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“Tatort“-Kommissarin Simone Thomalla als "Opfer" des Messerwerfers.

Stars in der Manege

Messerwerfer zielt auf Kommissarin

München - Ein Messer pfeift nur Zentimeter an dem bekannten Gesicht vorbei und bleibt in der Wand stecken, das nächste folgt in Sekundenbruchteilen.

Doch “Tatort“-Kommissarin Simone Thomalla zuckt nicht. Atmet auch nicht. Erst als das letzte Messer federnd im Holz steckt, atmet die Schauspielerin erkennbar auf - im Publikum brandet Beifall auf.

Stars in der Manege

Zur alljährlichen Zirkusgala “Stars in der Manege“ wechselten am Samstagabend in München erneut zahlreiche Prominente vom Schauspiel-, Gesangs-, Sport- oder Model-Fach in die ungewohnte Artistenrolle und bewiesen zum Teil erstaunlichen Mut. Die seit mehr als 40 Jahren veranstaltete Benefizgala wird traditionell am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt.

Schauspieler Ralf Bauer (42) zeigt sich mal nicht als TV-Charmeur, sondern als eher martialischer Kämpfer am Schwert. Als er von seinen Gegnern überwältigt, in einen brennenden Sack und danach kopfüber unter der Zirkuskuppel hängend in eine Zwangsjacke eingeschnürt wird, zeigt sich ein Entfesselungskünstler in dem Frauenschwarm. Bauer, der neben seiner Schauspielerei (“Fünf Sterne“, “Im Tal der wilden Rosen“) und einem Kuss-Rekord im Guinness Buch der Rekorde auch als Autor von Yoga-Büchern bekannt wurde, beweist beachtliche Körperbeherrschung.

Eher komisch gerät dagegen der Auftritt von Schauspielkollegin Barbara Wussow (47), die sich als Dompteurin einer ungehorsamen Tiergruppe versucht. Weder zwei blondmähnige und munter-tapsige Afghanen-Hunde, noch ein - erfreulicherweise nicht spuckendes - Lama- Quartett zeigen sich von den Kommandos der aus zahlreichen TV- Romanzen und der “Schwarzwaldklinik“ bekannten schwarzgelockten Tochter von Klausjürgen Wussow beeindruckt. Selbst eher amüsiert als verwundert von den Dressurverweigerern, übergibt Wussow im orangenen Zirkusdress immer mal wieder die Peitsche an die echte Dompteurin, um die Rasselbande einigermaßen in Schach zu halten.

Fritz Wepper posiert als Zirkusdirektor.

Zirkusdirektor Fritz Wepper dagegen, der mit Frack und Zylinder elegant durch das Programm führt und dann auch selbst kurz in die Dompteursrolle schlüpft, hat es mit seinen Friesen-Rappen besser getroffen. Bevor er jedoch die Hengste erfolgreich durch die Manege dirigiert, holt er sich noch Zuspruch von Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU), der kurz vom politischen in den echten Zirkus wechselte und die Gala mit Ehefrau Karin und Sohn Andreas aus der Loge verfolgt.

“Drücken Sie mir jetzt die Daumen und ich tue es dann auch für Sie“, bittet Wepper - und empfiehlt dem Regierungschef, doch im Kabinett vielleicht auch ab und zu mal zur Peitsche zu greifen.

Schauspielerin Susan Hoecke (“Sturm der Liebe“) vertraut sich als Zauber-Partnerin ausgerechnet Comedian Oliver Pocher an, der sie als “Magier Mortadella“ unter allerlei Hokuspokus schweben, verschwinden und auch wieder auftauchen lässt. ZDF-Kommissarin Rita Russek (“Wilsberg“) scheucht ausnahmsweise mal keine Verbrecher, sondern eine schnatternde Bande von Laufenten. Und Günther Maria Halmer (“Rechtsanwalt Abel“) übt sich im Stillhalten und in eckigen Roboterbewegungen als “mechanic man“. Drei Siegerinnen aus Heidi Klums TV-Suche nach “Germany's Next Topmodel“ erweisen sich als Meisterinnen im sekundenschnellen Kleiderwechsel.

Auch Fußballspieler Philipp Lahm probiert sich als Artist. Nachdem Mannschaftskamerad Bastian Schweinsteiger vom Logenplatz aus die Rotorblätter als stahlhart überprüft hat, klettert Nationalkicker Lahm durch einen rotierenden Ventilator - und übersteht die Tortur wie durch ein Wunder ohne einen Kratzer. “Magie hat mich schon immer fasziniert“, begründet der Bayernspieler seinen Auftritt mit einem Illusionisten, gesteht aber gleichzeitig ein, “schon ganz schön aufgeregt“ zu sein beim Tausch des Spielfeldes gegen das Zirkusrund.

Einen wahrhaft zirkusreifen Auftritt zeigt Schlagersängerin Helene Fischer (“Zaubermond“), die sich in einem drehenden Reifen unter die Kuppel heben lässt und dort anmutige Gymnastik bis hin zum Spagat zeigt. Damit schlägt sie noch am ehesten die Brücke zu den artistischen Profis, deren atemberaubende Zirkuskunst aus Russland, China, Italien oder Monaco dem Münchner Galapublikum im Wechsel mit den Star-Auftritten den Atem verschlägt, es begeistert applaudieren oder - im Fall von Clown Bello Nock - schallend lachen lässt.

dpa

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