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Die Münchner Ermittler bekommen es im Jubiläumsfall mit dem Rotlicht-Milieu zu tun. 

Die Kritik nach der Geburtstagsfolge

Münchner Jubiläums-Tatort: Besser geht nicht!

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München - Die Münchner Tatort-Ermittler haben ihr 25-jähriges Dienstjubiläum. Wir haben uns die Geburtstags-Folge angesehen und finden: Besser kann man das gar nicht machen. Die Kritik. 

Update vom 18. Dezember 2016: Heute Abend kommt der Tatort aus Frankfurt. Wir haben uns den neuen Fall "Wendehammer" vorab angeschaut.

Update vom 21. Oktober 2016: Der Tatort "Die Wahrheit" befasst sich mit dem realen Fall des Isar-Mordes  aus München. Unsere Vorab-TV-Kritik.

Update vom 7. Oktober 2016: Der neue Dortmund-Tatort "Zahltag" knüpft an den Vorgänger-Film an. Sehr gut. Wir wollen wissen, ob Kommissar Peter Faber aus dem Ermittlerteam fliegt. Die TV-Kritik.

Update vom 30. September 2016: Was verdient ein Tatort-Schauspieler eigentlich? Jan Josef Liefers und Axel Prahl fordern die doppelte Gage - und das verdienen die anderen Kommissare. Ob sich der neue Tatort aus Dresden, "Der König der Gosse", lohnt, erfahren Sie hier.

Update vom 23. September 2016: Sie können es doch noch, die Münsteraner. Der neue Tatort "Feierstunde" ist gut, richtig gut. Wir sagen Ihnen, warum Sie Boerne und Thiel diesmal unbedingt zuschauen müssen.

Update vom 20. Mai 2016: Zwölf Millionen Zuschauer haben den ersten Franken-Tatort gesehen. Der zweite Fall aus Nürnberg kommt am Sonntag. In Wahrheit sind es drei Fälle in 90 Minuten.

Update vom 6. Mai 2016: Ein Tatort aus Münster - der kann nur gut sein? Weit gefehlt. Warum der neue Fall am Sonntag nicht gut ist, lesen sie in unserer Vorab-Kritik zum Münster-Tatort.

Dass die Hauptdarsteller beim Drehbuch ein (oder mehrere!) Wörtchen mitreden, kann ein Fluch sein – beim Münchner „Tatort“ (ARD) ist es ganz sicher ein Segen. Das spürt man immer dann besonders, wenn nach bemüht taffen, unecht klingenden, uncharismatischen Ermittler(inne)n aus Dresden, Luzern oder Freiburg mal wieder die Routiniers von der Isar an der Reihe sind. 

Wenn sich Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec) anfrotzeln („Milieu, Ivo, schon mal gehört?“) oder anschreien, dann stimmt in den allermeisten Fällen jeder Ton, jeder Blick und jede Geste. Die Schauspieler haben sich ihren Rollen im Lauf der Jahre perfekt anverwandelt, sie verleihen ihnen größtmögliche Authentizität. Und als ob sie damit ihren Kollegen als leuchtende Beispiele dienen, überzeugt der Jubiläumsfall „Mir san jetz da, wo’s weh tut“ durch die überragende Ensembleleistung, vom Team (Ferdinand Hofer, Stefan Betz) bis zu den Episodenrollen (Vincent zur Linden als Unternehmersöhnchen).

Die Autoren Max Färberböck und Catharina Schuchmann wagen sich mit ihrem Plot bei diesem Tatort aufs per se klischeebehaftete Terrain der Prostitution, zu den Sklavinnenhaltern und ihren Opfern, „Leibeigene“ buchstäblich. Souverän und ohne gestreckten Zeigefinger machen Färberböck und Schuchmann das dichte Geflecht der Abhängigkeiten durchsichtig, zeigen die Killer erster und zweiter Klasse und den großen Zampano, der die Fäden in der Hand hält, „schneller, klüger, nie dabei“, wie es Batic auf den Punkt bringt. Und sie präsentieren, nicht zu vergessen, fast en passant die gut zahlende Kundschaft aus (groß-)bürgerlichen Kreisen, die die Kassen erst klingeln lässt.

Dem Regisseur gelingt im Jubiläums-"Tatort" der Wechsel zwischen Poesie und Brutalität

Als Regisseur gelingt Färberböck der Wechsel zwischen Poesie und Brutalität, er zeigt Szenen unschuldiger Liebe zwischen der Rumänin Mia und ihrem Retter Benny (brillant: Mercedes Müller und Max von der Groeben) und solche, in denen Menschen gnadenlos exekutiert werden. Dass es den Kriminalern trotz aller Anstrengungen nicht gelingt, die Maschine zu stoppen, die sie doch selbst in bester Absicht angeworfen hatten, verleiht diesem Fall seinen ganz besonderen Ton.

Bei allem Realismus – ein bisschen Kintopp darf schon sein. Unter diesem Begriff muss man wohl die Freundschaft zwischen einem Kriminalhauptkommissar und einem Chefstrizzi subsumieren und die Tatsache, dass ausgerechnet zwei Österreicher (Robert Palfrader und Andreas Lust) als Größen der Münchner Rotlichtszene gezeigt werden. Doch die Macher integrieren auch solche grellen Farbkleckse in ihr außerordentlich gut gefilmtes Gesamtkunstwerk (Kamera: Alexander Fischerkoesen). Besser hätte ein Jubiläumskrimi nicht sein können. 

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