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Herzblut. Ein Kluftingerkrimi

Schauspieler Herbert Knaup im Interview

Neuer Fall für „Kluftinger“, den Columbo aus dem Allgäu

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München - Herbert Knaup spielt den Kluftinger, der sich in der Episode Herzblut um seine eigene Gesundheit sorgt, mit großer Hingabe. Im Interview erklärt er, wie der „Klufti“ so tickt.

Bei dem Anblick muss sich der Kommissar erst einmal setzen: Blutig rot ist das Herz, das ihm am Tatort vor die Nase gehalten wird. Kluftinger, der kauzige Kriminaler aus dem Allgäu, hat es in ­seinem neuesten Fall mit einem Serienkiller zu tun, der seinen Opfern die ­Herzen herausschneidet und sie makaber drapiert. Herbert Knaup (60) spielt den Kluftinger, der sich in der Episode Herzblut um seine eigene Gesundheit sorgt, mit großer Hingabe. Im Interview erklärt er, wie der „Klufti“ so tickt.

Herr Knaup, ist Kluftinger eigentlich ein glück­licher Mensch?

Herbert Knaup: Kluftinger? (seufzt) Hmm … Im Grunde seines Herzens wahrscheinlich schon, ­würde ich sagen. Aber Glück, ja, Glück – was ist das schon? Beim Kluftinger ist’s vielleicht die Lust auf Kässpatzn.

Sie sind selbst Allgäuer. Was bedeutet denn im ­Allgäu Glück?

Knaup: Die Verbundenheit zur Natur. Das ist die Tankstelle, wo der Allgäuer auftanken kann. Wenn’s ganz eng wird im Leben, weiß er, wo er hinmuss. Auf welche Lichtung im Wald, auf welchen Gipfel in den Bergen. Und dann steht er da, hält kurze inne, überlegt: Springe ich jetzt herunter oder bleibe ich?

Sie leben in Berlin. Da gibt’s für den Allgäuer in Ihnen keine Gipfel zum Philosophieren über das Leben …

Knaup: Stimmt, aber ich hab einen Garten, ich hab Bäume, die ich umarmen kann (lacht).

Was, glauben Sie, ist Kluftingers Erfolgsrezept?

Knaup: Na ja, wir sind ja sowieso so ein ermittlungsverseuchtes Land, wo man einen Krimi nach dem anderen sehen kann. Da sticht der Kluftinger heraus mit seinem etwas tollpatschigeren, eigenwilligeren Weg, hinter einen Fall zu kommen. Wie der alte Columbo, der auch so merkwürdig seine Fälle gelöst hat und dann schon mal vor den mutmaßlichen Tätern stand, und man dachte: Wie redet der denn? Der blickt ja überhaupt nicht durch! Dann löst er es am Schluss doch. So eine Struktur hat der Kluftinger auch.

Spielen Sie ihn besonders gerne?

Knaup: Ja, weil er anders ist. Da sind noch alte Rudimente drin, von Vätern, die man so gar nicht haben wollte. Das gefällt mir sehr. Dann noch der Heimatdialekt, der für mich Muttersprache ist. Da muss ich nicht viel nachdenken, das fällt mir in den Schoß.

Kommt auch etwas Wehmut und Nostalgie auf?

Knaup: Ein bisschen, wenn man an die Eltern denkt, die nicht mehr da sind. Aber eigentlich auch Glücksgefühl, weil einem klar wird, was man alles erreicht hat in seinem Leben. Wenn man aus so einem Kaff kommt wie ich, da hätte wirklich keiner gedacht, dass ich jemals als Schauspieler dorthin zurückkomme, um dann einen Allgäuer Kommissar zu spielen.

Was hätten Sie denn ­gedacht, wo Sie mal landen?

Knaup: Als Kind haben wir immer Kriminalkommissariat gespielt …

Ach, da war es schon ­angelegt!

Knaup: Ja, im Dachboden oben. Ich war der Kommissar. Als Acht-, Neunjähriger war Lalülala immer wichtig. Später dann dachte ich, irgendetwas Musikalisches zu machen, weil es schulisch eher nicht so gut lief. Da war das das einzige Schlupfloch, das ich sah, um überhaupt irgendwas noch zu finden auf diesem Erdenball (lacht).

Sie haben Glück gehabt.

Knaup: Genau! Na ja, mein Vater war Schlosser und meine Geschwister haben alle ein Handwerk gelernt, meine Schwester Friseurin, meine andere Schwester Optikerin, mein Bruder Chefkellner irgendwo in der Schweiz. Ich wollte dann was mit Holz machen, obwohl ich mir vermutlich gleich drei Finger abgetrennt hätte mit der Säge. Vielleicht wäre ich jetzt Sägewerksbesitzer...

… mit sieben Fingern.

Knaup: … und würde die armen Allgäuer Wälder abholzen. Drrrrr (imitiert das Motorsägengeräusch). Gut, dass es anders gekommen ist.

Interview: Katja Kraft

„Kluftinger: Herzblut“, Donnerstag, 20.15 Uhr, ARD

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