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Michael Hausenblas greift gern selbst zum Staubsauger, während seine Lebensgefährtin auf der Massagebank liegt

Deutschlands skurrilste Reality-Soap

Hausenblas: Aus dem Leben eines Staubsauger-Vertreters

München - Michael Hausenblas ist der Hauptdarsteller in Deutschlands skurrilster Reality-Soap. Wir erklären Ihnen, was es mit dem schrulligen Staubsaugervertreter auf sich hat.

Michael Hausenblas hat einen Putzfimmel. Der Saubermann mit dem akkurat geföhnten Scheitel prüft sein großräumiges Büro mit geschultem Blick auf Fingerabdrücke. Dabei ist die Putzfrau bis vor Kurzem zu Gange gewesen. Ihr Waschwagen steht sogar noch im Flur. Zwei, drei Wischer mit dem Ärmel an der Glasscheibe der Bürotür, schon ist alles wieder sauber und Hausenblas Welt wieder in Ordnung. Noch wichtiger als Fingerabdrücke sind dem 44-Jährigen allerdings Staubkörnchen, die sich im Teppich verkriechen könnten oder unkontrolliert durch die Luft wirbeln. Für Michael Hausenblas kein Problem, denn saugen ist sein Leben - und der Staubsauger sein zweiter Lebenspartner. Mit "Milbi" spricht er, ihn hat er überall dabei. Ihn setzt er sogar ein, während seine eigentliche Lebenspartnerin Angelina Martin auf der Massagebank liegt und eigentlich nur ihre Ruhe haben will.

Sie haben die Haare föhn!

Sie haben die Haare föhn!

Hausenblas, Michael - wie er sich selbst stets vorstellt - hat als Staubsaugervertreter große Karriere gemacht und deswegen in Deutschlands skurrilster Reality-Soap "Hausenblas – Staubsauger-Vertreter Deluxe" auf RTL II die Hauptrolle bekommen. Seit dem 10. September hat der verschrobene Wahl-Stuttgarter mit dem putzigen Dialekt ("heidenei!") nach der sympathischen Proll-Protzfamilie Geiss am späten Abend seinen großen Auftritt. Bei der vergangenen Sendung staubte er von den Geissens (1,7 Millionen Zuschauer, starke 9,7 Prozent Marktanteil in der jungen Zielgruppe) etliche Zuschauer ab und verbuchte nach 22 Uhr ansehnliche 800.000 Zuschauer (sechs Prozent Reichweite in der Zielgruppe).

Die Geissens hat er in deren Sendung auch schon besucht, und der Dame des Hauses einen sündhaft teueren Edelstaubsauger, besetzt mit Swarovski-Kristallen, angedreht. Dem Multimillionär Robert Geiss war Hausenblas' Hausbesuch irgendwann zuviel. Er machte sich genervt aus dem Staub. Doch seine Gattin Carmen hatte der Edelvertreter da längst um den Finger gewickelt. Wieder ein Staubsauger verkauft. "Gschäftle gmacht", freut sich Hausenblas in solchen Momenten und reibt sich die Hände.

Die Jacob Sisters sind begeistert von Hausenblas' Gerät

Für ihn ist das heute nur noch Kür, genauso wie der Besuch bei den Jacob Sisters. Von denen kauft in der zweiten Folge der Sendung jede Schwester einen Superstaubsauger. Hausenblas gibt bei der Präsentation alles und muss auch noch sexuelle Anspielungen ("Zeig uns Dein Gerät!") über sich ergehen lassen, die ihm sichtlich peinlich sind. Egal, wieder drei Staubsauger verkauft. "Gschäftle gmacht." Hausenblas will in der Übung bleiben und beweisen, dass man Verkaufstalent nicht verlernen kann.
Anderen muss er nichts mehr beweisen. Die Trophäen in seiner Vitrine bürgen dafür. Goldsterne für je 25 verkaufte Geräte oder drei geworbene Mitarbeiter innerhalb eines Monats, eine silberne Weltkugel für die beste Verkaufsgruppe weltweit und ein Goldring für den Verkäufer des Jahres. Heute putzt Hausenblas nicht mehr für andere Firmen die Klinken, sondern ist Geschäftsführer von HYLA Germany mit derzeit rund 520 Mitarbeitern, die wenigsten davon festangestellt.

Die Verkäuferkarriere des gebürtigen Allgäuers hat sich früh abgezeichnet. Schon mit sechs Jahren drehte klein Michael den Mit-Erstklässlern Fahrradklingeln an. Schnell klingelte auch die eigene Kasse. Ein Verkaufstalent war geboren. Nach seiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, was sonst, startete Hausenblas zunächst als Textilvertreter. Autos fand Hausenblas jedoch spannender als Lederjacken, deswegen wechselte er das Metier.

Michael Hausenblas liebt Autos

"Auf dem Weg zu einem Kunden fuhr ich an einem großen Ferrari-Händler vorbei", erinnert sich Hausenblas: "Da ich schon als Kind autofanatisch war, besuchte ich kurzerhand diesen Händler und fragte den Geschäftsführer, ob er nicht einen guten Verkäufer suche. Eine Woche später hatte ich den Job." Fortan war Hausenblas' Karriere so rasant wie die Ferrari, die er verkaufte. In sechs Jahren arbeitete er sich zum Verkaufsleiter hoch, aber noch immer konnte sich der Auto-Narr keines der Fahrzeuge verkaufen, das er seinen Kunden für sechsstellige D-Mark-Beträge vertickte. "Ich hatte immer mehr den Drang, selber soviel Geld zu verdienen, um selbst solch ein Fahrzeug zu besitzen", erklärt er. Hausenblas fand etwas, das ihn noch mehr in seinen Bann zog als die Supersportwagen: den Luxusstaubsauger der Firma Hyla.

Die machen nicht nur den Boden sauber, sondern sorgen dabei auch noch für frischen Raumduft. Ganz anders als die üblichen Geräte, die zwar den Teppich sauber, dafür aber die Luft verpesten. Wasser ist das Wundermittel, das die Staubkörner filtert. Ein Schuss Duftmittel in die Maschine, und die Hausfrauen und Männer sparen sich für einen vierstelligen Euro-Betrag auch noch das Raumdeo. So argumentiert Hausenblas bis heute. Mittlerweile hat er die Vertriebsrechte als Hyla-Generalimporteur für Deutschland und das Geld für Sportwagen.

Michael Hausenblas mit seiner strengen Partnerin Angelina Martin

Herausforderungen gibt es immer noch, zu sehen in der Sendung. Kürzlich hat sich Hausenblas einen Porsche geleistet, dessen Einkauf er nur noch seiner strengen, aber über aus aufreizenden Lebenspartnerin Angelina Martin (48) verkaufen muss. Er probiert seinen neuesten Trick, das Glücksrad. Dazu versammelt er neben seiner Partnerin zwei seiner festen Mitarbeiter im Konferenzraum. Das Schicksal soll darüber entscheiden, welches Auto sich der Geschäftsführer gönnen darf.

Der Pfeil zeigt am Ende auf einen der weißen Zettel. Dahinter erscheint ein weißer Porsche. Zufall? "Also was isch n das fürn Schwachsinn? Hab ich den jetzt gwonnen oder was?", echauffiert sich Angelina Martin. Sie kennt ihren Michael ganz genau und reißt die anderen Zettel vom Rad. Überall weiße Porsche. Sie ist stinksauer: "Jetzt reicht's, Michael!" Für blöd verkaufen lässt sie sich nicht.

Tobias Kimmel

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