Musikshow: Nur am Ende fehlten die Worte

München - Bei dieser Musikshow kommt es nicht auf die Stimme an, sondern auf den richtigen Text. Kein Problem für Carolin Ebert aus Rosenheim, die in der jüngsten Ausgabe von "Singing Bee" bei Pro Sieben gestern abend 7500 Euro ersang.

Bis zuletzt war noch mehr drin für die 18-Jährige. Bei drei Liedern hatte Carolin Ebert souverän den Text vervollständigt und dabei getanzt und gelacht, als sei Nervosität ein Fremdwort für sie. Madonnas "Don't Cry For Me Argentina" war der erste Fehlversuch. Dann kam Hubert Kah und sein "Sternenhimmel" - Carolin improvisierte originell, lag aber natürlich daneben. Noch ein Fehler, und der Traum von 50 000 Euro wäre vorbei. Die Band spielt das Lied an: "Losing My Religion" von R.E.M. Schon nach der ersten Zeile - noch singt der Sänger der "Singing Bee"-Band - winkt Carolin ab. Sie versucht es noch, singt die gefragten zwei Zeilen, aber nicht die richtigen Worte. Nicht eine Sekunde scheint sie traurig, sie strahlt ob der gewonnenen 7500 Euro.

Mit Recht, denn bis zum Finale hatte sie mit ihrer großen Textsicherheit bereits fünf andere Kandidaten hinter sich gelassen. Wie man singt, wie man tanzt, wie man aussieht - alles egal bei dieser neuen Pro Sieben-Show. Es zählt ausschließlich, was man singt. Drankommen kann alles, keine Musikrichtung wird ausgespart. Selbst den Text des "Pumuckl"-Liedes prüften die Moderatoren Oli P. und die als Sängerin von Monrose bekannt gewordene Senna - für den befragten Kandidaten bedeutete dies das Aus.

Kennt man den Titel, kennt man ihn nicht, hat man je auf den Text geachtet - wer hier auftritt, braucht neben einem guten Gedächtnis vor allem Glück. Daraus macht der Sender keinen Hehl, was sich schon am Untertitel "Die unfairste Musikshow der Welt" zeigt. Von der Show gehört hat Carolin Ebert über einen Newsletter, den sie von dem Betreiber einer Karaoke-Homepage erhalten hatte. Mit dem Newsletter erhielt sie ein Bewerbungsformular. "Ich hab zwar nicht so richtig gewusst, wofür ich mich da anmelde, aber hab es einfach mal weggeschickt", sagt sie.

Als die Rosenheimerin dann zu der Show eingeladen wurde, war sie erst mal schockiert, wie sie unserer Zeitung erzählt: "Da wurde mir erst bewusst, wie groß das Ganze angelegt ist und dass es im Fernsehen gezeigt wird." Aber irgendwie, so sagt sie, fand sie die Sache witzig. Eine nette Herausforderung.

Die Vorbereitung auf die Show ließ sich gut mit Carolin Eberts größtem Hobby verbinden - dem Karaoke-Singen. Klassisch in einer Bar habe sie das zwar noch nie gemacht, daheim via Webcam vorm Computer dafür aber umso häufiger. Seither achte sie auch viel mehr auf Liedtexte. "Gerade bei englischen Songs war ich schon oft geschockt, was ich da eigentlich singe."

Von den gewöhnlichen Castingshows à la "Deutschland sucht den Superstar" hält sie, wie sie zugibt, wenig. Für den Zuschauer sei das vielleicht lustig und unterhaltsam, für die Kandidaten hingegen oft peinlich. Bei "Singing Bee" sei das anders. Keiner der Teilnehmer gebe sich hier Illusionen über seine Sangeskünste hin, es zähle nur der Spaß: "Sich ein bisserl zum Affen machen und dafür Geld bekommen - das geht schon in Ordnung." Mit dem Gewinn will Carolin Ebert, die aus Neubrandenburg stammt, aber schon seit ihrer Kindheit in Rosenheim lebt und gerade eine Ausbildung zur Erzieherin macht, erst mal einen Urlaub mit ihrem Verlobten finanzieren. Und vielleicht besucht sie irgendwann doch mal eine Karaoke-Bar.

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