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Dreamteam seit fast 30 Jahren: Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen.

Am Samstag startet ihre neue Show

Hugo Egon Balder: "Hella und ich kennen uns in- und auswendig"

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München - Hugo Egon Balder ist einer der Grandseigneurs des Privatfernsehens. Im Interview spricht er über Quotenangst und erzählt, was es mit seiner neuen Show auf sich hat, und warum er sich gerne an früher erinnert.

Sie sind ein bewährtes Team: Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen bekommen eine neue Samstagabendshow. RTL sucht ab diesem Wochenende „Die Kirmeskönige“ (Samstag, 20.15 Uhr). Vier Promi-Teams treten auf der Düsseldorfer Rheinkirmes gegeneinander an. Wer die wilden Karussellfahrten und nervenaufreibenden Schießübungen gewinnt, sichert sich den Titel „Kirmeskönige 2016“. Im Interview erzählt der 66-Jährige, warum er und von Sinnen als Duo so gut funktionieren.

Sind Sie leidenschaftlicher Kirmesgänger oder was macht Sie zum perfekten Moderator für eine Kirmesshow?

Das weiß ich auch nicht. Ich bin jedenfalls kein Kirmes–Freak. Ich musste als Kind mit meinem Bruder immer auf den Rummel gehen, so heißt das ja in Berlin, wo ich aufgewachsen bin. Und dann hat er (!) von meinem (!) Taschengeld Lose gekauft und gewonnen. Ich habe nie etwas gewonnen, und seitdem habe ich eigentlich keine Lust mehr auf Kirmes.

Dann musste RTL Sie zwingen, die Show zu moderieren?

(Lacht.) Na ja, das nun auch nicht. Hella und ich moderieren ja in einem Zelt und bekommen von dem eigentlichen Rummel draußen gar nicht viel mit. So ging’s.

Aber im Ernst: Was mögen Sie an der Idee einer Kirmesshow?

Wir haben die Show ja bereits aufgezeichnet, und das war schon eine spektakuläre Produktion. Da wurde mit Drohnen gearbeitet, in all den Fahrgeschäften wurden Kameras installiert, die Bilder sind toll, die man da zu sehen bekommt. Das ist schon gut.

RTL war eine Spielwiese

Sie moderieren die Show gemeinsam mit Hella von Sinnen, es ist der erste große gemeinsame Auftritt bei RTL seit „Alles Nichts Oder?!“ Fühlt sich das für Sie irgendwie besonders an?

Wahrscheinlich fühlt es sich für Hella „mehr besonders“ an als für mich. Sie ist ja immer sehr emotional. Ich bin eher der Pragmatiker. Obwohl ich es tatsächlich schon auch lustig fand, nach gefühlt 200 Jahren mal wieder etwas für RTL zu machen. Die sitzen zwar jetzt in einem anderen Haus in Köln, aber diese drei Buchstaben sind dieselben wir vor 25 Jahren. Als wir uns zur Vorbesprechung getroffen haben, war das selbst für mich ein kleiner emotionaler Moment, das gebe ich zu. Aber ich schiebe diese Gefühle schnell wieder weg.

Was geht Ihnen in diesen kurzen emotionalen Momenten durch den Kopf?

Man denkt an die schönen Zeiten zurück, die man hatte. Und die es heute nicht mehr so gibt.

Ist das so?

Ja klar. Als wir angefangen haben, war RTL eine Spielwiese. Beim damaligen Chef Dr. Thoma konnte man ins Büro gehen und hatte nach zwei Minuten ein Ja oder Nein. Das war ein großer Spaß.

Der Mut bleibt auf der Strecke

Und heute?

Heute? Ist Fernsehen ein knallhartes Geschäft. Es geht bei den Sendern in erster Linie darum, Quote zu kriegen – und möglichst nichts falsch zu machen. Der Mut bleibt da naturgemäß auf der Strecke.

Ist es mutig, Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen eine neue Samstagabendshow moderieren zu lassen?

Das finde ich schon wieder sehr mutig, dass man uns alte Säcke genommen hat. (Lacht.) Es gibt so viele junge Leute wie Joko und Klaas zum Beispiel, die das auch machen könnten. Aber sie haben sich für uns entschieden.

Sie sind ja auch immer noch ganz fit.

Danke, ja. Wenn ich bei McDonald’s sitze, kommen immer noch 14-Jährige an und wollen ein Foto machen. Ich frage dann, ob das für die Oma ist. (Lacht.)

Und? Ist es?

Meistens nicht.

Hella muss ich nichts vormachen

Was macht die Zusammenarbeit und Ihre Freundschaft mit Hella von Sinnen aus? Sie haben ja in den vergangenen Jahren viel zusammen gemacht („Genial daneben“, „Der Klügere kippt nach“).

Hella und ich kennen uns seit 1988. Wir kennen uns in- und auswendig, müssen uns nichts mehr beweisen und können uns nichts vormachen. Das spiegelt sich natürlich wider, wenn wir zusammen arbeiten. Ich muss sie nur anschauen und weiß, was kommt. Das ist eingespielt und deswegen schön unkompliziert. Mir ist es auch völlig wurscht, wer von uns beiden die Pointe raushaut. Hauptsache, es gibt eine.

Gab es Phasen in Ihrer Karriere, in denen Sie mit dem Medium Fernsehen gehadert haben?

Nee. Mit dem Medium Fernsehen an sich nicht. Es gab Sendungen, die ich gemacht habe und mit denen ich gehadert habe. Das schon. Aber dann kam die Quote, und die war saumäßig gut.

Ich habe gehadert - dann kam die Quote

Und dann haben Sie nicht mehr gehadert?

Dann habe ich mich erst mal erschreckt. (Lacht.) Was ich sagen will: Keiner weiß, ob und warum eine Sendung ein Erfolg wird oder nicht. Das ist wie bei der Musik, da weiß man auch nicht – wird es ein Hit oder nicht? Das ist unberechenbar. Und deswegen muss man immer weitermachen und immer wieder was Neues probieren. Das ist der Reiz.

Sie sind 66. Können Sie sich vorstellen, auch mal nichts zu machen?

Nee. Außer im Urlaub. Da liege ich in der Sonne und bewege mich nicht. An sich bräuchte ich dann sogar jemanden, der mich wendet. Ich bin dann stinkenfaul. Aber danach? Arbeite ich gerne weiter.

Das Gespräch führte Stefanie Thyssen

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