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"Ich werde auf jeden Fall weiterkämpfen, auch wenn ich hinten liege": Stefan Effenberg ist der erste prominente Kandidat einer Variation von "Schlag den Raab". Darin tritt der Ex-Fußballer gegen einen Publikumskandidaten an.

Show

„Schlag den Effenberg“

Das Konzept der Spielshow "Schlag den Raab" hat sich zum wahren Exportschlager entwickelt. Das Format, in dem Entertainer Stefan Raab in teils skurrilen Spielen gegen jeweils einen Zuschauerkandidaten antritt, der sich dabei eine goldene Nase verdienen kann, wurde bereits nach Frankreich, Italien, China und zahlreiche andere Länder verkauft, wo es mit einheimischen Moderatoren umgesetzt wird.

Auch der britische Sender ITV erwarb die Rechte an dem traditionell mehrstündigen Spektakel, modifizierte das Ganze aber in zwei entscheidenden Punkten. Weil sich für "Beat the Star" kein geeigneter Protagonist fand, tritt jeweils eine andere Berühmtheit gegen einen unbekannten Kandidaten an, zu gewinnen gibt es außerdem die vergleichsweise bescheidene Summe von mindestens 50 000 Pfund - bei Raab sind es 500 000 Euro und mehr.

Jetzt kommt die englische Variante auch ins deutsche Fernsehen. In "Schlag den Star" messen sich wechselnde Prominente mit nicht-prominenten Kandidaten vor Millionen von Fernsehzuschauern. In der ersten Ausgabe, die Pro Sieben heute zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr zeigt, muss der frühere Fußballstar Stefan Effenberg in bis zu neun Runden seine Geschicklichkeit, Geistesgegenwart, Allgemeinbildung oder auch seinen Mut beweisen. Moderiert wird das zweistündige Spektakel, wie könnte es anders sein, von Stefan Raab, der dieser Tage den zehnten Geburtstag seiner Show "TV total" feiert und sich für Pro Sieben in den vergangenen Jahren zum Hansdampf in allen Gassen gemausert hat.

Gewinnt der Zuschauerkandidat, erhält er 50 000 Euro, hat "Effe" die Nase vorn, wandert das Geld in den Jackpot. In der zweiten Ausgabe der Show am nächsten Freitag darf ein Kandidat sein Glück gegen keinen Geringeren als den Ex-Tennisprofi Boris Becker versuchen. In der dritten Runde am 27. März muss der frühere Handballprofi Stefan ("Kretsche") Kretzschmar ran, die letzte der zunächst vier Ausgaben von "Schlag den Star" bestreitet dann am 3. April der Komiker und Moderator Wigald Boning ("Clever!").

Am 18. April gibt es dann wieder eine neue Ausgabe von "Schlag den Raab", bei der es diesmal um die sagenhafte Summe von zweieinhalb Millionen Euro geht - der Jackpot ist derart prall gefüllt, weil Stefan Raab zuletzt vier Duelle gegen Zuschauerkandidaten nacheinander für sich entschied.

Wer so rackert, wird belohnt. Wie gestern bekannt wurde, hat Pro Sieben den Vertrag mit seinem prominentesten Gesicht "um mehrere Jahre" verlängert. Der gebürtige Kölner bescherte dem Münchner Sender nicht nur "TV total", sondern diverse Sportevents wie das "TV total"-Turmspringen und die "Wok-WM". Geschäftsführer Thilo Proff nannte Raab "einen der erfolgreichsten Show-Innovatoren im deutschen Fernsehen". Der 42-jährige Entertainer Raab, der einst Metzger lernte, bevor er ins Showbusiness wechselte, wurde vom Sender zitiert: "Pro Sieben und ich, das ist eine Liebe, wie es sie kein zweites Mal im rauen Fernsehgeschäft gibt!"

Martin Weber

Interview

Er galt als Enfant terrible des deutschen Fußballs, gut für Schlagzeilen auf dem Platz und abseits davon - Stefan Effenberg. Der inzwischen 40-jährige gebürtige Hamburger ist längst Medienprofi, was ihn nicht vor Peinlichkeiten wie der RTL-Dokusoap "Effenbergs Heimspiel" bewahrte, in deren Mittelpunkt sein "Alltag" mit Ehefrau Claudia stand. In "Schlag den Star" (Pro Sieben) hat er sein Debüt als Kandidat einer Spielshow.

-Zeigt der "Tiger" heute seine Krallen?

Ich werde auf jeden Fall weiterkämpfen, auch wenn ich hinten liege. Ich glaube, dass ich auf einen Gegner treffen werde, der sein Bestes geben wird. Das ist gar keine Frage. Eine andere Frage ist, ob er auch mit dem Druck zurechtkommt.

- Hat Stefan Raab Ihnen noch keine Tipps für die Show gegeben?

Ich habe versucht, ihn zu locken, aber da ging nichts. Stefan schweigt. Da kommt überhaupt nichts.

-Wie haben Sie sich vorbereitet?

Speziell vorbereitet habe ich mich nicht. Natürlich habe ich ein wenig Sport getrieben, was ich ja immer mache. Das ist selbstverständlich. Wenn man mit dem Profi-Sport aufhört, sollte man immer ein bisschen dabeibleiben. Aber es hält sich im Rahmen.

-Wie stehen Ihre Chancen im Vergleich zu Ihrem Herausforderer?

Ich denke, ich bin sportlich allgemein gut aufgestellt. Aber um zu gewinnen, braucht man auch ein wenig Glück.

-Haben Sie keine Angst, sich mit einer Niederlage vor einem Millionenpublikum zu blamieren?

Nein, davor habe ich überhaupt keine Angst. Schließlich habe ich das Champions- League-Finale 1999 mit dem FC Bayern München gegen Manchester United auch vor einem Millionenpublikum verloren. Wenn es so kommt, werde ich es verschmerzen können. Aber ich verliere nicht gerne, egal bei was, egal gegen wen. Schließlich bin ich Sportler durch und durch. Und das zählt auch für "Schlag den Star".

Das Gespräch führte Michael Ostermeier

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