Wir nehmen Weihnachten ernst

- Dreißig Jahre lang war er Harry Klein. Doch für Fritz Wepper gab es auch ein (Film-)Leben vor und während "Der Kommissar" und "Derrick", etwa in Bernhard Wickis Antikriegsfilm "Die Brücke" und in "Cabaret". Und es gibt eins danach. Seit vier Jahren verkörpert der inzwischen 65-Jährige den nicht immer netten Gegenspieler einer Ordensfrau in "Um Himmels willen".<br> </p><p align="center">Der Merkur-online-Adventskalender:<br />Öffnen Sie das 16. Türchen und gewinnen Sie ein "Mercussini"-Gutscheinheft mit 30 Genießerschecks!"</p><p>Die heutige Gewinnfrage: <br />Wie heißt der neue Vilsmeier-Film, in dem Fritz Wepper die Titelrolle spielt?</p><p align="center"><br />>>Auf die Weihnachtskugel klicken und mitspielen

Und auch in seiner neuesten Rolle darf der gebürtige Münchner richtig gemein sein. In Joseph Vilsmaiers Film "Das Weihnachtsekel" verkörpert er einen Menschenfeind, der sich an den Feiertagen in seiner einsamen Berghütte verkriechen will, auf dem Weg dorthin einen Unfall baut und in einer Scheune Unterschlupf findet. Dort trifft er zu seinem großen Unmut auf eine Handvoll Leute, die es ebenfalls hierher verschlagen hat. Es beginnt ein modernes Krippenspiel, das aus dem Zyniker einen anderen Menschen macht. In weiteren Rollen sind unter anderen Ruth Drexel und Michael Roll zu sehen.

Sie spielen einen furchtbar egomanischen Menschenfeind, der an Weihnachten sein blaues Wunder erlebt. Hat es Spaß gemacht, mal so richtig das Ekel heraushängen zu lassen?

Fritz Wepper: Ach, solche Figuren haben ja in erster Linie eine Alibifunktion, damit der Zuschauer sagen kann: "Um Gottes Willen, so wie der möchte ich aber nicht sein." Dazu kommt, dass er ja sicher nicht als Ekel auf die Welt gekommen ist, sein Verhalten hat schon Gründe. Ich erkläre mir das so, dass er viele schlechte Erfahrungen gemacht und irgendwann gefühlsmäßig völlig verschlossen hat. Das ist reiner Selbstschutz, wenn Sie so wollen. Aber, zugegeben, der Kerl ist schon ein rechtes Ekel.

Im wirklichen Leben gibt es solche durch und durch unsympathischen Typen aber doch gar nicht . . .

Fritz Wepper: Ich habe sogar noch unsympathischere kennen gelernt, muss ich leider sagen ­- wenn auch zum Glück nicht an Weihnachten.

Wie verbringen Sie Weihnachten?

Wepper: Sehr traditionell inmitten der Familie, mit allem was dazugehört. Meiner Frau habe ich zwei Ehrenprofessuren verliehen ­ für Mutterschaft und für Weihnachten, weil sie das alles ganz perfekt macht. Bei uns sieht man schon von Weitem, dass wir Weihnachten ernst nehmen.

Und was gibt es zu essen?

Wepper: Am Ersten Feiertag gibt es eine Weihnachtsgans, die von meinem Bruder Elmar oder von mir zubereitet wird. Ich bin froh, dass dieses Jahr mein Bruder das macht, wir wechseln uns da immer ab. Ich werde nur die Sauce abschmecken, das ist ganz angenehm. Da steht man sich nicht von acht Uhr morgens bis mittags um eins in der Küche die Beine in den Bauch. Für Heiligabend habe ich einen wilden Truthahn vom Himmel geholt und überlasse meiner Tochter, was sie damit macht.

Sie haben das Tier selber geschossen?

Wepper: Ja, ich bin ja Jäger. Den habe ich im Burgenland erlegt.

Was war Ihr schönstes Weihnachtserlebnis?

Wepper: Vielleicht das erste Paar Ski, das ich als Fünfjähriger bekommen habe. Die lagen unterm Weihnachtsbaum ­- aus Fichte und mit so einer Klappbindung. Also, was die Geschenke betrifft, war das mein schönstes Weihnachten.

Über welches Geschenk freuen Sie sich heute?

Wepper: Ich bin eigentlich ziemlich schwer zu beschenken, denn das, was ich brauche, habe ich. Aber ich freue mich über die eine oder andere Überraschung. Das Wichtigste an Weihnachten sind ja aber sowieso nicht die Geschenke, sondern dass das ein großes Familienfest ist, bei dem Christi Geburt gefeiert wird. Und wenn wir dann am Tegernsee in die Christmette gehen und draußen liegt hoffentlich Schnee, dann freuen wir uns.

Gehen Sie nur an Weihnachten in die Kirche?

Wepper: Nein, ich gehe sonst auch in die Kirche, oft einfach nur so, um mich zu besinnen und zu beten, um den Lärm der Welt zu vergessen.

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