Mich interessiert Tiefe, nicht Schönheit

- Jede Menge Vorschusslorbeeren gab es von ARD-Programmdirektor Günter Struve. Der traut der Serie ("Geschichten um Mensch und Tier sind ein Evergreen der Fernsehunterhaltung") zu, sich bis 2015 im Programm zu halten. Und Produzent Oliver Vogel glaubt fest an die Zugkraft der Titelheldin: "Ihre sympathische Ausstrahlung wird das Publikum begeistern." Elisabeth Lanz (Jahrgang 1973) praktiziert von heute an für zunächst 13 Folgen als "Tierärztin Dr. Mertens".

Keine Frage, dass sich die Episoden nicht nur um Berufliches, sondern auch um das Privatleben der Veterinärin drehen. In weiteren Rollen sind unter anderen Ursela Monn, Michael Lesch, Gunter Schoß und Dieter Montag zu sehen.

Der Mitteldeutsche Rundfunk hat Sie, eine Österreicherin, für seine neue Serie geholt, die zum großen Teil im Leipziger Zoo spielt. Können Sie sich erklären, warum?

Elisabeth Lanz: Ich hatte im Jahr davor drei ganz unterschiedliche Figuren für den MDR gespielt. Und das Feedback darauf war gut. Angeblich habe ich durch eine große Bandbreite überzeugt.

Nur sächsischen Dialekt sprechen Sie nicht...

Lanz: Entschuldigung. Zu Beginn wird erklärt, dass Susanne Mertens in Österreich studiert hat. Und dieser Dialekt hat halt ein wenig abgefärbt.

Sind Sie zufrieden sich und der Serie?

Lanz: Ich muss zugeben, dass ich ziemlich angerührt war beim Zuschauen. Obwohl ich die Geschichten ja kenne, musste ich an manchen Stellen losheulen. Ich find’s wahnsinnig schön.

Viele Schauspieler haben Angst davor, mit Tieren und/oder mit Kindern zu arbeiten, die einem schnell die Schau stehlen können. Sie nicht?

Lanz: Im Gegenteil. Ich habe mich wirklich beschenkt gefühlt, weil die Möglichkeit eines lebendigen Spiels gegeben war. In einer Serie wird manches ja schnell zur Routine. Aber mit Tieren kann das nicht passieren, weil jede Szene unberechenbar, unvorhersehbar ist.

Heißt das, dass die erste Kameraeinstellung oft auch die letzte war?

Lanz: Klar, wir haben ja nicht nur mit dressierten Affen gedreht. Da musst du als Schauspieler sehr spontan sein und notfalls auch improvisieren können. Mit sturem Festhalten am Text kommt man da nicht weiter.

Ihr Schauspielerkollege Miguel Herz-Kestranek, spricht verächtlich von "trivialem Fernsehmist", den er üblicherweise so mache. Drehen Sie Serien auch nur des Geldes wegen?

Lanz: Ich arbeite am liebsten fürs Herz. Und ich muss sagen, in diesem Projekt ist beides zusammengekommen. Ich durfte gut verdienen und fürs Herz arbeiten.

Hatten Sie keine Angst vor großen Tieren?

Lanz: Nein, aber höllischen Respekt. Vor allem vor den Elefanten. Eigentlich wollten wir nur mit dem Jungtier drehen, aber das ist noch so klein, dass seine Mutter und seine Tante es nie aus den Augen ließen. Und diese geballte Masse Kraft und Größe hat mich doch sehr beeindruckt, da habe ich anfangs etwas zögerlich agiert.

Im Fernsehen sieht’s aber aus, als ob Sie sich ziemlich sicher fühlen...

Lanz: Das freut mich natürlich. Aber ganz ehrlich -hundertprozentig sicher sollte man sich nie fühlen im Umgang mit wilden Tieren.

Sie haben nie ein Double gebraucht?

Lanz: Es gab eine Aufnahme mit einem Adler, der gerade ein Tier gefangen hatte. Ich sollte ihn von seiner Beute wegholen, was sehr gefährlich ist. Das hab ich mir dann doch nicht zugetraut. Da kam dann ausnahmsweise ein Double zum Einsatz.

Was ist, wenn die "Tierärztin Dr. Mertens" beim Publikum ankommt und alle nach einer Fortsetzung rufen?

Lanz: Dann mach ich weiter. Interessante Geschichten gibt es jedenfalls genug.

Sie leben in München...

Lanz: Inzwischen fest, ja. Weil in Deutschland doch mehr zu tun ist für mich. Und ich wollte nicht noch ein paar Jahre zwischen Österreich und Bayern hin und her pendeln.

Tierärztin Dr. Susanne Mertens legt großen Wert aufs Äußere, ist immer perfekt geschminkt und gerne tief dekolletiert. Sie auch?

Lanz: Das gehört in dem Beruf wohl dazu. Aber wenn mir ein Jungfilmer für ein Low-Budget-Projekt eine attraktive Rolle anbietet, trete ich auch mit Glatze auf. Mich interessiert Tiefe, nicht Schönheit!

Das Gespräch führte Fabian Korff.

ARD, ab heute jeweils dienstags, um 20.15 Uhr.

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