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Erleben auch wieder viel Kurioses: Felix Kandler (Florian Karlheim, li.) und Xaver Bartl (Andreas Giebel). Das Erste zeigt sechs neue Folgen von „München 7“.

Dramatisches Finale

„München 7“: Neue Folgen der Serie starten

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Die Polizisten Bartl und Kandler sind wieder im Einsatz. Am Mittwoch startet die neue Staffel „München 7“.  Sechs neue Folgen sind dann im Ersten um 18.50 Uhr zu sehen. Doch das Finale ist dramatisch.

Touristen, die Opfer von Taschendiebstählen werden, ein Galerist, dem beim Saubermachen ein teures Kunstwerk zerstört wurde, dazu die üblichen Scharmützel, zum Beispiel zwischen den Marktfrauen Elfi und Moni (Christine Neubauer und Monika Gruber) – die Fans von „München 7“ dürfen sich auch in der am Mittwoch startenden fünfte Staffel auf die gewohnte Mischung aus Polizistenalltag und viel Lokalkolorit rund um den Münchner Viktualienmarkt freuen. Doch – so viel darf verraten werden – am Ende wird’s diesmal dramatisch. In der letzten von sechs neuen Folgen, die ab heute jeweils mittwochs um 18.50 im Ersten zu sehen sind, fällt ein Schuss. Er trifft Felix Kandler (Florian Karlheim) und verletzt ihn schwer.

Ist das etwa das Ende der seit zwölf Jahren laufenden Serie? Immerhin ist Karlheim neben Andreas Giebel als Xaver Bartl einer der Hauptdarsteller. „Nein“, beruhigt Autor und Regisseur Franz Xaver Bogner im Gespräch mit unserer Zeitung, „es wird weitergehen, und sicher nicht ohne den Felix“. Ob der dann gleich wieder im Dienst ist oder erstmal in der Reha, darüber will Bogner noch nichts sagen. Nur so viel: „Die Bücher sind schon fertig.“ Jetzt fehlt nur noch das Okay der ARD für die Fortsetzung.

Dramatisches Finale der Krimiserie

Einsatz mit blutigen Folgen: Felix Kandler (Florian Karlheim) wird angeschossen, Freundin Sandra Holzapfel (Julia Koschitz) ist in großer Sorge.

Wie immer hat sich der Münchner Serienmacher bei den Einsätzen der Ordnungshüter an realen Ereignissen orientiert. Das betreffe auch den blutigen Zwischenfall im Jobcenter, betont er. Trotzdem werde „München 7“ nun nicht zur Actionserie umgebaut. „Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, die entsprechenden Szenen auch ganz kurz und trocken zu drehen, ohne Stunts, ohne dramatische Musik. Das kommt ja auch aus heiterem Himmel.“ Eine Empfindung, die ein „echter“ (Ex-)Polizist teilt. Wolfgang Wenger, viele Jahre Pressesprecher der Münchner Polizei, hat die Folge, die übrigens den Titel „Es reicht!“ trägt, bereits vorab gesehen und findet sie „absolut realistisch. Hinter jeder Tür kann etwas Unerwartetes passieren. Dann tut es einen Schlag – und das Leben ist ein anderes.“

Auch Schauspieler Florian Karlheim denkt an die Episode, in der ihn die Pistolenkugel trifft, mit gemischten Gefühlen zurück. „Ich habe schon morgens gespürt, dass an diesem Drehtag etwas Besonderes ansteht“, sagt er: „Da herrschte eine knisternde Atmosphäre.“ Besonders die Tatsache, dass der Schuss in Originallautstärke zu hören war, habe ihn beeindruckt. Platzpatrone hin, Kunstblut her – „nach so einem Dreh ist man wirklich fertig“. Seine Sicht auf die Polizeiarbeit habe diese Erfahrung allerdings nicht wirklich verändert, sagt Karlheim: „Ich hatte schon vorher höchsten Respekt, und ich ich wusste auch schon vorher, dass das für mich privat als Beruf nicht in Frage kommt.“

Immer noch voller Ideen: Autor und Regisseur Franz Xaver Bogner.

Trotz des unschönen Endes gibt’s aber auch wieder viel zu schmunzeln in den neuen Folgen, es geht um einen skurrilen, auf der Wache ausgetragenen Nachbarschaftsstreit, außerdem wird eine Auswanderung vorbereitet. Und es geht um einen jungen Afrikaner, der vorübergehend Kirchenasyl erhält. Die große Politik nun auch bei „München 7“? „Auch das ist Polizeialltag“, sagt Bogner: „Daran kann man nicht vorbeischauen.“ Anders als beispielsweise im „Tatort“ werde das Thema jedoch nicht problematisiert, sondern laufe „im Hintergrund“.

So wie vieles andere auch zwischen Marienplatz und Viktualienmarkt. Bogner liebt die „lineare Erzählweise“, weil sie die Serie „angenehm entschleunigt“. Die Ideen gingen ihm so schnell nicht aus, „das Leben liefert ja ununterbrochen neuen Geschichten“. Da sei zum Beispiel diese Meldung aus den USA über eine Frau, die mit dem Gewehr eine Drohne vom Himmel schießt. „Das ist doch eine spannende Sache“, sagt der „München 7“-Autor und lächelt vielsagend. Kann also gut sein, dass sich etwas Ähnliches irgendwann auch in „München 7“ abspielt.

Von Rudolf Ogiermann

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