Mörder mit guten Manieren

München - Tagsüber arbeitete er als Maler und Tapezierer, nach Feierabend brachte er Frauen um - Horst David, der "Würger von Regensburg". Mit Ulrich Tukur in der Hauptrolle hat die ARD jetzt unter dem Titel "Der Mann, dem die Frauen vertrauten" die Geschichte des mehrfachen Mörders verfilmt.

Ein Zufall bringt Josef Wilfling, Chef der Münchner Mordkommission, im Jahr 1994 auf die Spur des unauffälligen Familienvaters aus Regensburg. Ein Fingerabdruck aus einem ungeklärten Prostituiertenmord in München-Schwabing, der fast 20 Jahre zurückliegt, wird Horst David zugeordnet. Der damals 56-Jährige ist auch im Fall des Mordes an einer Regensburger Rentnerin in Verdacht geraten.

Doch es gibt keine hieb- und stichfesten Beweise. "Wir wussten, er verträgt es nicht, wenn man ihn anherrscht", erinnert sich Wilfling. Alles Weitere würde nun davon abhängen, "eine gemeinsame Sprache zu finden, oder wir können die Akten schließen und unverrichteter Dinge nach München zurückfahren". Wilfling, der auch mit den Mordfällen Walter Sedlmayr (1994) und Rudolph Moshammer (2005) befasst war, gelingt es, David zum Reden zu bringen. Insgesamt sieben Morde gibt der hagere Mann mit den guten Manieren im Verhör zu, dann schweigt er. Horst David wird zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ermittler Wilfling spielt sich selbst in Danuta Harrich-Zandbergs und Walter Harrichs dokumentarischem Fernsehfilm "Der Mann, dem die Frauen vertrauten", den das Erste am 1. August (21.45 Uhr) zeigt. Die Tatsache, dass der Täter den Autoren seine Lebensbeichte zur Verfügung gestellt habe, habe ihn dazu bewogen, in der Produktion mitzuwirken, so Wilfling: "Die Erfahrung zeigt, dass Täter dazu tendieren, das jeweilige Tatgeschehen zu relativieren und zu verklären, die Schuld von sich zu weisen." Die Einlassungen Davids habe er nicht unkommentiert stehen lassen wollen.

Für Autorin Harrich-Zandberg war das so gar nicht furchterregende Gesicht eines siebenfachen Mörders der Antrieb, mehr über Horst David erfahren zu wollen. Aus einem ersten Brief in die Haftanstalt Straubing entwickelte sich eine über Jahre dauernde Korrespondenz. So erfuhr die Filmemacherin, dass David, der aus dem damals schlesischen Breslau stammt, als Fünfjähriger von seiner Mutter auf einem Bahnhof ausgesetzt wurde, las, was er über seine Kindheit und Jugend in verschiedenen Waisenhäusern schrieb.

Die Frage nach dem Motiv für die Morde können weder die Filmemacher noch Kripomann Wilfling beantworten. Auch David-Darsteller Ulrich Tukur, der nach seinen Worten in seiner bisherigen Karriere "nicht wenige Totschläger und andere Unmenschen" gespielt hat, kann darüber nur spekulieren. Für ihn ist "der Hass auf die Frau, die ihn verraten und verlassen hat, und die Sehnsucht danach, einmal die Dinge selbst in der Hand zu haben, dominieren zu können", der Schlüssel zur Antwort auf die Frage nach dem Warum.

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