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Der neue München -„Tatort“ führt die Kommissare Leitmayr und Batic an die Eisbachwelle.

Neue BR-Folge spielt am Eisbach

Münchner „Tatort“ am Sonntag: Die Kommissare ermitteln am Eisbach – es gibt eine Filmpanne

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Die 80. Folge des München-„Tatorts“ führt die Komissare Leitmayr und Batic an die berühmte Eisbach-Surferwelle. Lesen Sie, wovon der Fall handelt und wie die Surferszene reagiert.

München - Udo Wachtveitl bekommt noch immer leuchtende Augen, wenn er an die Zeit denkt, als er sich, im Alter von vielleicht 16, 17 Jahren, im Sommer fast täglich auf den Weg zum Münchner Eisbach machte. „Ich bin ab dem Moment, als ich ein Moped hatte und halbwegs schnell nach der Schule aus Ramersdorf rauskam, eigentlich immer hergefahren“, erzählte er vor einiger Zeit im Gespräch mit unserer Zeitung. Diese Erinnerungen kamen bei ihm während der Arbeit am neuen München-„Tatort“, der im vergangenen Sommer gedreht wurde, an diesem Sonntag ausgestrahlt wird – und eben in der Surferszene am Eisbach spielt.

Zwei, die diese Szene wie ihr Brett kennen, sind die Münchner Viktor Abele (19) und Dominik Wienecke (22). Seit acht Jahren verbringen die Freunde, die demnächst anfangen zu studieren, jede freie Minute am Eisbach. „Wir sind leidenschaftliche Surfer“, erzählen sie: „Natürlich fahren wir am liebsten ans Meer, aber in München sind wir froh über den Eisbach.“

München: „Tatort“-Kommissare ermitteln am Eisbach - Fall schlägt hohe Wellen

Als sie hörten, dass der BR einen „Tatort“ über „ihren“ Eisbach dreht, waren sie zunächst skeptisch. „Kein Kommerz“ lautet das Motto am Fluss. So wenig Publicity wie möglich. Und: „Wir hatten Sorge, dass unser Umfeld verkitscht dargestellt wird.“ Allein der Titel des Films, „Die ewige Welle“, drücke schon so eine Sehnsucht aus.

Aber ihre Befürchtungen wurden nicht wahr. Die beiden haben den Krimi für unsere Zeitung bereits gesehen – und sind mit dem Ergebnis zufrieden. „Wir waren überrascht, aber es ist ein guter Film geworden“, lachen Abele und Wienecke. Die Surferszene stehe auch gar nicht so im Mittelpunkt. „Es gibt im Film viele verschiedene Charaktere, die so unterschiedlich sind wie im echten Leben. Das ist gut gemacht.“

Einen ganz anderen Charakter, eine ganz andere Seite von sich zeigt auch die berühmte „Tatort“-Kommissarin Ulrike Folkerts. Die 58-Jährige durchlief eine komplette Verwandlung und ist kaum wiederzuerkennen. So hat man die „Tatort“-Schauspielerin noch nie gesehen.

Eisbach-Welle: Wer mitsurfen will, muss sich zunächst unterordnen 

Den typischen Eisbachsurfer gebe es ohnehin nicht. „Da sind inzwischen Kinder von sieben, acht Jahren dabei, die sich wie selbstverständlich unter die Alteingesessenen mischen.“ Als Anfänger, so haben es die beiden selbst erlebt, müsse man sich auch erst mal einen Platz am Ort erkämpfen. „Man sollte sich eher zurückhalten“, sagt Abele. „Sich respektvoll benehmen und die Regeln einhalten. Man kann jetzt nicht gleich zu Beginn die Welle total blockieren oder so.“ Was die Faszination ausmacht? „Wir haben einfach Spaß am Surfen. Es ist unser Sport“, sagen sie.

München- „Tatort“: Eisbach-Surfer bemerken Filmfehler

Einen Kritikpunkt am „Tatort“ haben sie dann aber doch: Alle Surfer im Film halten ihr Brett falsch herum! „Die Finnen, diese Art Flossen, die unter jedem Board sind, gehören beim Tragen eigentlich nach innen, an den Körper“, erklären Viktor Abele und Dominik Wienecke. „Darauf hätten sie beim Drehen schon achten können“, schmunzeln sie. Dafür gefällt ihnen eine andere Szene ganz besonders gut – die, in der Kommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) kiffend auf der Wiese am Olympiaberg liegt. „Das“, lachen die beiden, „hat was!“

München-„Tatort“ mit Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec: Davon handelt die Folge 

Nach einer nächtlichen Session an der stehenden Welle im Münchner Eisbach wird Mikesch (gespielt von Andreas Lust) Opfer einer Messerattacke. Er überlebt schwer verletzt. Das Pikante: ­Mikesch war Anfang der 1980er-Jahre ein enger Freund von Franz Leitmayr. Gemeinsam mit der Holländerin Frida (Ellen ten Damme) verbrachten sie einen aufregenden Sommer zu dritt am Strand des portugiesischen Fischerorts Nazaré. Kurz darauf brach Leitmayr den Kontakt zu beiden wortlos ab. Als er jetzt, knapp 40 Jahre später, erneut auf Mikesch trifft, ist plötzlich die ganze Vergangenheit wieder nah. Batic wundert sich über seinen Freund und Kollegen ebenso wie über den schrägen Vogel Mikesch, der, anstatt mit der Polizei zu kooperieren, aus dem Krankenhaus flüchtet. Was der Kriminaler lange Zeit nicht weiß: ­Mikesch hat ein Geschäft abzuwickeln, bei dem die ­Polizei nur stört…

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Wegen der Sanierung der Eisbachbrücke ist an der an der Prinzregentenstraße aktuell Surfen hinterm Bauzaun angesagt - die Sicht auf den Münchner Hot Spot ist dadurch völlig versperrt. Offizielle herrscht Badeverbot im Eisbach, doch die Totenkopf-Schilder stören hier niemanden.

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