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Ein Oberfranke spielt einen Münchner: Thomas Schmauser ist im Film Rudolph Moshammer, seine Mutter Else wird von Hannelore Elsner verkörpert.

Drehstart

Mosis Leben wird verfilmt - als Satire über die Achtziger

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    Rudolf Ogiermann
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München - Der Bayerische Rundfunk (BR) dreht einen Film über Rudolph Moshammer. Allerdings soll „Ich und R“ (Arbeitstitel) laut Sender kein Film über das Leben des „Modezaren“ (1940–2005) werden, sondern eine Gesellschaftssatire über das München der Achtzigerjahre.

Er war selbst ein Meister der Inszenierung, liebte das Posieren vor Kameras – doch erst jetzt, zwölf Jahre nach seinem Tod, kommt das Leben von Rudolph Moshammer ins Fernsehen. Mehr oder weniger jedenfalls. Seit Montag dreht der Bayerische Rundfunk (BR) in Prag „Ich und R“ (Arbeitstitel), ein Film, der laut Sender keine Biografie, sondern eine „Gesellschaftssatire“ werden soll. „Wir möchten über die schillernde Figur Rudolph Moshammer von der Münchner Dekadenz der Achtzigerjahre erzählen“, erklärt Claudia Simionescu, die zuständige Redakteurin, gegenüber unserer Zeitung.

Claudia Simionescu ist die verantwortliche Redakteurin beim BR.

Und tatsächlich kann von einer Verfilmung seines Lebens nicht die Rede sein. Sein gewaltsamer Tod wird zum Beispiel überhaupt nicht thematisiert. Der Film setzt im München der Achtziger ein, als Mosi der prominenteste Modemacher der Stadt ist. So weit, so wahr. Laut Drehbuch reicht dieser Erfolg seinen stillen Teilhabern und Finanziers irgendwann aber nicht mehr aus. Sie wollen, dass der Laden in der Maximilianstraße auch den Hoch- und Geldadel, die Reichsten der Reichen als Kunden gewinnt.

Klingt noch plausibel, aber dann wird es krude. Denn um dieses Ziel zu erreichen, sucht Moshammer für den Verkauf eine junge, verführerische Frau – und findet Evi, eine Fußpflegerin aus Augsburg. Aus ihr will er laut BR „eine aufregende Frau“ machen. „Mit Evis Hilfe gewinnt Moshammer Herzen und Geldbörsen der wahrhaft Reichen“, heißt es in der Ankündigung des Senders. „Wäre da nicht seine Mutter, die im Hintergrund Intrigen schmiedet…“

Autor und Regisseur des Films: Alexander Adolph

Das allerdings ist sicher unhistorisch, denn „Mosi und Mama“ waren bis zum Schluss ein Herz und eine Seele. Auch eine Figur wie Evi hat es im Leben des homosexuellen Paradiesvogels nie gegeben, sie ist eine Erfindung des Autors und Regisseurs Alexander Adolph, der schon mehrere München-„Tatorte“ schrieb und die Reihe „Unter Verdacht“ mit Senta Berger entwickelte. Simionescu vertraut dem Filmemacher, „weil er als Münchner das speziell Münchnerische, an dem Mosi ja seinen Anteil hatte, sehr schön einfängt“. Es handele sich um eine fiktive Geschichte, heißt es vom BR weiter, „die von Schönheit, Geld und Glamour erzählt und von der Freundschaft zweier Außenseiter und Einzelgänger im leuchtenden, glamurösen München des Jahres 1983“.

Lena Urzendowsky ist als Mosis fiktive Mitarbeiterin Evi zu sehen.

Die Hauptrolle spielt der gebürtige Oberfranke Thomas Schmauser („Räuber Kneißl“), der seit 2007 zum Ensemble der Münchner Kammerspiele gehört. Hannelore Elsner, die heute 75 Jahre alt wird steht als Else Moshammer vor der Kamera, Lena Urzendowsky als Evi. In weiteren Rollen sind unter anderen Sunnyi Melles und Hanns Zischler zu sehen.

Gedreht wird noch bis zum 25. August nahe der tschechischen Hauptstadt, wo auch Mosis Boutique nachgebaut wurde. Nur wenige Szenen entstehen in München. Ausstrahlungstermin ist im nächsten Jahr im Ersten.

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