Neue Regeln: "Wir hoffen, das Zocker-Gen freizulegen"

München - Es soll spannender werden: Deshalb kommt Günther Jauchs RTL-Quiz "Wer wird Millionär?" heute Abend mit neuen Regeln aus der Sommerpause zurück (20.15 Uhr).

Neu ist, dass jeder Kandidat auf mehr Risko setzen kann. "Weg mit der Hängematte" heißt der Slogan. Wer auf dem Fragestuhl vor Jauch Platz nimmt, kann sich entscheiden, ob er wie bisher mit drei Jokern (Telefon, Publikum, 50/50) die 15 Fragen bis zum Millionengewinn beantworten will. Er kann sich aber auch einen neuen, vierten Joker dazu nehmen. Dafür verzichtet der Kandidat jedoch auf den garantierten Gewinn und die Sicherungsstufe in Höhe von 16 000 Euro, sollte er bereits in eine fortgeschrittene Fragerunde vorgerückt sein. Er fällt dann bei einer falschen Antwort auf 500 Euro (die erste Sicherungsstufe) zurück.

Der neue Joker sieht so aus: Kann der Kandidat eine Frage nicht beantworten, erhält er die Möglichkeit, jemanden im Publikum nach der richtigen Antwort zu fragen. Jauch bittet alle Zuschauer im Studio, die glauben, die Frage beantworten zu können, aufzustehen. Der Kandidat kann sich nun einen Zuschauer aussuchen, dem er die richtige Antwort zutraut. Außerdem kann er sich entscheiden, ob er die Antwort annimmt oder nicht. Die Begleitperson des Kandidaten darf allerdings nicht helfen.

Auch der Telefonjoker wird erweitert. Der Kandidat muss sich nicht auf seine genannten telefonischen Helfer verlassen, er kann auch eine Region aussuchen, in der ein Gesprächsteilnehmer zufällig ausgesucht wird. Für eine richtige Antwort erhalten sowohl der Studio-Zuschauer als auch der zufällige Telefonjoker 500 Euro.

Jauch betont, die Teilnehmer müssten nicht unbedingt nach dem neuen Regelwerk spielen, sie könnten es aber. "Dringend notwendig war die Änderung sicher nicht", sagt der 51-Jährige. "Aber wir haben festgestellt, dass bei den meisten Kandidaten ab den sicheren 16 000 Euro der Ehrgeiz ein wenig nachgelassen hat. Wir hoffen nun durch diesen zusätzlichen Joker, ein bisschen das Risiko- oder Zocker-Gen freizulegen und dafür zu sorgen, dass die Sendung noch spannender wird."

Mit den Neuerungen will RTL sicher auch der zuletzt rückläufigen Quote der Sendung entgegenwirken. Die Marktanteile waren gerade in der für die Privatsender besonders wichtigen werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen zurückgegangen. Sie lagen im Durchschnitt bei 17,8 Prozent in der vergangenen Staffel. Dennoch: Im Schnitt sind bei jeder Ausgabe 6,53 Millionen Zuschauer dabei, mehr als bei den meisten anderen Fernseh-Shows.

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