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"München 7": Einsatz mit Schuss

München - Schauspieler und Moderator Schmidt Max ist froh, dass er trotz eines Unfalls bei „München 7“ dabei sein darf. Ein Bericht vom Dreh:

Wenn der Schmidt Max vor der Kamera steht, scheint alles in Ordnung zu sein. Er läuft ganz normal, verzieht nicht einmal das Gesicht vor Schmerzen. „Das Gehen funktioniert schon wieder ganz gut“, findet er. Nur wenn Schmidt das linke Hosenbein hochzieht, erinnert ein Verband am Unterschenkel an diesen „saublöden Unfall“: Heute vor zwei Wochen lag der Münchner frisch operiert im Krankenhaus. Der 43-Jährige war von seinem Kollegen Edgar Selge (64) während eines Krimidrehs mit einer Gaspistole angeschossen worden.

Ein Schock für alle Beteiligten, denn keiner der Männer hatte ahnen können, dass die Waffe tatsächlich geladen war. Die Verletzung hätte Schmidt beinahe seinen Traum gekostet – in drei Folgen bei Franz Xaver Bogners Krimireihe „München 7“ mitzuspielen. „Da hatte ich echt Glück im Unglück“, meint Schmidt am Set in den Bavaria Studios im Gespräch mit der „tz“.

Für Freitag, 24. August, war der erste Drehtag für die Polizistenserie angesetzt, am Dienstag davor passierte das Unglück. Schmidt war für den ZDF-Film „Hattinger – Der Chiemseekrimi“ (wir berichteten) engagiert. In einer Szene sollte ihm Selge die Pistole ans Bein halten und abdrücken. Wider Erwarten löste sich ein Schuss. Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft, wie die Munition in die Waffe kam. Die Patrone riss eine Wunde ins Bein.

„Mein erster Gedanke war: Die haben mir den Fuß weggeschossen“, erinnert sich Schmidt. „Der zweite war: Das war’s mit ,München 7‘!“ Der Schauspieler und Moderator („Freizeit“ im Bayerischen Fernsehen) wurde sofort ins Traunsteiner Krankenhaus gebracht und operiert. Professor Rupert Ketterl nähte den Muskel im Unterschenkel. „Ich hatte mir Sorgen gemacht, dass ich mir den gesamten Dreh abschminken kann“, erzählt Schmidt. „Am Morgen nach der OP hat der Professor gleich mit dem Produktionsleiter von ,München 7‘ telefoniert und gesagt: ,Des kriang ma hi, der Patient derf hatschn!‘ Da war ich unglaublich erleichtert.“

Schmidt schonte sich nicht lange. Am Donnerstag kehrte er zurück ans ZDF-Set: „In der Szene musste ich nur im Bett liegen, das ging schon.“ Und einen Tag später war er auf dem Weg zu Franz Xaver Bogner. Der Regisseur war heilfroh, dass Schmidt nicht ausfiel. „Ich habe mit großer Freude gesehen, dass er drehen kann“, sagt der 63-Jährige: „Auch, wenn er humpelte. Schließlich hatte ich ihm die Rolle auf den Leib geschrieben.“ Er arrangierte die Szenen kurzerhand so um, dass der verletzte Darsteller möglichst wenig laufen musste.

Hinter dem Huber Fred steckt folgende Geschichte: In der Serie geht Polizist Felix Kandler (Florian Karlheim) in Urlaub, Huber springt für ihn ein. Ursprünglich kommt er aus dem Betrugsdezernat, wurde aber degradiert. Ein wuider Hund mit ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden, der von Xaver Bartl (Andreas Giebel) argwöhnisch beobachtet wird. Eine absolute Traumrolle für den Schmidt Max. Seit seiner Jugend liebt er die BR-Serien – Bogners „Irgendwie und sowieso“, „Zur Freiheit“, Helmut Dietls „Monaco Franze“… „Früher, da gab es nur drei Sender, und die Geschäfte wurden um 18.30 Uhr geschlossen. Dann hatten wir nur noch einen Termin: das Vorabendprogramm im Bayerischen Fernsehen“, sagt Schmidt. „Ich hatte immer den Wunsch, in genau so einer Serie mitzuspielen, gerade beim Franz.“

Das hatte auch Bogner über mehrere Ecken erfahren. Den entscheidenden Tipp hatte aber Kabarettistin Monika Gruber gegeben: „Du, der Schmidt Max würde auch mal gerne bei dir spielen!“ Der Kultregisseur begutachtete ihn näher. Als Florian Karlheim ankündigte, wegen eines anderen Drehs bei „München 7“ pausieren zu müssen, dachte Bogner gleich an Schmidt. Als Polizist trägt der Schauspieler selbst eine Waffe. „Wobei die ein echtes Spielzeug ist“, meint er schmunzelnd: „Und ich bin heilfroh, dass meine Kollegen und ich bei ,München 7‘ nie schießen müssen.“

Eva Hutter

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