Mit neun Bauern auf Frauensuche hält RTL die TV-Nation in Atem

Hamburg - Vor einigen Monaten hätte sich Inka Bause nicht träumen lassen, dass ein paar deutsche Bauern ihr dazu verhelfen, auf der "Wetten, dass...?"-Couch neben Thomas Gottschalk Platz zu nehmen. Weil ihre beiden vorangegangenen Ausgaben der RTL-Dokusoap "Bauer sucht Frau" fast sieben Millionen Zuschauer sahen, durfte die 38-jährige RTL-Moderatorin in Leipzig bei Deutschlands populärster Unterhaltungsshow zu Gast sein.

Wenn Bause allerdings mit "Bauer sucht Frau" so weitermacht, macht sie noch Gottschalk Konkurrenz, denn am Montag nach ihrem "Wetten, dass...?"-Auftritt erreichte die Dokusoap mit 7,84 Millionen Zuschauern schon einmal "Tatort"-Niveau.

Experten ringen um Erklärungen, warum fast acht Millionen Deutsche sich montagabends um 21.15 Uhr dafür interessieren, ob neun einsame Landwirte noch eine abkriegen. "Die sind so, wie sie sind: einfach authentisch", sagt Bause. "Wir sagen denen nicht, was sie machen sollen, und schon gar nicht, in wen sie sich verlieben oder wen sie heiraten sollen. Wir, die Produktion, stehen am Rand und lassen uns überraschen, was die Bauern und ihre Frauen so veranstalten." Und das Marktforschungsinstitut Media Control errechnete: Unter den selbstständigen Landwirten betrug der Marktanteil gewaltige 41,9 Prozent.

Vor allem die ländlichen Regionen - in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern beträgt der Marktanteil in der Gesamtbevölkerung 26,8 Prozent - sehen gerne "Bauer sucht Frau". "Es handelt sich bei "Bauer sucht Frau" um eine schöne augenzwinkernde Lebensrealität", sagt RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger. "Die Sendung zeigt Geschichten und Schicksale, ist im besten Sinne eine Romantic Comedy, die traditionelle Vorstellungen vom Landleben mit vielen Sehnsüchten verbindet." Eine Überdosis der Reihe "Bauer sucht Frau", mit der RTL eine "starke Marke" aufgebaut habe, werde der Sender seinem Publikum nicht verabreichen. Die laufende Staffel von neun Folgen wird nicht verlängert. Und eine Fortsetzung werde nach einer angemessenen Pause von bis zu einem Jahr folgen. Sänger: "Einen schönen dicken Teig soll man nicht zu dünn ausrollen."

So viele Bauern auch einschalten, es gibt doch manche unter ihnen, die unzufrieden sind. "Unser Standpunkt ist der selbe wie beim Start der ersten Staffel vor zwei Jahren", sagt der Sprecher des Deutschen Bauernverbands, Michael Lohse. "Es handelt sich um Voyeurismus mit Raum für viele Emotionen. Mit der Wirklichkeit hat die Sendung wenig zu tun, weil sie die wahren Informationen über das Landleben nicht transportiert. Viele unserer Mitglieder haben einfach nur mit dem Kopf geschüttelt." Er selber habe mit RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel über die Probleme diskutiert. Ein bisschen besser sei es ja geworden. Und Kloeppel muss es ja wissen. Er hat Agrarwissenschaft studiert.

Immerhin haben zwei Paare aus den ersten beiden Staffeln geheiratet, berichtet RTL stolz: Karin und Herbert sowie Rainer und Ute. Heute wirbt Bernhard um Beate, Bruno um Anja, Michael um Bianca. Selbst der schüchterne Jürgen, 41 Jahre alt, hofft erstmals in seinem Leben auf eine Frau. Und Millionen von Menschen gönnen es ihm. Bernhard erfährt die größte Resonanz, wie aus Mails an den Sender hervorgeht: Er ist für den einen "schnuffig", ein anderer möchte gerne ein Bier mit ihm trinken gehen, wagt es selber aber nicht zu sagen, sondern hat seine Frau dafür vorgeschickt. Und in Köln, so schrieb ein Fan, möchte ein Karnevalist seinen Wagen mit den Konterfeis der Männer vom Lande schmücken.

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