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Da war‘s noch Spaß - für den Jimmy Fallon (re.) arg in die Kritik geriet. Er hatte Donald Trump in seine „Tonight Show“ eingeladen und ihm durch die Haare gewuschelt.

So reagieren Comedians, Sänger und Schauspieler auf den neuen US-Präsidenten

Von wegen Schluss mit lustig

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Nach dem Sieg von Donald Trump setzen Fernsehkomiker in den USA auf die Macht des Wortes, um das Land zu stärken.

Donald Trump, über den sie sich alle so leidenschaftlich amüsiert haben, wird heute als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Dass Hollywoodstars und Musiker die Feier boykottieren (siehe Text unten), wird daran ebenso wenig etwas ändern wie die zu Tränen rührende Rede des scheidenden Vorgängers Barack Obama, die im Internet millionenfach angeschaut wurde.

Beliebter Gast in den Lage-Night-Shows des Landes: Ex-Präsident Barack Obama, hier bei Jimmy Kimmel (re.).

Schluss mit lustig? An Tag eins nach der schicksalhaften Wahlnacht vom 8. November 2016 schien es tatsächlich so. Stars und Sternchen, die sich auf Twitter und Instagram mit verweinten Gesichtern zeigten, protestierende Bürger, Schuldzuweisungen unter den Wählern – lachen konnten die wenigsten darüber, dass „der Witz“ (Zitat Komiker Seth Meyers) tatsächlich gewählt wurde. „Wer behauptet, das müsste doch eine großartige Nacht für Comedians gewesen sein, weil sich die Pointen jetzt von selbst schreiben ließen, liegt völlig falsch“, echauffierte sich denn auch die kanadisch-amerikanische Komikerin Samantha Bee in ihrer „Full Frontal“-Show. „Nein, nein, nein, das tun sie nicht. Gute Pointen werden von Juden geschrieben. Und die sind gerade ziemlich besorgt.“

Wie Bee bemühten sich auch all die anderen Komiker und Late-Night-Talker des Landes also, sich den Humor nicht nehmen zu lassen. Trevor Noah („Wenn du heute Morgen endlich aus dem Koma erwacht bist, möchtest du vielleicht wieder dahin zurück.“), Jimmy Kimmel („Donald Trump ist der Präsident der Vereinigten Staaten. Von Amerika. Gott sei Dank haben wir gestern Marihuana legalisiert.“) und Stephen Colbert („Wie viele Jahre waren es noch mal? Vier? Oh, da liegen vier interessante Jahre vor uns...“) agierten nach dem Prinzip, das Beste aus dem zu machen, was man nicht ändern kann. Gemäß der fünf Phasen der Trauer müsse man sich an den Gedanken gewöhnen, dass das alles kein Albtraum gewesen sei, sondern die Mehrheit der Wahlmänner-Stimmen tatsächlich an den von so vielen unterschätzten Kandidaten Trump gegangen ist. Kimmel: „Am interessantesten war es während des Wahlabends, den sich verändernden Ton der Reporter zu beobachten. Jeder Moderator sah aus wie ein Kind, das nach und nach merkt, dass niemand zu seiner Geburtstagsparty erscheinen wird.“

Das Beste daraus machen, das heißt im Falle der USA bei allem schwarzen Humor auch, große Gefühle zu zeigen. In den vergangenen Wochen stand in den liberalen Late-Night-Shows daher der Abschied vom Liebling der Demokraten, Barack Obama, im Zentrum. Besonders rührend feierte ihn Jimmy Fallon. Der diesjährige Oscar-Moderator war 2016 in die Kritik geraten, weil er in seine „Tonight Show“ Kandidat Trump eingeladen und ihm durch die Haare gewuschelt hatte („Ich möchte etwas tun, was ich nicht mehr tun dürfte, wenn Sie Präsident wären.“). Spätestens seit der Sendung unter dem Titel „Thank You Notes with President Obama“ ist das verziehen. Hollywoodreif wie es nur die US-Amerikaner und der smarte und trotz Amtsstress immer so unfassbar lockere Obama können, bedankte sich Fallon bei dem scheidenden Politiker – und gab auch ihm Gelegenheit, launig Danke zu sagen. Kostprobe: „Ich bedanke mich bei meinem 2008-Slogan ,Yes we can!‘ – oder wie ich ihn heute gerne nenne: ,Yes we did!‘“ Jubel im Fernsehstudio.

Seth Meyers ist einer von Trumps größten Kritikern - er und Ehefrau Alexi Ashe hatten auf eine Präsidentin gehofft.

Bevor aber heute Donald Trump offiziell zum Präsidenten ernannt wird, betonen sie alle – vom wohl schärfsten Kritiker Trumps im amerikanischen Late-Night-TV, Seth Meyers, bis zum ehemaligen „Simpsons“-Autor Conan O’Brien – eines: Egal, wie die Wahl ausgefallen sei, entscheidend sei das Verhalten jedes Einzelnen. „Hört nie auf, für eure Ideale einzustehen und den Mund aufzumachen. Wenn jeder Zivilcourage zeigt und die anderen als Menschen behandelt, können wir Amerika wirklich wieder groß machen“, betonte etwa Stephen Colbert in Anlehnung an Trumps Motto „Make America great again“. Und Conan ermunterte, dass man ja spätestens in vier Jahren wieder über die politische Führung entscheiden dürfe. „Das ist doch das Schöne an unserer Demokratie, dass wir freie Wahlen haben. Das heißt, wir dürfen selbst auswählen, wer unser Land zerstört.“

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