Reportage

Furchen auf der Seele

ZDF porträtiert drei Menschen, die sich für die Schönheit unters Messer legten

Andere kaufen sich von dem Geld einen Kleinwagen, Yvonne gönnte sich für 12 000 Euro eine Schönheitsoperation. Das Geld stottert die Angestellte, die bisher nur halbtags arbeitete, jetzt mühsam ab. Sie musste in eine billigere Wohnung ziehen und sucht nun einen Ganztagsjob. Dabei hat sich das Lifting nicht mal richtig gelohnt: „Ich bin immer noch ich selber“, so das enttäuschte Fazit der 48-Jährigen.

Dieser Satz sagt enorm viel aus über die Beweggründe von Menschen, die objektiv betrachtet völlig normal aussehen und sich trotzdem unters Messer legen. Drei davon porträtiert die Dokumentation „Mein neues, teures Gesicht“ aus der Reihe „37 Grad“ (heute um 22.15 Uhr im ZDF ). Sowohl Yvonne als auch Roger und Neslihan versprachen sich von den Eingriffen, deren Ablauf die Fernsehbilder deutlich zeigen, mehr Selbstbewusstsein.

Die schicke Yvonne lebte als blonde Ehefrau eines Arztes in einer Villengegend in Berlin . Als er sie für eine Jüngere verließ, kamen die Selbstzweifel, und die machte Yvonne an ihren Falten fest, entschloss sich zur Operation. Roger aus Bergkamen (Nordrhein-Westfalen) hat zwar keine Beziehungsprobleme, aber ein Problem mit dem Älterwerden. Der 42-Jährige geht mit seiner viel jüngeren Freundin in die Disco, stylt sich und treibt Sport – doch seine Tränensäcke verrieten stets sein wahres Alter. Vom Ergebnis der Operation ist er am Ende enttäuscht. Nur Studentin Neslihan, die für 7000 Euro ihre Nase geraderücken ließ, ist jetzt glücklich.

Bei allen drei Betroffenen hätte wohl kein Außenstehender eine Schönheitsoperation für nötig gehalten – sie selber waren jedoch felsenfest davon überzeugt, von ihrer Umwelt auf diese vermeintlichen Makel reduziert zu werden. Autorin Marianne Schaefer-Trench legt in ihrem Film den Verdacht nahe, dass so mancher in Wahrheit nicht gegen Krähenfüße, sondern gegen Furchen auf der Seele kämpft.

Von Cornelia Wystrichowski

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