Neues Leben im Weinberg

- Den Dienstagabend hat die ARD mit familienfreundlichen Produktionen wie "Um Himmels Willen" oder "Familie Dr. Kleist" fest in ihrer Hand. Dagegen hat es das Erste am Montag bislang schwer gegen die Konkurrenz von Günther Jauchs RTL-Quiz "Wer wird Millionär?" Nun setzt die ARD heute, in Jauchs Sommerpause, die gleichen Mittel ein, die ihr dienstags Erfolg bescherten.

Mit der neuen 13-teiligen Serie "Der Winzerkönig" findet ein Stück traditioneller Unterhaltungskultur einen neuen Platz in der ARD. Die Geschichte spielt im österreichischen Burgenland, Hauptdarsteller ist der Österreicher Harald Krassnitzer, für die ARD auch als Wiener "Tatort"-Kommissar Moritz Eisner im Einsatz.

Vom Vater den Betrieb übernommen

Die Produktionsfirma DOR hat mit dem ORF und der ARD bereits die Serie "Julia" mit Christiane Hörbiger entwickelt. "Traditionen sind lebendig und im Kern dynamisch", sagt dazu ARD-Programmdirektor Günter Struve dazu und verweist auf die lange Zusammenarbeit mit dem ORF.

"Es handelt sich um eine Familienserie im klassischen Sinn", urteilt der 45-jährige Krassnitzer über den "Winzerkönig". Dabei werde nicht der Eindruck vermittelt, im Winzergeschäft sei alles voller Weinseligkeit. Die Serie thematisiere vielmehr einen Konkurrenzkampf und die Geschichte eines Mannes, der mit Mitte 40 ein neues Leben beginnt. Denn nach Jahren im Ausland kehrt Thomas Stickler, Sohn eines Weinbauern, in seine Heimat zurück und erbt nach dem Tod des Vaters den Familienbetrieb. Nicht zum Wohlgefallen aller Beteiligten, zu lange war Thomas weg, um nun einfach als zugehörig akzeptiert zu werden. Nicht zuletzt seine Schwester Andrea und ihr Mann, Bürgermeister Plattner, fühlen sich übergangen - sind doch die Stickler'schen Weingärten seit Jahren an Plattner verpachtet.

An der Seite von Harald Krassnitzer wirken unter anderem Carin C. Tietze als Ehefrau, Britta Hammelstein als Tochter, Katharina Stemberger als Filmschwester, Stefan Fleming als Schwager und Gegenspieler, Christine Ostermayer als Mutter, Wolfgang Hübsch als Großwinzer und Mentor sowie Susanne Michel als Keller- und Lehrmeisterin mit.

Verlockt eine Serie mitten im Weinanbaugebiet nicht vielleicht einzelne Firmen, ihre Produkte ins Bild zu rücken? Die Produktion erhalte keine Unterstützung der Industrie, sondern ausschließlich Hilfe vom Fremdenverkehrsverband, sagt Krassnitzer. Die beziehe sich auf organisatorische Leistungen, anders wäre solch eine Serie nicht machbar. Seinen "Tatort" wird Krassnitzer übrigens auch weiter drehen - zweimal im Jahr. Daran werde auch ein etwaiger Erfolg des "Winzerkönigs" nichts ändern. "Ich lasse mich nicht in eine Schublade stecken", meint der Schauspieler, der mit seiner Kollegin Ann-Kathrin Kramer liiert ist. Erste Lorbeeren hat Krassnitzer schon vor Ausstrahlungsbeginn geerntet: Der Meininger Verlag, ein Fachverlag für Weinpublikationen in Neustadt an der Weinstraße, zeichnete ihn kürzlich als Weinbotschafter 2006 aus.

ARD, ab heute montags um 20.15 Uhr.

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