiedenen RTL-Sendungen, bis er 2008 zum ZDF wechselte. 

Die nach ihm benannte Talkshow "Markus Lanz" sowie "Lanz kocht!" wurden große Erfolge. Schließlich übernahm er die Moderation von "Wetten dass" bis zur letzten Folge des berühmten Fernsehformats. Seine eigene Talkshow und die Sendung "Menschen" laufen im Jahr 2020 weiterhin beim ZDF.

Kindheit und Jugend in Südtirol

Markus Lanz wurde am 16. März 1969 in der italienischen Stadt Geiselsberg in Südtirol geboren. Er wuchs in den bescheidenen Verhältnissen einer Bergbauarbeiterfamilie auf. Teile seiner Kindheit verbrachte er dank eines Stipendiums im Schülerheim des Klosters Neustift. Er besuchte das klassische Gymnasium am Vizentinum in Brixen im Südtiroler Eisacktal. 

Aus dieser Zeit bewahrte sich Markus seine bis heute andauernde Liebe zur Natur. Gleichzeitig unternahm er seine ersten Gehversuche in der Unterhaltung: Mit seinem Bruder Gotthard gründete er die Band "W5", bei der er Keyboard und Klavier spielte. Im Jahr 1988 erlangte der Deutsch-Italiener seine Matura in Bruneck. Markus Lanz ging anschließend zum italienischen Heer und wurde zum Funker ausgebildet. Bis zum Jahr 1989 diente er bei den Alpini, den italienischen Gebirgsjägern. Währenddessen sammelte erste Erfahrungen als Moderator beim Radiosender "Radio Holiday", bei dem er bis 1991 arbeitete.

Erste Jahre in Deutschland

Aus beruflichen Gründen zog es Markus Lanz anschließend nach Deutschland. Es folgte die Ausbildung zum Kommunikationswirt (BAW) im Jahre 1991/1992 an der bayerischen Akademie für Werbung und Marketing München

Nach dem Abschluss zog er in den Norden Deutschlands nach Hamburg. Von 1992 bis 1994 absolvierte der spätere Moderator ein Volontariat bei Radio Hamburg. Im Jahr 1995 folgte sein Rauswurf aus der Sendeanstalt. Der Grund: Er hatte zusammen mit den Musikkritikern Marzel Becker und Stephan Heller ohne Erlaubnis den Song "F…! Chirac" während der Morgensendung gespielt. Es handelt sich um ein Protestlied gegen gegen die Atombombentests des französischen Präsidenten Jacques Chirac. Markus Lanz komponierte die Musik, die beiden Kritiker schrieben den Text. Als Künstler gaben sie sich den Namen "Le camembert radioactif". Auf dem Cover der Platte, die bei dem Plattenlabel ZYX Music erschien, war die Faxnummer des Elysée-Palastes geschrieben. So rebellisch gab sich Markus Lanz nie mehr, auch wenn er immer wieder seine Shows musikalisch begleiten sollte.

Beginn der Karriere bei RTL

Im selben Jahr wechselte Markus Lanz zu RTL Nord, wo er die Rolle des Nachrichtenredakteurs und Moderators übernahm. Ab 1997 moderierte er die Sendung "Guten Abend RTL" für Schleswig-Holstein. Das war sein erster Fernsehauftritt. Der große Durchbruch gelang ihm allerdings im September 1998. Die Moderatorin der RTL-Sendung "Explosiv – Das Magazin", Barbara Eligmann, legte eine Babypause ein. Markus Lanz übernahm die Moderation abwechselnd mit Boris Henn, bis Barbara Eligmann die Sendung gänzlich verließ. Sie moderierte ihre letzte Sendung am 16. Dezember 2000. Markus Lanz übernahm die Rolle des Moderators bis zum Jahre 2008. Ab 2004 war er ebenfalls Redaktionsleiter der Sendung. Es folgten weitere Moderationen wie etwa "Der Hochzeitsplan" (2001) oder "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus – Spezial" (2004). Außerdem arbeitete er an einer Dokumentation "Expedition Grönland" im Jahre 2003.

Beziehungen und Kinder

Markus Lanz war von 1998 bis 2006 mit der Moderatorin Birgit Schrowange liiert. Markus Lanz ist elf Jahre jünger als sie. Sie beide haben einen Sohn, Laurin, der im Jahre 2000 geboren wurde. Nach 8 Jahren scheiterte ihre Beziehung. Zwei Jahre später ging der Moderator eine Beziehung mit der Deutsch-Japanerin Angela Gessmann ein. Drei Jahre später heirateten die beiden. Die 13 Jahre jüngere Angela Gessmann ist gelernte Betriebswirtin und arbeitete bei einer Medien-Vermarktungsfirma in Köln. Mit ihr hat Markus zwei Töchter. Die erste Tochter, Greta, wurde 2014 geboren, 2018 folgte dann ihre kleine Schwester. Zu seinem Sohn Laurin hat er weiterhin ein gutes Verhältnis. Der Deutsch-Italiener behält das Private lieber für sich, seine Kinder stehen nicht in der Öffentlichkeit.

Beginn der Arbeit beim ZDF

Im Jahre 2008 wechselte Markus Lanz schließlich zum ZDF. Seine Karriere beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen begann wieder mit einer Vertretung. Er übernahm die Rolle als Moderator während Johannes B. Kerners Sommerpause. Das war der Beginn seiner nach ihm benannten Talkshow "Markus Lanz"

Außerdem füllte er das Loch, das "Kerners Köche" im Sendeplan hinterließ, mit seiner Kochshow "Lanz kocht!". Das Format lief bis zum Dezember 2012, während die Talkshow bis heute dreimal in der Woche ausgestrahlt wird. Abgesehen davon moderierte er verschiedene andere Shows beim ZDF, wie "Das will ich wissen" (2008), "History – das Quiz" (2009 – 2010) oder die zweiteilige Dokumentation "Der Wettlauf zum Südpol: Deutschland gegen Österreich" (2011). Hier folgt er zusammen mit dem Musiker Joey Kelly den Spuren des Norwegers Roald Amundsen auf einer Reise zum Südpol. 

Darüber hinaus ist Markus Lanz auch als Autor tätig. Unter anderem schrieb er die Biografie des Fernsehkochs Horst Lichter.

Moderation von "Wetten, dass...?"

Die Moderation von "Wetten, dass...?" hätte der Höhepunkt von Markus Lanz' Laufbahn werden können. Er übernahm die Rolle als Moderator der berühmten Show. Ein Jahr lang hatten die Macher nach einem Nachfolger von Thomas Gottschalk gesucht. Sein erster Auftritt am 6. Oktober 2012 kam bei den Kritikern nicht gut an. Für viele war seine Moderation zu verkrampft und fantasielos. Andere Meinungen gingen dahin, dass lediglich die Sendung nicht mehr in die deutsche TV-Landschaft passte. Zwei Jahre lang lud Markus Lanz zu "Wetten, dass...?" ein. Im Dezember 2014 wurde die Sendung schließlich eingestellt. Wirklich zu Fall gebracht hat ihn der Misserfolg jedoch nicht. 

Fortwährender Erfolg

Für manche war Markus Lanz' Rolle als Moderator von "Wetten, dass...?" ein Debakel, man vermutete schon das Aus für seine Karriere. Doch der gebürtige Deutsch-Italiener konnte sich schnell von dem Misserfolg erholen. Er moderierte weiterhin seine beliebte Talkshow beim ZDF, die in Studios in Hamburg aufgezeichnet wird, neben anderen Sendungen. Dazu gehört die Dokumentation "Du sollst leben!" aus dem Jahre 2015, bei der er Überlebende des Holocaust interviewte. 

Dazu kamen Dokumentationen und Sendungen wie:

  • "Markus Lanz – Russland!"
  • "Markus Lanz – Deutschland!" 
  • "Weihnachten in Bethlehem" 
  • "Niemals geht man so ganz – eine Hommage an das Leben" 
  • "Mit Markus Lanz in der Ewigen Stadt".

Berühmt und berüchtigt bei den Politikern und Prominenten ist er für seinen Moderationsstil. Er kann sowohl den bösen als auch den guten Cop spielen und seine Gäste mit gewieften Fragen schnell in Bedrängnis bringen. Während andere Polit-Talkshows durchgetaktet scheinen, haben die Teilnehmer seiner Sendung viel mehr Zeit, sich zu erklären und mehr über sich selbst zu erzählen. Seine Talkshow erzielt hohe Einschaltquoten, trotz der späten Sendezeit. Markus Lanz lebt zusammen mit seiner Frau Angela und seinen beiden Töchtern in Hamburg.

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