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Kurt Rothenfluh aus der Schweiz (l.) forderte mit einer Fußballwette die Profis heraus – und gewann.

Show

Barbiepuppen und Rocklegenden

München - Vor der neuesten Ausgabe werfen wir einen Blick zurück auf „Wetten, dass...?“ in München vor sieben Jahren

Ausgerechnet bei „Wetten, dass...?“ wurde er entzaubert. Rudolph Moshammer (1940–2005), „Modezar“, fungierte als Wettpate der Stadtwette beim Gastspiel der ZDF-Show in der bayerischen Landeshauptstadt. Mit aneinandergenähten Stoffbahnen sollte das Siegestor verhüllt werden. Tausende Helfer und Schaulustige eilten herbei, „Mosi“ wurde genötigt, sich selbst an eine der fünfzig rasch herbeigeschafften Nähmaschinen zu setzen – und gestand verlegen, dass er gar nicht nähen könne. Am Ende gewann Moderator Thomas Gottschalk die Stadtwette, das erste Mal seit ihrer Einführung. Das war vor fast auf den Tag genau sieben Jahren, am 23. März 2002. An diesem Samstag ist es wieder soweit, „Wetten, dass...?“ gastiert in München, allerdings nicht wie damals in den Messehallen in Riem, sondern in der Olympiahalle.

Fotostrecke vom Aufbau

"Wetten, dass...?": Bilder vom Aufbau

Der Blick zurück zeigt, dass sich zwar einige Details verändert haben, die Show als Ganzes jedoch zum ehernen Ritual geworden ist, ob es sich nun um die Wetten handelt, die Promis auf der Couch oder die musikalischen Gäste. Vor sieben Jahren brachte Britney Spears die Fans zum Kreischen, auch wenn einige respektlose Zuschauer in der Halle ihre helle Stimme nachäfften, wie die „tz“ seinerzeit beobachtete. Und während die Kritikerin unserer Zeitung die Sängerin als „Barbiepuppe“ bezeichnete, deren Auftritt „eher peinlich als glamourös“ gewesen sei, erhielten Jutta Speidel und Armin Mueller-Stahl gute Noten. Beide hätten, sofern sie aktuelle Filme zu präsentieren hätten, auch heute noch eine Chance, auf dem berühmten Sofa zu landen, anders als Fußballer Stefan Effenberg, dessen Ruhm wie der der meisten anderen Ex-Sportler doch ein wenig verblasst ist.

Dass sich Gottschalks musikalische Vorlieben nicht wandeln, ist bekannt, vermutlich würde erst ihr Tod die Einladung von Rocklegenden wie Rod Stewart und Joe Cocker unmöglich machen. Die beiden Musiker rockten 2002 die Halle, das würden sie am Samstag sicher auch schaffen.

Nicht erst seit den letzten drei Sendungen muss sich Gottschalk, inzwischen 58 Jahre alt, die Frage gefallen lassen, ob er noch Spaß an „Wetten, dass...?“ habe, das er mit kurzer Unterbrechung seit 1987 moderiert.

Vor der ersten Münchner Sendung war spekuliert worden, ob der große Blonde mit dem extravaganten Outfit einen „Gagschreiber“ brauche, weil er aus eigener Kraft nicht mehr witzig genug sei. Gottschalk erklärte auf der Pressekonferenz am Tag vor der Sendung, die Leute verziehen ihm „eher eine misslungene Außenwette als dieses gelackte, planmäßige Fernsehen. Die Unberechenbarkeit der Live-Sendung brauche ich einfach“. Also kein Gagschreiber... .

Nur eines hat sich verändert in den Jahren seit 2002, und das hat weniger mit der Tagesform des Moderators, den Gästen oder den Wetten zu tun, als mit dem Angebot der Konkurrenz. RTL-Formate wie die berühmt-berüchtigte „Dschungelshow“ und vor allem „Deutschland sucht den Superstar“ machen dem ZDF das Leben schwer. Nicht weniger als 14 Millionen Menschen sahen vor sieben Jahren die 135. Ausgabe von „Wetten, dass...?“, wären es bei der 180. an diesem Samstag ebenso viele, die Kritiker würden wohl erstmal verstummen.
zeigt Bilder und ein Video vom Aufbau.

Von Rudolf Ogiermann

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