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Toleranz ade: Am Halbmond-Logo störten sich viele BR-Zuschauer, deswegen wurde es wieder gestrichen.

„Unter FJS hätte es das nicht gegeben"

Nach Protesten: BR streicht Ramadan-Logo

München - Um den interkulturellen Austausch zu stärken hat das Bayerische Fernsehen bei Sendungen zum Fastenmonat Ramadan einen Halbmond am Bildschirmrand eingeblendet. Es hagelte Proteste - das Symbol musste weg.

Update vom 19. Mai 2016: Muslime weltweit bereiten sich derzeit auf den Fastenmonat vor, der bald startet. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte zum Ramadan 2016.

Der Bayerische Rundfunk (BR) hat nach Protesten ein Ramadan-Logo aus dem Programm genommen. Im Bayerischen Fernsehen war bei Sendungen zum muslimischen Fastenmonat Ramadan der islamische Halbmond eingeblendet. Kritiker liefen im Internet dagegen Sturm. Der Sender war auf seiner Facebook-Seite mit einer Welle negativer Kommentare konfrontiert worden:

„Ihr seid's doch ned ganz sauber“, schrieb ein Zuschauer. „Wir leben in DEUTSCHLAND oder besser gesagt in BAYERN .... zefix noamoi“, kommentierte ein anderer. „Wir sind ein christliches Land - und unsere Feiertage wurden noch nie eingeblendet. Was betreibt ihr für eine Volksverblödung???“, schrieb eine Userin und bekam dafür bis zum Mittwochnachmittag 209 Likes. 73 Likes gab es für den Kommentar: „Unter FJS hätte es das nicht gegeben - da wären jetzt beim BR Köpfe gerollt - und zu recht.“

BR: "Zuschauer sind verwirrt"

„Das Logo war die ersten Tage drin, um den Themenschwerpunkt Ramadan einzuläuten, aber wir wollten verhindern, dass es Verwirrungen auslöst bei den Zuschauern und dadurch von der Sache ablenkt“, sagte eine BR-Sprecherin am Mittwoch. „Es gibt viele Menschen, die nicht verstehen, dass dieser Halbmond eben kein politisches, sondern ein religiöses Symbol ist. Beginn und Ende des Ramadan richten sich nach dem Mond“, sagte der Programmverantwortliche Andreas Bönte.

„Wir haben gemerkt, dass Zuschauer auch beim Zuschauerservice anrufen und sich fragen und sich wundern“, sagte die BR-Sprecherin und betonte, programmlich ändere sich nichts. Auch an der Werbung für das Programm gebe es keine Veränderungen.

Protestbriefe an die CSU

In der Sitzung der CSU-Landtagsfraktion am Mittwoch gab es nach Teilnehmerangaben von manchen Abgeordneten ebenfalls scharfe Kritik. Unter anderem wurde die Forderung nach einem Protestbrief an BR-Intendant Ulrich Wilhelm laut.

Der Auslöser der Diskussion: Viele Anti-Halbmond-Proteste sind in den vergangenen Tagen auch bei der CSU eingegangen, oft verbunden mit der Aufforderung, Druck auf den BR auszuüben. Ein Argument dabei: Bei christlichen Festen habe der BR noch nie das Kreuz eingeblendet. Sofern der Sender das tun sollte, seien die Proteste ebenfalls programmiert. In der Fraktionssitzung war von „Zerfließen vor Toleranz“ die Rede. Einen formellen Beschluss gab es aber nicht.

Themenschwerpunkt Ramadan beim BR

Seit dem 20. Juni bis zum Ende des Ramadan (Mitte Juli) zeigt das Bayerische Fernsehen regelmäßig Beiträge. „Der BR-Themenschwerpunkt Ramadan ist ein Zeichen der Anerkennung gegenüber diesen Mitbürgern und soll zugleich allen Zuschauern breites Wissen über den Ramadan vermitteln. Denn oft beherrschen Vorurteile das Denken über Religion und Kultur“, teilte die Sprecherin mit.

Hunderttausende Muslime, die im Freistaat leben und auch ihren Rundfunkbeitrag entrichten, „haben wie alle anderen Einwohner Bayerns ebenso einen Anspruch darauf, in den Programmen des Bayerischen Rundfunks präsent zu sein“. Der Sender wolle aber verhindern, dass die Debatte um ein Logo die inhaltliche Diskussion über die Beiträge überdecke. „Bei uns stehen die Sache und die Filme im Vordergrund.“

dpa

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