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Verstanden sich gut, jedenfalls an diesem Abend: Schauspielerin Iris Berben ("Die Krupps) und Komiker Mario Barth ("Männersache"), die beide bei Gottschalk ihre aktuellen Filme vorstellen durften.

Quoten auf neuem Tiefstand

"Wetten dass...?": Gottschalk gab sein Bestes

Opernsänger Rolando Villazon stimmte eine Arie von Georg Friedrich Händel an, Thomas Gottschalk sang spontan mit Take That, die Blaskapelle Frauenneuharting spielte „Mia san die lustigen Holzhackerbuam“ – zumindest bei der Musik kam so mancher auf seine Kosten bei der 181. Ausgabe von „Wetten, dass...?“ am Samstagabend.

Aber zuviel Vielfalt verwischt am Ende vielleicht die Konturen. Der große Blonde tat alles, um für jeden etwas zu bieten beim Gastspiel der ZDF-Show in München, und doch hat’s wieder nicht zur magischen Zahl von zehn Millionen Zuschauern gereicht. „Nur“ 9,23 Millionen sahen zu, das ist die schlechteste Quote, die „Wetten, dass...?“ jemals erzielte. Tagessieger wurde ein Boxkampf beim Rivalen RTL, und der begann erst nach 23 Uhr, als Gottschalk bereits fertig hatte.

Bilder von der Show

So war "Wetten, dass..?" in München

Einen Boxer stand beim 58-Jährigen nicht auf der Gästeliste, dafür ein junger Mann aus Hamburg, der Autos über seinen „Sixpack“ rollen ließ (siehe Artikel unten), und ein anderer, der Autoreifen mit bloßen Händen auf Felgen wuchten konnte. Riskante, skurrile, erstaunliche Wetten, aber auch solche, die die Idee der Show ad absurdum führten. Splitternde Flaschen in platzenden Luftballons und ein Österreicher, der Gummibärchen mit dem Bauchnabel in ein Mini-Netz schnalzt, gehörten nicht zu den Highlights in der Geschichte von „Wetten, dass...?“.

Bilder vom Aufbau

"Wetten, dass...?": Bilder vom Aufbau

Und auch das Wort von der „bestmöglichen Bank“ bekommt am Tag nach der Sendung einen komischen Klang. Nachdem Kim Cattrall abgesagt hatte, durfte Sportass Maria Riesch („Du bist heute ,Sex and the City‘“) auf dem Sofa Platz nehmen, auf die der Moderator nicht vorbereitet war. Doch – war er auf die anderen Gäste vorbereitet? Ob Fußballer Franck Ribéry, Schauspielerin Iris Berben oder Komiker Mario Barth – so fad und einfallslos waren die Fragen an die Stars selten. Dabei entwickelte selbst die spröde Berben Witz und fühlte sich insbesondere Mario Barth („Holen Sie sich einen Kaffee, Herr Gottschalk, ick mach det“) in der Olympiahalle wie zuhause. Höhepunkt des Flachsens war die angekündigte Hochzeit zwischen der Diva des gepflegten TV-Dramas und dem Meister des (un-)gepflegten Frauenwitzes.

Doch auch wenn es – allen Anspielungen zum Trotz („Wir mutieren zur Kultursendung“) – wenig wirklich Substanzielles gab, war Thomas Gottschalk in München („Hier sind alle prominent“) als Moderator immer dann in seinem Element, voller Witz und Esprit, wenn’s darum ging, spontan zu sein. So kommentierte er die Tatsache, dass die Kuh, deren Milch er für die verlorenen Saalwette euterwarm trinken musste, wie seine Frau Thea heißt, ebenso witzig wie einen „Transportschaden“ am Rindvieh: „Hat da schon jemand versucht, ein Schnitzel zu entnehmen?“ Und auch Selbstironie ist dem Entertainer nicht fremd, lud er sich in Matze Knop einen Könner ein, der außer Luca Toni auch Dieter Bohlen perfekt parodieren kann. Knop als Bohlen, der über Gottschalks Outfit („Eine Christbaumkugel auf Betriebsausflug“) spottet, und das, während nebenan bei RTL „DSDS“ läuft – mehr Augenzwinkern geht nicht.

Warum also war die Sendung keine Sensation? Weil zu wenige ausgeflippte Fans Take That oder Mando Diao bejubelten? Weil Alfred Biolek sich allzu eitel als „Entdecker“ von Monty Pythons aufspielte? „Wir leben in einer anderen Welt“ hatte Gottschalk zuletzt das nachlassende Zuschauerinteresse an seiner Show begründet. Vielleicht muss er also gar nicht grübeln über „Wetten, dass...?“. So wie vielleicht Edmund Stoiber, der am Samstag in der ersten Reihe saß, nicht grübeln muss über seinen Anteil am Schicksal der CSU. Einen der größten Lacher hatte Gottschalk, bevor die Sendung begann. Als er Bayerns Ex-Landesvater fragte: „Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als wir beide über 50 Prozent Marktanteil hatten?“

Rudolf Ogiermann

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