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Matthias Kiefersauer inszeniert „Falsche Siebziger“ nicht nur, er hat auch das Buch für den ARD-Film geschrieben.

Darum geht's

Neues Projekt von Matthias Kiefersauer: Wie Heimkommen

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München - Matthias Kiefersauer dreht einen neuen Film für die ARD und dringt in die Untiefen der bayerischen Seele ein. Darum geht's in der ARD-Komödie.

Es gibt nicht viele, die die bayerische Seele so genau treffen. Klar, da war Helmut Dietl. Da sind Marcus H. Rosenmüller, Hans Steinbichler, Franz Xaver Bogner. Und da ist Matthias Kiefersauer, der Mann hinter so großartigen Filmen wie Baching oder Das große Hobeditzn. Ziemlich genau zehn Jahre ist es her, dass letzterer die Zuschauer begeisterte, berührte und überraschte. Kiefersauer hatte seinerzeit nicht nur Regie geführt, sondern auch das Buch geschrieben, gemeinsam mit dem Kabarettisten Alexander Liegl. Seit Dienstag nun laufen die Dreharbeiten für ein neues gemeinsames Projekt der beiden. Arbeitstitel: Falsche Siebziger.

„Die Geschichte spielt in einem kleinen Weiler in Bayern“, erzählt Kiefersauer im Gespräch mit unserer Zeitung. Der genaue Ort wird nicht weiter genannt, gedreht wird in den Landkreisen Bad Tölz/ Wolfratshausen und Weilheim. Die Gegend ist dem 43-Jährigen vertraut, Wolfratshausen ist seine Heimatstadt. „Für mich ist das immer etwas Besonderes, hier zu drehen“, sagt er. „Es fühlt sich an wie Nach-Hause-Kommen.“

Neuer Kiefersauer-Film: Das ist die Handlung

Erzählt wird eine Geschichte, die so skurril wie unterhaltsam klingt. Die Grundidee: In den drei Familien, die in dem Weiler leben, sterben zeitgleich und mehr oder weniger zufällig die Senioren. Weil das Geld in allen Familien knapp ist, lang gehegte Träume aber erfüllt und vor allem Schulden beglichen werden wollen, behaupten die trauernden Familienmitglieder, dass Oma beziehungsweise Opa noch leben – und freuen sich Monat für Monat über die eingehende Rentenzahlung.

Es kommt, wie es kommen muss: Irgendwann stehen Behördengänge an, die die Toten eigentlich erledigen müssten. Also werden Rentner engagiert, die Rollen der Verblichenen zu übernehmen.

„Es geht letztlich um Rentenbetrug“, sagt Kiefersauer. „Wir nehmen das Thema auch ernst, ab einem gewissen Zeitpunkt steht in der Geschichte aber eindeutig das Komische im Mittelpunkt. Und dann wird es wilder und wilder. Lustiger und lustiger …“, erzählt der Filmemacher.

Matthias Kiefersauer (2. v. re.) mit Fred Stillkrauth, Sebastian Bezzel und Markus Krojer (v. li.)

Die Idee sei vom Bayerischen Rundfunk an ihn und seinen Co-Autor Alexander Liegl herangetragen worden. „Wir sind ein eingespieltes Duo“, sagt Kiefersauer. „Und wir ergänzen uns sehr gut.“ Liegl sei „Weltmeister“, wenn es darum gehe, Chaos zu stiften – „das ist für eine Komödie natürlich unabdingbar.“ Er selbst habe eher den „analytischen Blick“, wie er es formuliert. Mit einem großen Gespür für Dramaturgie, Timing, die richtigen Pointen an den richtigen Stellen.

"Wer früher stirbt"-Darsteller Krojer ist auch dabei

Das Besondere für ihn persönlich ist, dass er endlich, endlich mal wieder ein eigenes Buch vor der Kamera zum Leben erweckt. „Ich träume immer davon, Stoffe zu verfilmen, die ich auch selbst geschrieben habe“, sagt er. „Weil die Figuren einem doch noch mal anders in der Hand liegen, wenn man sie selbst entwickelt hat.“

Gespielt werden diese Figuren übrigens von einer Riege bayerischer Schauspieler, die besser nicht sein könnte: Ilse Neubauer (74), Gundi Ellert (65) und Fred Stillkrauth (geboren 1939) sind die titelgebenden „falschen Siebziger“. Außerdem sind Sebastian Bezzel, Kathrin von Steinburg, Gerhard Wittmann und Markus Krojer dabei. Markus Krojer? Ja, genau. Markus Krojer, der 2006 die Hauptrolle in Wer früher stirbt ist länger tot spielte. Inzwischen ist er 22 Jahre alt, bei Kiefersauer gibt er den 16-jährigen Filmsohn von „Papa“ Sebastian Bezzel.

Eine echte Hauptrolle gibt es in dem Stück, das 2017 an einem Mittwoch um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird, nicht wirklich. Falsche Siebziger ist ein Ensemblefilm, in dessen Verlauf jede Familie ihre eigene Geschichte mitbringt, ihre eigenen Probleme. „Das ist die erzählerische Herausforderung für mich als Regisseur“, sagt Matthias Kiefersauer. Nach Angst klingt das aus seinem Mund nicht. Eher nach richtig viel Spaß an der Arbeit.

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