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Sylvester Groth (54) und Claudia Michelsen (43) ermitteln künftig für den „Polizeiruf 110“ in Magdeburg.

Neue Kommissare für "Polizeiruf" aus Magdeburg

Berlin - Magdeburg bekommt einen neuen „Polizeiruf“ und einen Platz im Fernsehen am Sonntagabend. Der Mitteldeutsche Rundfunk hat das Geheimnis um die Besetzung des Krimis jetzt gelüftet.

Sylvester Groth (54) und Claudia Michelsen (43) ermitteln künftig für den „Polizeiruf 110“ in Magdeburg. Ihre Fälle ersetzen in der ARD-Krimireihe am Sonntagabend die Episoden aus Halle. Die erste Folge soll im Herbst im „Ersten“ laufen, wie der MDR am Dienstag in Berlin mitteilte. In Halle hatten bis vergangenes Jahr die beiden Hauptkommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) Mordfälle aufgeklärt. Das Duo wird mit dem 50. Fall am 3. März in Rente geschickt.

Die gebürtige Dresdnerin Michelsen war zuletzt etwa im Grimme-Preis-Kandidaten „Der Turm“ und neben Samuel Finzi in der ZDF-Krimiserie „Flemming“ zu sehen. Groth („Der Verleger“, „Inglourious Basterds“) könnte sich bei den Dreharbeiten heimisch fühlen: Er wurde in Sachsen-Anhalt geboren. „Ich habe in der Elbe Schwimmen gelernt“, erzählt der Schauspieler. Für den MDR ist die Besetzung ein Coup. „Ich kann mich gar nicht genug freuen“, sagt Fernsehfilmchefin Jana Brandt. Pro Jahr soll es zwei Madgeburger Fälle geben.

Im „Polizeiruf“, ein Format, das noch aus DDR-Zeiten stammt, sollen Michelsen und Groth zwei gleichwertige Ermittler spielen. Vom Charakter her sind die Hauptkommissare Doreen Brasch und Jochen Drexler sehr unterschiedlich. Sie ist lässig und impulsiv, er ist gründlich und hält sich an Vorschriften. Der erste Fall, der im Mai/Juni gedreht wird, hat politische Bezüge. Braschs Sohn ist ins rechtsextreme Milieu abgetaucht.

„Es ist eine tolle Figur, die von mir ziemlich weit weg ist“, sagt Michelsen. Wie sie sich auf den Krimi eingelassen hat, vergleicht sie mit einer Heirat. „Es fühlt sich einfach alles gut an.“ Groth freut sich über das „Prestigeprojekt“ für die „geschundene“ Magdeburger Gegend, er mag die Menschen dort. Und: „Was hinter den Fassaden passiert, interessiert mich.“ Privates rund um Fernsehfahnder sollte nicht in den Vordergrund treten, findet Groth. An „Derrick“ hat ihm gefallen, dass man über diesen Ermittler wenig wusste.

Autoren des ersten Magdeburger Falles sind Christoph und Friedemann Fromm, der auch Regie führt. Er habe in der Stadt sehr genau recherchiert. Das Format soll eine „gewisse Ernsthaftigkeit“ haben und ein bisschen „old-school“ sein, so Fromm.

Für den Mitteldeutschen Rundfunk ist es dieses Jahr das dritte ARD-Format mit neuen Krimi-Gesichtern am Sonntagabend. Für den „Tatort“ ermitteln in Erfurt künftig Alina Levshin, Friedrich Mücke und Benjamin Kramme, in Weimar Christian Ulmen und Nora Tschirner.

dpa

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