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Christine Neubauer (Foto) und Monika Gruber stehen heute als Standlfrauen Elfi und Moni auf dem Viktualienmarkt.

"München 7" dreht mit versteckter Kamera

Tanz der Marktweiber mit Christine Neubauer

München - Wenn am Faschingsdienstag auf dem Viktualienmarkt die Marktweiber tanzen, dreht Franz Xaver Bogner mit versteckten Kameras für die Polizeiserie „München 7“. Für den Regisseur ist das Risiko dabei groß.

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Er dreht seit 30 Jahren, doch am heutigen Faschingsdienstag betritt Franz Xaver Bogner Neuland. Nichts weniger als den Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt will der 64-Jährige filmen – als Hintergrund für eine Folge seiner BR-Polizistenserie „München 7“. Sie ist Teil der dritten Staffel, die in den nächsten Wochen entsteht und ab dem 4. September im Ersten ausgestrahlt werden soll. Zuvor läuft von morgen an jeweils mittwochs die zweite Staffel.

Leichte Nervosität angesichts des aktuellen Projektes ist dem Autor und Regisseur anzumerken im Gespräch mit unserer Zeitung.„Das ist schon ein Risiko“, meint Bogner, schließlich könne man, anders als bei selbst arrangierten Massenszenen, das Geschehen nicht anhalten. So müssen sich die Schauspieler anpassen und ihre Parts ohne die Möglichkeit der Wiederholung durchspielen.

„Sieben bis acht Szenen“ müssen in Echtzeit im Kasten

Gefragt sind da unter anderen Christine Neubauer und Monika Gruber als Standlfrauen Elfi und Moni, denn sie geraten in Streit darüber, ob beim ausgelassenen Treiben mitzumachen wohl für alle Pflicht sei. Und noch einen Handlungsfaden gibt es in der Folge „Täuschungen“, wie Bogner verrät. Es geht – wie passend im Fasching – um einen falschen Polizisten, der für Verwirrung sorgt.

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„Sieben bis acht Szenen“ müssen am Ende sozusagen in Echtzeit im Kasten sein, gedreht wird mit vier teilweise verstecken Kameras, und wenn die Klappe fällt, muss der Text sitzen. Doch der Regisseur, dessen ruhige und souveräne Art am Set geschätzt wird, lässt keinen Zweifel daran, dass seine Schauspieler das schaffen werden.

Wenn die Menschen in Fahrt sind, gibt’s kein Zurück mehr

Für die meisten von ihnen sind lange „Takes“, Einstellungen, sowieso nicht neu. „Viele mögen es, Dialoge durchzusprechen, weil sich da eine eigene Intimität einstellt“, sagt Bogner. Diese Arbeitsweise habe er bei „Café Meineid“ (1990–2003) eingeübt. „Wir haben die geschützte Stadionsituation genutzt, am Vormittag lange geprobt und nach dem Essen alles hintereinander weg abgedreht.“ Dabei habe er viel von den mitwirkenden Theaterstars gelernt.

Kein Wunder, dass der Filmemacher diese Strategie auch in „München 7“ beibehält. Studioszenen wie die im Polizeirevier werden in der Regel mit zwei Kameras realisiert, das erspart lange Pausen und viele kurze Sequenzen. Aber der Viktualienmarkt ist nun mal kein Studio, und wenn die Menschen in Fahrt sind, gibt’s kein Zurück mehr.

„Der Marktbetrieb hat uns quasi adoptiert"

Doch Bogner will es wagen, schließlich geht es ihm auch um das Lokalkolorit – „und davon will ich so viel wie möglich einfangen“. Sorgen bereitet es ihm nur, wenn der Trubel zwischen Heilig-Geist-Kirche und Frauenstraße außer Kontrolle gerät: „Immer wieder einmal musste der Platz gesperrt werden.“ Was dann passiert, „daran will niemand denken“, sagt der Regisseur. Er sei froh, dass ihm Sender und Produktionsfirma das Vertrauen geschenkt hätten.

Wenn nicht gerade Fasching sei, mache das Filmen zwischen den Ständen keine besonderen Umstände mehr, sagt Bogner:„Der Marktbetrieb hat uns quasi adoptiert, so, als kämen wir von den Stadtwerken. Dadurch haben wir weniger Zuschauer und müssen uns nicht mehr verstecken.“

Von Rudolf Ogiermann

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