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Schöne neue Welt oder alles nur Show?

Utopie oder Idiotie?

Neue Sat1-Show "Newtopia": Überwachung 2.0

Berlin - Nach "Big Brother" soll nun ein neues Fernsehformat mit Kandidaten-Überwachung aufwarten. "Newtopia" heißt die Sat1-Show, die am 23. Februar starten soll.

Schöne, neue Welt und das nur bei Sat.1. Ab 23. Februar will der Münchner Privatsender werktags immer um 19 Uhr über „Newtopia“ berichten, über den Ort, zu dem er 15 Menschen geschickt hat, die eine neue Gesellschaft mit eigenen Gesetzen etablieren sollen. Unter dem Motto „Alles auf Anfang“ beginnen sie für ein Jahr lang ein neues Leben. „So ein Format kommt nur alle fünf bis zehn Jahre auf den internationalen Markt“, sagte Sat.1-Geschäftsführer Nicolas Paalzow am Dienstagabend in Hamburg.

Der Sender bewirbt es als das „größte TV-Experiment aller Zeiten“. Bei Königs Wusterhausen südöstlich von Berlin bekommt die Crew eine unbeheizte Scheune gestellt, zwei Kühe, einige Hühner und etwas Ackerboden. Außerdem stehen laut Sat.1 Anschlüsse für Gas, Wasser und Strom zur Verfügung, aber keine Betten, Duschen, Möbel oder Toiletten. Als Startguthaben erhalten die „Pioniere“, wie die Teilnehmer genannt werden, 5000 Euro. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, können sie in Geschäftsbeziehungen mit der Außenwelt treten.

Die 15 dürfen ihren Hof allerdings nicht verlassen, müssen ihn aber bewirtschaften und Handel treiben. Rund um die Uhr fangen 105 Kameras und 57 Mikrofone sämtliche Aktivitäten überall ein. Das Original der Show stammt aus Holland („Utopia“) und läuft dort seit Januar 2014 - Ende noch nicht absehbar. Eine US-Version wurde wegen schwacher Quoten eingestellt. Dort habe man auf eine wöchentliche Sendung gesetzt, sagte Paalzow. „Wenn man es erfolgreich machen will, muss man es in der täglichen Soap-Form erzählen“, meinte er.

Nach "Big Brother" nun "Newtopia"

Erfinder John de Mol hatte auch die Idee zur Container-Show „Big Brother“. Paalzow sieht einen wesentlichen Unterschied zwischen beiden Reality-TV-Formaten: „Bei „Newtopia“ schaffe ich mir zwar eine experimentelle Situation, aber es gibt danach keinen „Big Brother“, der eingreift“, sagte er. „Es gibt keine Gesetze, außer denen, die die Pioniere selber machen“, betonte er. „Es ist wahrscheinlich die reinste Form von Reality Fernsehen, die man machen kann.“

8187 Interessierte haben sich nach Senderangaben beworben. Inzwischen stünden die letzten 50 Kandidaten fest, aus denen die finalen Teilnehmer ausgewählt werden. „Natürlich achtet man darauf, dass da nicht 15 Leute sind, die alle in die gleiche Richtung laufen“, sagte Paalzow. Was die Kandidaten reize? Die Faszination an Fragen wie: „Was würde ich tun, wenn ich noch einmal völlig neu anfangen könnte?“ und „Was wäre, wenn ich eine Gesellschaft ganz nach meinem Gusto gestalten könnte?“

dpa

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