Das Mittelalter finde ich spannend

- Jörg Pilawa ist in der ARD zuständig für die leichte Unterhaltung, die er gerne ("Frag doch mal die Maus") mit dem Thema Wissen koppelt. Das nächste Bildungsprojekt ist heute "Pilawas großes Geschichtsquiz". Ob aus einer einzelnen Sendung vielleicht eine Reihe wird, werden die Einschaltquoten maßgeblich mitentscheiden.

Der 41-Jährige ist verwöhnt, denn auf dem Donnerstagssendeplatz erreicht Pilawa mit dem "Star Quiz" regelmäßig bis zu sieben Millionen Zuschauer. Der Moderator will mit dem neuen Format "die Geschichten hinter der Geschichte" vermitteln. Im Studio sitzen drei prominente Rateteams, die sich den Aufgaben stellen. Das Schauspielerduo Barbara Wussow und ihr Mann Albert Fortell, die Nachrichtensprecher Jan Hofer (ARD) und Steffen Seibert (ZDF) sowie die Moderatorenmannschaft mit Sonya Kraus (Pro Sieben) und Oliver Welke.

Auf der Zeitreise durch die Geschichte "vom alten Rom bis zur Mondlandung" müssen sie knifflige Fragen beantworten. Für Abwechslung sorgen unter anderen Talkmoderatorin Sabine Christiansen, die Friedrich den Großen trifft, und Fußballmanager Reiner Calmund, der ein Geheimnis um Konrad Adenauer lüftet.

Werden Sie bei den Prominenten Jahreszahlen abfragen?

Jörg Pilawa: Und dann am Ende der Show unter Ausschluss der Öffentlichkeit moderieren? Nein, nein - keine Angst! Es geht nicht um dröge Jahreszahlen, sondern um die vielen spannenden, amüsanten, aber auch dramatischen Geschichten hinter den historischen Daten und Fakten. Erstaunlich, was wir so alles an Kuriosem ausgegraben haben.

Welche Note hatten Sie im Geschichtsunterricht?

Pilawa: Bei mir war es wie bei den meisten Schülern. Erst als ich den richtigen Lehrer hatte, der Geschichte mit Leben gefüllt hat, hat es nicht nur Spaß gemacht, sondern ich hatte auch eine gute Note.

Und wie war es mit den Zahlen, die man auswendig lernen musste?

Pilawa: Ein Grauen. Ich glaube, jeder Geschichtslehrer, der heute noch Zahlen abfragt, sollte in den Ruhestand geschickt werden. Es geht darum, die menschliche Geschichte zu verstehen - und die hat eben auch viele witzige Seiten.

Welche drei Ereignisse fallen Ihnen spontan ein?

Pilawa: Das deutsche Reinheitsgebot, irgendwann zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Dann natürlich die Mondlandung im Jahr 1969, da habe ich mit meinen Eltern vor dem Fernseher gesessen. Und der Name Johannes Gutenberg, sprich die Erfingung des Buchdrucks etwa Mitte des 15. Jahrhunderts. Was wäre ohne diese Erfindung aus der Welt geworden?

Gibt es eine Zeit, für die Sie sich besonders interessieren?

Pilawa: Je älter ich werde, desto spannender finde ich das Mittelalter. Es gibt wohl keine andere Epoche, die so voller Gegensätze ist. Zum einen ist das Mittelalter düster und mysteriös. Man denke nur an die Pest oder an die Inquisition. Zum anderen beginnt im Mittelalter die Entwicklung der modernen Zivilisation. Es werden Städte und Universitäten gegründet. Ein Kaufmannsbund wie die Hanse entsteht und mit ihr blühender Handel.

ARD, heute, um 20.15 Uhr

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