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„Ein Streitgespräch auf einer neuen Ebene“ verspricht Marco Hagemann, Moderator der Sendung „kicker.tv – Der Talk“. In der ersten Ausgabe wird unter anderen Felix Magath zu Gast sein.

Neues Talk-Format

Der „kicker“ kommt ins Fernsehen

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München - Das Fußball-Magazin "Kicker" startet am Montag eine eigene Talk-Sendung, auf Eurosport mit Moderator Marco Hagemann.

40.000 Wörter hat Marco Hagemann neulich an einem Tag gesprochen. Bis die Stimme weg war. Aber er hatte einen speziellen Job: Tonaufnahmen für ein Fußball-Videospiel. Dafür musste er Hunderte von Spielernamen („In verschiedenen Tonlagen“) und Reporter-Standardsätze aufsagen. Hagemann gehört eine der markanten deutschen Sport-TV-Stimmen: Für RTL kommentierte er die deutschen Qualifikationsspiele zur Fußball-Europameisterschaft, für seinen Haussender Eurosport das Tennisfinale in Australien mit Angelique Kerber. Es war Eurosports große Stunde: 21 Prozent Marktanteil, Nummer eins an jenem Samstagvormittag im Januar.

Nun tritt Hagemann auch vor die Kamera. Er wird Moderator eines neuen Formats, das an diesem Montag auf Eurosport startet. Extra fürs deutsche Fenster des internationalen Senders produziert: „kicker.tv – Der Talk“. Hagemann und vier Gäste, im Saal 50 Zuschauer, Ausstrahlung um 18.15 Uhr, es ist live und dauert eine Stunde. Versprochen wird ein „Streitgespräch auf einer neuen Ebene“.

Zur ersten Sendung kommt als Experte Felix Magath. Er soll beurteilen: Wie waren die drei Bayern-Jahre unter Pep Guardiola? Und wie stehen die Chancen der Münchner im Halbfinal-Rückspiel der Champions League am nächsten Tag? Weitere Gäste an diesem Montag sind Oliver Kahn und Christoph Daum.

In jeder Sendung soll es künftig ein großes Leitthema geben. „Wir werden nicht quer durch den Gemüsegarten gehen“, sagt Jörg Jakob, der Chefredakteur des „kicker“, der schon oft gefragt worden war, „warum wir kein Fernsehen machen“. Schließlich ist der „kicker“ die deutsche Fußball-Instanz. Immer schon gewesen. Im Montags-„kicker“ die Nachbetrachtung des Wochenendes, im Donnerstags-„kicker“ die Vorschau auf den nächsten Spieltag – das ist der Takt seit Jahrzehnten. Auch Menschen, die den „kicker“ noch nie gelesen haben, ist er ein Begriff. Und alle, die in der Branche Fußball zu tun haben, stehen ohnehin stramm vor dem Fachmagazin – sogar die launischsten und extrigsten Profis.

Im Internet ist das Blatt aus Nürnberg, das seine Struktur durch alle Neuerungen transportiert hat, erstaunlich modern und erfolgreich; nun kommt die Marke eben auch ins Fernsehen. Wobei sie da eigentlich schon mal war: In den Achtzigerjahren, als das Privatfernsehen aufkam, wurde im Offenen Kanal Ludwigshafen wild experimentiert: Damals gab es einen „kicker-Stammtisch“.

Er war die Blaupause für den „Doppelpass“, der seit über 20 Jahren immer sonntags zur Frühschoppenzeit auf Sport1 (früher DSF) läuft. Und weil der „Doppelpass“ so erfolgreich geworden ist, hat auch Sky eine Fußballtalkrunde etabliert: „Sky 90“ am Sonntagabend. Das „kicker.tv“ am Montag soll sich von diesen Angeboten abheben, „es ergibt keinen Sinn, ein erfolgreiches Format zu kopieren“, betont Chefredakteur Jakob. Es gehe um den eigenen Stil, „bei uns wird keine Stammtisch-Atmosphäre herrschen“.

Ungewöhnlich, dass man mit dem neuen Format am 2. Mai einsteigt, wo die Saison fast schon zu Ende ist. Doch für den „kicker“ fängt sie da halt an: mit den Entscheidungen in der Bundesliga und der Champions League – und die EM steht vor der Tür. Es gibt keine Sommerpause, der „kicker“-Montagstalk ist für dieses Jahr 30 Mal vorgesehen. Marco Hagemann wird also viel reden müssen – obwohl: „Mein Vorbild ist Dieter Kürten“, der frühere Grandseigneur des ZDF-„Sportstudios“. Wie er will Hagemann „vor allem den Gästen Raum geben“.

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