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Dass „youtuben“ nicht im Duden steht, wusste Lutz Gerling nicht – und fiel zurück auf 1000 Euro.

Lutz Gerling über sein „Wer wird Millionär“-Aus

Münchner Radio-Moderator erklärt: So verzockte ich die Viertelmillion bei Jauch

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Das ist bitter. Er war so nah dran an der Viertelmillion – und musste dann doch mit nur 1000 Euro heimgehen. Ein Kandidat aus München hatten bei „Wer wird Millionär“ kein Glück.

Köln - Nicht, weil Lutz Gerling zu gierig gewesen wäre am Montagabend auf dem Stuhl der RTL-Show Wer wird Millionär?. Es schien ja alles so sicher! „Als ich die 125 000 Euro-Hürde genommen hatte, hatte ich ja noch den Publikumsjoker. Ich erinnere mich, wie mir da durch den Kopf ging: ,Die 250 000 sind dir sicher‘“, erzählt Gerling am Tag nach der Ausstrahlung. Mit einer solch gemeinen Frage, die dann folgte, hatte er nicht gerechnet. „Nach welchem Verb sucht man im aktuellen Rechtschreibduden nach wie vor vergeblich? A: liken, B: tindern, C: youtuben, D: facebooken.“ Normalerweise gebe es im Publikum immer jemanden, der die Antwort auf die Publikumsjoker-Frage kenne – aber hier? „Da kommt doch niemand drauf! Das war einfach Pech, dass diese Frage mit diesem Joker zusammenfiel“, sagt Gerling, der als Redakteur des Münchner Senders Radio Arabella zwar wortgewandt ist, hier aber auch nur raten konnte.

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Der Schweizer aus dem Publikum, den er als Joker wählt, schließt A und B aus. Ohne es selbst so recht zu wissen. Gerling freut sich über die Bestärkung seiner Idee und wählt Antwort D. Sollte das korrekt sein, bietet er sogar an, die Belohnung des Jokers auf 5000 Euro zu erhöhen. Aber nein, „youtuben“ wär’s gewesen. Gerling fällt wieder herab auf 1000 Euro.

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Knapp einen Monat ist das jetzt her, da wurde die Sendung aufgezeichnet. Mittlerweile hat der 29-Jährige diesen gemeinen Moment überwunden. Gerade ist er mit seiner Frau im Urlaub in Marokko, die Sendung hat er über einen „halb legalen Videostream im Internet verfolgt“, erzählt er lachend. Wie er überhaupt erfrischend viel lacht und sympathisch ist wie in Günther Jauchs Sendung. „Ich bin froh, dass ich mich zumindest nicht bis auf die Knochen blamiert habe“, resümiert er. Die Reaktionen in den Sozialen Netzwerken geben ihm recht – durchweg positiv seien sie gewesen. Und dass die Frage, an der er gescheitert ist, tatsächlich eine war, die kaum einer beantworten hätte können, beweist der Screenshot, den ein Twitter-Nutzer veröffentlichte: darauf zu sehen die Homepage vom Duden. Während der Werbepause, in der die Zuschauer auf die Auflösung der letzten Frage warteten. Ungeduldig klickten Tausende auf duden.de – bis der Server der Seite zum Absturz kam. „Das finde ich schon sehr witzig“, kommentiert Gerling. Wie er die Wer wird Millionär?-Sendung überhaupt mit Humor nimmt. „Was bleibt mir anderes übrig? Und letztlich muss ich sagen: 1000 Euro sind mehr als nichts, ich habe einen Job, sitze nicht auf der Straße, es geht mir gut – ich habe also keinen Grund, mich zu beklagen.“ Das Hadern mit sich, wie er hätte anders vorgehen können, ist vorbei. Und durch seinen munteren Auftritt bewies Gerling eins mit Sicherheit – dass Jauchs aufmunternder Satz zum Schluss der Show stimmt: „Sie schaffen’s auch beim Radio.“ 

Die spektakulärsten Rausflieger

„Zumindest habe ich mich nicht bis auf die Knochen blamiert“, sagt Lutz Gerling. Stimmt. Andere „Wer wird Millionär?“-Kandidaten hingegen schon. Eine Auswahl:

  • Bereits bei der ersten Frage setzte Sascha P. am 4. März 2002 den Publikumsjoker. „Warum ist die...?“ A: Blondine dumm, B: Forelle stumm, C: Banane krumm, D: Show schon rum – richtige Antwort: C.
  • Bei der 300-Euro-Frage war es für Heiner K. am 2. Dezember 2006 vorbei. „Wenn scherzhaft von Nuckelpinnen die Rede ist, dann geht es um ...?“, wollte Jauch wissen. A: Bierflaschen, B: Autos, C: Zigarren, D: Brustwarzen. Er entschied sich für die Bierflaschen – Autos wäre richtig gewesen.
  • Eine Frage, die zur heißen Jahreszeit vermutlich jeder beantworten kann – am winterlichen 29. November 2010 scheiterte Kandidat Thomas J. aber daran: „Was trägt man an den Füßen?“ A: Tortillas, B: Jalapeños, C: Espadrilles, D: Enchiladas. Richtig war C, er tippte auf das ähnlich klingende Enchiladas. Und ging in Winterstiefeln ohne Gewinn nach Haus.
  • Brigitte P. aus München brauchte alle vier Joker und nur 20 Minuten, um dann mit 500 Euro nach Hause zu gehen. Für die 300-Euro-Frage nahm sie einen Publikumsjoker – der für seine Hilfe 500 Euro bekommt. „Das ist historisch“, sagte Jauch, „dass der Joker mehr Geld bekommt als der Kandidat.“

Katja Kraft

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