Mörderjagd in der Ewigen Stadt

- Wenn Jutta Speidel in Rom über die Straße geht, erregt sie stets Aufsehen: "La sorella, la sorella", rufen die Leute begeistert, denn die clevere sorella (Schwester) Lotte aus der auch in Italien mit großem Erfolg laufenden Fernsehserie "Um Himmels Willen" ist dort fast so populär wie in Deutschland. Aus der ARD-Serie ist Jutta Speidel indes unlängst ausgestiegen, sie geht jetzt neue Wege. In Rom steht die 52-jährige Schauspielerin derzeit für die neue ZDF-Serie "Donna Roma" vor der Kamera, in der sie eine deutsche Kommissarin spielt, die ihren italienischen Kollegen bei der Aufklärung schauerlicher Verbrechen in der Ewigen Stadt hilft.

"Ich laufe aber nicht mit Waffe rum, das sollen andere tun."

Jutta Speidel

Ihr Partner in der Serie, die im nächsten Frühjahr ins Fernsehen kommen soll, ist der italienische TV-Star Luca Barbareschi, und auch Speidels italienischer Kollege und Lebensgefährte Bruno Maccallini ("Isch ‘abe gar kein Auto") hat eine Rolle in dem Projekt bekommen. Zudem spielen bekannte Schauspieler wie Klaus J. Behrendt ("Tatort") oder Ingo Naujoks mit.

"In Rom zu drehen ist wirklich wunderschön. Hier ist es warm, eine wunderbare Stadt. Außerdem habe ich hier ja auch eine Zweitwohnung, das passt also alles ganz gut zu meinem Leben", erzählt Speidel. Gerade eben hat sie in einer alten Kirche in einer ruhigen Seitenstraße unweit des Circus Maximus eine Szene gedreht, in der sie als deutsche Ermittlerin Friederike Heise gemeinsam mit ihrem italienischen Kollegen Marcello Pascarella (Barbareschi) einen Pfarrer und einen Küster zum Mord an einer Prostituierten vernimmt. "Hier ist alles ein bisschen chaotisch und vielleicht ein bisschen weniger gut organisiert, die Schwierigkeiten sind so typisch italienisch. Aber im Großen und Ganzen laufen die Dreharbeiten auch nicht anders als in Deutschland", sagt die Münchnerin.

Sie spielt in "Donna Roma" eine Kommissarin und Fallanalytikerin, die sich besonders gut in die Psyche von Tätern hineinversetzen kann. "Ich laufe aber nicht mit Waffe rum, das sollen andere tun. Waffen sind etwas, was mir körperlich und von meiner Haltung her total widerspricht." Dass es in der neuen ZDF-Serie um brutale Morde geht und Serienkiller ihr blutiges Unwesen treiben, stört die langjährige TV-Nonne aber nicht: "Das gehört zu meinem Job."

Doch die Schauspielerin, die seit mehr als 30 Jahren im Geschäft ist, darf sich auch von ihrer weichen Seite zeigen, denn die ­ laut Drehbuch ­ unglücklich verheiratete Ermittlerin und ihr neuer Kollege aus Rom tratzen einander zunächst wie Hund und Katz, kommen sich dann aber doch allmählich näher.

Von "Donna Roma" sind im Frühjahr zunächst vier jeweils einstündige Folgen zu sehen. "Danach ist die Serie erst einmal abgeschlossen, das ist der Stand der jetzigen Planung. Wir können uns aber schon vorstellen, dass sie fortgesetzt wird", sagt Heike Hempel ­ die Leiterin der zuständigen ZDF-Redaktion hofft auf im Schnitt etwa fünf Millionen Zuschauer.

Damit könnte auch Produzent Sascha Schwingel leben, der mit dem Verlauf der Dreharbeiten zufrieden ist: "Wir haben in Rom meist schönes Wetter, das ist schon mal gut. Es ist allerdings alles andere als einfach, mit dem permanenten Verkehrschaos in dieser Stadt umzugehen", erzählt er. Immerhin muss ein Konvoi von mehr als einem Dutzend Lieferwagen, vollgestopft mit Kameras, Schweinwerfern und anderer Filmausrüstung, zu den verschiedenen Drehorten bewegt werden. "Das kann schon mal zu kleineren oder größeren Problemen führen", erklärt Schwingel. "Trotzdem herrscht bei uns oft eine ausgelassene Stimmung wie auf einer Klassenfahrt. Dreharbeiten in Rom sind einfach was Besonderes."

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