+
"Wetten, dass..?"-Moderator darf seinen Wettkönig künftig nicht mehr mit einem Auto belohnen

Schleichwerbung bei "Wetten, dass..?"

ZDF-Intendant: In Zukunft Reisen statt Autos

Berlin - ZDF-Intendant Bellut will einen Schlussstrich unter die „Wetten,., dass..?“-Debatte vor dem Hintergrund möglicher Schleichwerbung ziehen. In Zukunft gibt es deshalb Reisen statt Autos zu gewinnen.

„Das Modell der 90er-Jahre ist beendet“, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“. „Derzeit gibt es nur noch eine Vereinbarung mit Audi, die im Sommer endet.“ Am Samstag hatte der Wettkönig der Show ein Auto bekommen, Moderator Lanz hatte die Marke jedoch nicht einmal erwähnt.

„Wetten, dass..“ war in den vergangenen Tagen in die Schlagzeilen geraten, weil das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und das „Handelsblatt“ enthüllt hatten, in welcher Form Wirtschaftsunternehmen ihre Produkte zu Zeiten von Moderator Thomas Gottschalk (bis Dezember 2011 dabei) in der Show platzierten. Die umstrittenen Deals liefen über die Firma von Gottschalks Bruder Christoph, an der die ZDF-Tochter Enterpreises bis vor fünf Jahren noch beteiligt war.

Bilder zur "Wetten, dass..?"-Show mit Neuner, Washington & Co.

Bilder zur "Wetten, dass..?"-Show mit Neuner, Washington & Co.

„Das war eine andere Zeit“, sagte Bellut. „In den 90ern haben alle gesagt: Nehmt euch ein Beispiel an Privaten, sucht Kooperationen. Das ist lange vorbei. Für die Finanzierung der Show brauchen wir keine Partner. Ein Auto als Preis für den Wettkönig wird es auf absehbare Zeit nicht mehr geben. Der Publikumspreis ist seit Oktober eine Reise zur nächsten "Wetten, dass..?"-Sendung, bezahlt von uns. Für die Lanz-Challenge gibt es eine Reise von DER-Tours.“ Bellut will, dass „Wetten, dass..?“ aus dieser Diskussion herauskomme.

Bellut will nach eigenen Angaben von Christoph Gottschalk nun „genau wissen, ob seine Firma mit ihren Partnern Vereinbarungen getroffen hat, die den Anschein erwecken, dass auf redaktionelle Entscheidungen Einfluss genommen werden sollte. Dazu wäre er nach den Verträgen, die er mit dem ZDF hatte, nicht berechtigt gewesen.“ Dolce Media sei aufgefordert, die Verträge offenzulegen. Eine Antwort stehe aus.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wegen diesem Foto wirft Netflix Biene Maja aus dem Programm
Die Biene Maja kennt man seit den 70er-Jahren als Kinderserie im TV. Jetzt warf Netflix eine Folge der neuverfilmten Serie aus dem Programm. Der Grund dafür ist …
Wegen diesem Foto wirft Netflix Biene Maja aus dem Programm
Warnstreik beim WDR: Radiomoderatoren von „1Live“ bleiben stumm
Wegen eines Warnstreiks verzichtete der WDR-Sender 1Live in den frühen Morgenstunden eine Stunde lang auf jegliche Redebeiträge und sendete stattdessen nur Musik.  
Warnstreik beim WDR: Radiomoderatoren von „1Live“ bleiben stumm
Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm
Für manche Sender geht es am Wahlabend um kaum etwas anderes. ARD und ZDF berichten mehrere Stunden am Stück. Andere fassen sich kurz und sind so eine Alternative für …
Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm
Bayerischer Rundfunk übernimmt 2018 den ARD-Vorsitz
Der Senderverbund hat einstimmig beschlossen, dass der Bayerische Rundfunk im Jahr 2018 den Vorsitz der ARD übernehmen wird - zuletzt hatte der BR diesen 2005/2006 inne.
Bayerischer Rundfunk übernimmt 2018 den ARD-Vorsitz

Kommentare