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Markus Lanz im Interview mit Sahra Wagenknecht.

Mehr als 140.000 Unterschriften gegen Lanz

München - Mehr als 140.000 Unterschriften: Die Zahl der Gegner von Moderator Markus Lanz in einer Online-Petition wächst rasant.

Es war das Interview der Woche. Markus Lanz sprach in seiner ZDF-Talkshow am 16. Januar mit Sahra Wagenknecht, der Vize-Vorsitzende der Linken. Und seitdem sorgt eine Online-Petition gegen ihn (wir berichten) für Wirbel. Denn was Wagenknecht Lanz zu sagen hatte, interessierte ihn offenbar nur am Rande. Zu den mittlerweile über 100 000 virtuellen Unterschriften für seine Entlassung beim ZDF äußerte sich der Kritisierte nicht.

„Nochmal zurück, Frau Wagenknecht... Stop... Einmal stop... Sie haben doch gesagt, ...“ Ein Beispiel eines Lanz’schen Unterbrechungsversuchs aus dieser Sendung. Über 30 Minuten widmete sich der Moderator Wagenknecht, permanent fiel er ihr ins Wort, gab auf seine Fragen selbst die Antworten. Dabei lauerte er, immer in Angriffsposition, in seinem Stuhl. Ungewollt witzig wurde er, als ausgerechnet er mit Blick auf „Stern“-Redakteur Hans-Ulrich Jörges von ihr forderte: „Lassen Sie ihn doch mal ausreden!“ Später, als Lanz Wagenknecht acht Mal gefragt hatte, was für sie Glück sei, reagierte sie dann endlich: „Jetzt lassen Sie mich ausführen. Wenn Sie mich immer unterbrechen, kann ich Ihnen das doch nicht erklären.“

Sehen Sie hier einen Zusammenschnitt des Interviews

Die am Tag danach initiierte Petition „Raus mit Markus Lanz aus meiner Rundfunkgebühr!“ von Maren Müller, die bis vergangenes Jahr Mitglied der Linken war, hatte bis gestern, 18.20 Uhr, 140 884 Unterstützer – und minütlich werden es mehr. Darin erklärt die Leipzigerin, dass Lanz, „der große Probleme damit hat, dem politischen Spektrum links von der Mitte mit einem Mindestmaß an Höflichkeit zu begegnen“ nicht in ein öffentlich-rechtliches Format passe. Sie kritisiert auch seinen „miserablen Stil im Umgang mit Wagenknecht“. Am Ende fordert sie das ZDF auf, sich von ihm zu trennen.

Damit sprach sie wohl vielen aus der Seele. Doch ob sie wirklich die Talkshow-Zuschauer (insgesamt 2,11 Millionen) oder die „Wetten, dass...?“-Hasser angesprochen hat, lässt sich nicht nachvollziehen. Egal, denn die benötigten 100 000 Unterschriften hat sie längst. Gestern zeigte sich Müller auf Nachfrage „ein bisschen schockiert, denn ich weiß wie schwierig es ist, Unterschriften zu sammeln für eine wirklich wichtige und nützliche Sache, wie zum Beispiel Umweltschutz.“ Wann sie die Liste denn beenden werde, wisse sie noch nicht. „Wenn ich die Petition einstelle, schicke ich sie natürlich ans ZDF. Das ist eine Form des gebündelten Protests.“ Der Sender stellte sich derweil hinter seinen Moderator. „Das Echo hat uns überrascht“, so ein Sprecher. „Allerdings muss man diese Zahl auch in Relation zu den Millionen Zuschauern setzen, die sich nicht geäußert haben.“

Die nächste böse Überraschung könnte Lanz am Samstag bevorstehen: Dann muss er mit „Wetten, dass...?“ gegen „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ antreten. Zwar beginnt das ZDF um 20.15 Uhr und RTL um 22 Uhr, doch quotentechnisch werden sie sich messen lassen müssen. Und das Dschungelcamp schlägt alle Rekorde (siehe unten) – wie die Petition gegen Lanz.

dpa/ama

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