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"Für einen Schauspieler ist es wunderschön, wenn eine Figur immer wieder aneckt": Brigitte Hobmeier.

Neuer Fernsehfilm: Hobmeier als Hebamme

Eine Hebamme im 19. Jahrhundert, die sich gegen die Schulmedizin stellt: Spannung verspricht ein neuer ZDF-Film, in dem die Münchnerin Brigitte Hobmeier ihre erste TV-Hauptrolle spielt. Gedreht wurde in Oberbayern.

Primitive Holzpritschen mit weißen Laken stehen aneinandergereiht in einem düsteren Raum. Angsteinflößende Geburtszangen warten auf einem Tisch auf ihren Einsatz, ein alter Kachelofen soll ein wenig Wärme spenden – karg und wenig einladend sah ein Kreißsaal vor 200 Jahren aus.

Das verwitterte Gemäuer von Schloss Raitenhaslach am Stadtrand von Burghausen in Oberbayern gab die Kulisse ab für einen Film über eine Hebamme, die im frühen 19. Jahrhundert mit ihren Moralvorstellungen in Konflikt mit der Schulmedizin gerät. Die Münchnerin Brigitte Hobmeier spielt in der ZDF/ORF-Koproduktion (Arbeitstitel: "Bergwehen") unter der Regie von Dagmar Hirtz die Hauptrolle der Hebamme Rosa.

"Es fasziniert mich, die Figur der Rosa im Kreuzfeuer zwischen Kirche und Schulmedizin und allem Hebammenwissen auszuloten", sagt die 1976 geborene Schauspielerin. Das Drehbuch ist für sie aktueller denn je: "Meines Erachtens müssen sich Hebammen auch noch heute immer wieder zurechtfinden in den Moden der Medizin." Die junge Hebamme Rosa lebt um 1815 mit ihrer jüngeren Schwester in einem Tiroler Dorf. Als die minderjährige Anna (Pippa Galli) unehelich schwanger wird, fliehen beide in die Stadt. Rosa findet Arbeit in einem der neuen Gebärhäuser.

Dort wird armen und unehelich schwanger gewordenen Frauen eine medizinisch gut betreute Geburt ermöglicht. Im Gegenzug müssen sich die Patientinnen jedoch Studenten für deren Ausbildung zur Verfügung stellen. Während sich Rosa und der Gynäkologe Gennaro Kauner (Misel Maticevic) zueinander hingezogen fühlen, gibt es beruflich Spannungen. Der ehrgeizige Mediziner erträgt es nur schwer, dass die Hebamme ihm an Wissen und Erfahrung überlegen ist. Zum Eklat kommt es, als Gennaro eine junge Frau durch einen unnötigen Kaiserschnitt tötet.

Rosa meldet den Vorfall Klinikchef Jakob Aigner (August Zirner), der sich jedoch auf Gennaros Seite stellt. Rosa kehrt mit ihrer hochschwangeren Schwester ins Heimatdorf zurück. Das Ende bleibt bis zur Ausstrahlung, deren Termin noch nicht feststeht, geheim. Laut ZDF beruht das Drehbuch auf einer wahren Begebenheit. Schon bei der Lektüre wusste Hobmeier: "Diese Rolle will ich spielen." Der Konflikt Schulmedizin kontra alternative Heilmethoden und die Gebote der Kirche sowie der Geschlechterkampf seien "für einen Schauspieler spannend und wunderschön, wenn eine Figur immer wieder aneckt, vor neue Hürden gestellt wird".

Hobmeier, Mutter eines Sohns, sagt: "Meine Liebe zur Hebammenkunst ist auch privat dadurch gegeben, dass ich selber eine wunderbare Hebamme hatte, die mich bei der Geburt meines Kindes begleitete. Ich habe eine große Ehrfurcht vor dieser Zunft und eine große Liebe zu ihr." Hobmeiers Filmpartner und Widerpart Maticevic spricht von einer "spannenden Geschichte".

Es sei interessant, "das umzusetzen und zu sehen, wo die Konflikte entstehen zwischen den beiden Theorien". Und Zirner ergänzt: "Was mir imponiert an der Figur der Rosa ist, dass sie sich wehrt und ein Gegenüber für eingefleischte Schulmediziner ist." Zudem meint der vierfache Vater: "Eine Hebamme ist jemand, der sehr nah an einem Urgeheimnis steht, nämlich der Geburt."

Paul Winterer

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