Im nächsten Fall droht die Versetzung

Köln - ARD zeigt zwei neue Verfilmungen von Donna Leons Romanen um Commissario Brunetti, der in Venedig ermittelt.

Freunde der ARD-Krimis nach den Romanen von Donna Leon können sich doppelt freuen. Heute um 20.15 Uhr zeigt das Erste die Geschichte "Die dunkle Stunde der Serenissima", eine Woche später zur gleichen Zeit den Fall "Blutige Steine". Der Ausstrahlungstermin zweier weiterer bereits abgedrehter Filme ist dagegen noch offen.

In "Die dunkle Stunde der Serenissima" führt die Spur in Italiens finsterste Vergangenheit zurück, in die Jahre des Zweiten Weltkriegs, als sich viele Zeitgenossen am Eigentum jüdischer Mitbürger bereicherten. Auch dazu kann Commissario Guido Brunetti nur sein berühmtes melancholisches Lächeln zeigen, um sich dann an die Aufklärung des Falls zu machen und den Mörder einer Studentin zu stellen.

"Vielleicht ist er gar nicht so melancholisch. Vielleicht ist das die Maske, hinter der sich anderes verbirgt", sagt Hauptdarsteller Uwe Kockisch. Zum neunten und zehnten Mal, in der Nachfolge von Joachim Król, der in den ersten vier Donna-Leon-Verfilmungen der Commissario war, spielt er den Mann, der so souverän im Beruf, aber nicht immer so souverän im Umgang mit seiner Familie ist. Kockisch reizt vor allem die soziale Spannung in dieser Figur: "Ein Mann aus einfachsten Verhältnissen, der Vater war schlichter Glasbläser. Und der heiratet nun eine hochintellektuelle Dame, hat adlige Schwiegereltern."

In der Geschichte "Blutige Steine" soll Brunetti versetzt werden, möglichst weit weg von Venedig, am besten nach Sizilien. Kockisch wäre das nicht so furchtbar tragisch vorgekommen: "Ist doch auch eine schöne Gegend." Für Brunetti und mehr noch für die Filme um ihn wäre das aber eine glatte Katastrophe gewesen. Denn ein Brunetti ohne Venedig ist eine absurde Vorstellung. Also wird am Ende des Films "Blutige Steine" alles beim Alten bleiben.

Bei einer Sehbeteiligung von rund fünf bis sechs Millionen sind die Donna-Leon-Krimis zum zuverlässigen Quotengaranten geworden. Nach den beiden bereits abgedrehten weiteren Filmen kommt es allerdings zu einer Zwangspause. Denn eben erst ist der neue Roman von Donna Leon fertig geworden, am nächsten schreibt sie noch, so dass vor 2010 kaum mit deren Verfilmung begonnen werden kann, da die ARD kostensparend im Doppelpack produziert.

Der Senderverbund stößt inzwischen auf immer größere Schwierigkeiten am Drehort. "Man merkt, dass inzwischen die Amerikaner Venedig als filmischen Schauplatz entdeckt haben", sagt Hans-Wolfgang Jurgan, Geschäftsführer der ARD-Filmtochter Degeto. "Alles wird nun noch komplizierter und teurer."

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